Den Schulen werde empfohlen, die Maskenpflicht zum Schulstart am Montag freiwillig einzuführen, bis die neue Verordnung in Kraft trete, sagte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld der Deutschen Presse-Agentur. Die bisherige Verordnung läuft zum 16. August aus.
„Ziel ist es, alles dafür zu tun, dass Unterricht in Brandenburg möglichst im Regelbetrieb stattfinden kann“, erklärte Bildungsministerin Ernst. „Außerdem tragen wir damit den Sorgen und Wünschen der Eltern und Schülerinnen und Schüler Rechnung, die sich in vielen Briefen an uns gewendet haben.“

Gesundheitsministerin Nonnemacher zeigte sich besorgt, weil die Infektionszahlen in allen Bundesländern und weltweit wieder in unterschiedlichem Ausmaß spürbar zunähmen. „Zum Ende der Reisezeit besteht auch in Brandenburg die Gefahr, dass das Infektionsgeschehen angefacht wird. Angesichts dieser aktuellen Lage wollen wir den Schulstart im Regelbetrieb mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen flankieren.“
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Woidke äußerte sich in einem Redaktionsgespräch mit der MOZ zum Thema. Laut Woidke seien ausreichend Masken für das verpflichtende Tragen in den Schulen vorhanden und überall im Handel erhältlich. Zwar gebe es im Unterricht selbst keine Maskenpflicht, Eltern könnten aber entscheiden, dass ihre Kinder einen Schutz auch dort tragen. "Wir werden in der Situation bleiben und damit leben lernen. Die Menschen haben sich bislang sehr verantwortungsvoll verhalten", so der Ministerpräsident. Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren, müssten sowieso schon während der Fahrt  eine Maske tragen.
Nach dem Ende der Sommerferien soll am 10. August in Brandenburg der reguläre Schulbetrieb trotz der Corona-Pandemie wieder aufgenommen werden. Ernst hatte am Dienstag eine mögliche Maskenpflicht an Schulen in Aussicht gestellt. Das Nachbarland Berlin kündigte bereits an, dass dort im neuen Schuljahr wie in weiteren Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden gelten soll, aber nicht im Unterricht. Die Brandenburger Landesregierung hatte in ihrem Hygieneplan zunächst keine verpflichtende Bedeckung von Mund und Nase vorgesehen.
Die CDU-Fraktion im Landtag bat um Verständnis. „Uns allen ist die schwierige und herausfordernde Zeit der kompletten Schulschließung noch sehr bewusst“, sagte ihr bildungspolitischer Sprecher Gordon Hoffmann. „Darum bin ich überzeugt, dass das Tragen von Masken in Schulen die Zustimmung der Brandenburgerinnen und Brandenburger findet, solange ein geregelter Unterricht stattfindet.“
Brandenburgs Linksfraktionschefin Kathrin Dannenberg hält einen kostenlosen Mund-Nasen-Schutz für sinnvoll. „Wenn Kinder in die Schule kommen, haben von zehn Kindern vielleicht fünf Mundschutz dabei“, sagte Dannenberg. „Dieser Mundschutz ist von den Gesundheitsämtern oder von der Landesregierung zur Verfügung zu stellen für unsere Schulen für unsere Kitas.“ Sie forderte auch eine Aufklärungskampagne für Masken für Kinder und Eltern.
Den Schulbeginn am kommenden Montag für die Schulen nannte Dannenberg „die größte Herausforderung, die wir bisher hatten“. Die Linksfraktionschefin dringt darauf, dass das Projekt der 18 Gesundheitsfachkräfte an 27 Schulen in Brandenburg fortgeführt wird, das in diesem Dezember endet. Sie könnten bei den Corona-Tests helfen. Alle Beschäftigten in Schulen und Kitas können sich 14-tägig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Für Kita-Kinder und Schüler ist eine Stichprobe bei bis zu einem Prozent vorgesehen.
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