Gesine Grande ist am Montag zur neuen Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ernannt worden. Die studierte Psychologin beginnt am 1. Oktober ihr neues Amt, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Grande wurde im Juli vom Senat der Uni gewählt.
Sie will die Zahl der derzeit rund 7000 Studierenden mittelfristig um mindestens 1000 erhöhen, wie sie der „Lausitzer Rundschau“ (Montag) sagte. Dazu müssten Studienkonzepte und die Struktur der Studiengänge auf den Prüfstand gestellt werden. „Wir sind eine Universität, entsprechend muss sich unser Angebot ausrichten“, so Grande.

Mehr Nachwuchsforscher für die BTU

Um mehr junge Menschen an die Uni zu locken, will sie unter anderem mehr Nachwuchsforscher an die Einrichtung holen und in den Aufbau eines Innovationsnetzwerkes Strukturwandel investieren. Nach ihrem Amtsantritt möchte die 1964 in Leipzig geborene Grande das Gespräch mit Wirtschaft, IHK und Unternehmerverband suchen. In der ganzen Region Lausitz gebe es viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Erste deutsche Uni mit ostdeutscher Leitung

Mit der neuen Besetzung ist die BTU nach Angaben des Brandenburger Ministeriums die einzige Uni deutschlandweit mit ostdeutscher Leitung - „das ist 30 Jahre nach Gründung des Landes nicht nur ein wichtiges Signal, sondern längst überfällig“, so Ministerin Manja Schüle (SPD).
Grande war von 2014 bis 2019 Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Sie tritt die Nachfolge von Jörg Steinbach an, der 2018 Wirtschaftsminister der Landesregierung geworden war. Seitdem leitete Vizepräsidentin Christiane Hipp die Universität kommissarisch.
An den drei Standorten der BTU arbeiten nach Ministeriumsangaben rund 180 Professoren. Es gibt demnach 70 universitäre, fachhochschulische und duale Bachelor- und Master-Studiengänge.