Seit rund einem Jahr hat Corona Brandenburg fest im Griff. Am 2. März 2020 wurde die erste Infektion bestätigt. Seitdem ist viel passiert:
Erst ein Lockdown im Frühjahr, dann einer im November, der im Dezember verschärft wurde und - mit kleinen Abstrichen - weiter gilt. Über 75 000 Ansteckungen hat die Landesregierung seitdem erfasst, rund 3000 Menschen in Brandenburg starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Chronologie der Corona-Pandemie in Brandenburg

Wir dokumentieren die Entwicklung der Coronakrise in Brandenburg.
2. März 2020: Ein 51-jähriger Mann aus dem Landkreis Oberhavel wird als erster Brandenburger positiv auf den Corona-Erreger Sars-CoV-2 getestet. Der Mann war Ende Februar aus einem Skiurlaub in Südtirol zurückgekehrt und hatte mit grippalen Symptomen eine Rettungsstelle aufgesucht.

Erste Schließung von Schulen

8. März 2020: Weil Lehrer Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Berlinerin hatten, wird in Neustadt (Dosse) eine Gesamtschule mit Grundschule sowie Förderschule und Hort zunächst geschlossen. Auch zwei Reitinternate sollen bis zum 17. März zu bleiben.
12. März: Das Gesundheitsministerium untersagt in Brandenburg bis auf weiteres Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern. Veranstaltungen mit mindestens 100 Besuchern müssen den Kreisbehörden schriftlich angezeigt werden.
13. März: Das Kabinett beschließt die Schließung von Schulen und Kitas ab 18. März bis zum Ende der Osterferien (17. April). Auch der Start des Sommersemesters an den Hochschulen wird auf den 20. April verschoben. Polen schließt seine Grenzen für Ausländer.
16. März: Das Kabinett beschließt die erste Eindämmungsverordnung. Damit sollen tags darauf viele Geschäfte schließen, ausgenommen Supermärkte, Drogerien, Banken und Tankstellen. Dichtmachen müssen auch Diskos, Kinos, Theater, Museen, Spielplätze, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind verboten. Die Regeln gelten zunächst bis 19. April.

Erster Brandenburger stirbt mit Corona-Infektion

20. März 2020: In Brandenburg stirbt erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch. Der 81-Jährige war mit schweren Vorerkrankungen in die Oberhavel Klinik in Hennigsdorf gekommen.
23. März 2020: Nur noch maximal zwei Menschen dürfen sich in Brandenburg an öffentlichen Orten bewegen - und dies nur noch bei Wegen zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder für Sport an der frischen Luft. Auch Friseure, Kosmetik- und Tattoo-Studios müssen schließen. Baumärkte bleiben in Brandenburg geöffnet.
26. März: Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin verbietet Touristik-Reisen. Auch der Aufenthalt am Zweitwohnsitz ist nur in Ausnahmen gestattet. Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) kritisiert dies scharf und fordert ein gemeinsames Vorgehen. Nach einem Gerichtsentscheid wird der Einreisestopp am 8. April aufgehoben.

Erster Ausbruch an einem Krankenhaus

28. März 2020: Im Potsdamer Klinkum Ernst von Bergmann werden zahlreiche Patienten und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet, 9 Patienten starben. Die Stadt erlässt einen Aufnahmestopp. Bis Ende April wurden 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet. 43 dieser Patienten starben.
31. März 2020: Das Kabinett beschließt einen Bußgeld-Katalog für Verstöße gegen Corona-Regeln, der Strafen bis zu 25 000 Euro vorsieht.
1. April 2020: Der Landtag beschließt einen Corona-Rettungsschirm von zwei Milliarden Euro. Der Betrag für das Hilfspaket war zweimal verdoppelt worden.
17. April 2020: Das Kabinett beschließt erste Lockerungen: Kleinere Geschäfte, Museen und Ausstellungshallen dürfen unter Auflagen öffnen. Auch die Schulen starten nach einem Stufenplan wieder den Unterricht. Die Friseure dürfen ab 4. Mai wieder arbeiten.

Maskenpflicht im Nahverkehr

27. April 2020: In Brandenburg gilt die Pflicht, in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr Alltagsmasken zu tragen.
8. Mai 2020: Das Kabinett beschließt weitreichende Lockerungen - zum Beispiel bei den Kontaktbeschränkungen. Ab 9. Mai dürfen alle Geschäfte wieder öffnen, für die Gastronomie gilt dies ab 15. Mai. Dann ist auch Training in Sportvereinen möglich.
25. Mai 2020: Alle Brandenburger Kitas und Schulen öffnen wieder - zunächst tageweise. Auch Hotels und Ferienwohnungen dürfen wieder Gäste aufnehmen.
6. Juni 2020: Kinos und Theater öffnen wieder mit Vorstellungen.
12. Juni 2020: Das Kabinett hebt die Kontaktbeschränkungen auf. Öffentliche und private Veranstaltungen dürfen ab 15. Juni wieder mit bis zu 1000 Menschen stattfinden. Kitas kehren in den Normalbetrieb zurück.
10. August 2020: Die Schulen starten nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb. Außerhalb von Klassenräumen und Pausenhöfen gilt eine zunächst freiwillige Maskenpflicht. Eine Woche später wird dies für Lehrer und Schüler verbindlich.

Bußgelder bei Verstößen

1. September 2020: Das Kabinett beschließt ein Bußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht, die Strafen reichen von 50 bis 250 Euro.
9. Oktober 2020: Das Gesundheitsministerium verhängt ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Berlin und anderen Corona-Hotspots in Deutschland. Dies wird nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts drei Wochen später gekippt.
2. November 2020: Nach steigenden Infektionszahlen gilt auch in Brandenburg ein Teil-Lockdown. Gaststätten, Kinos, Theater, Museen und Fitnessstudios sind geschlossen, Hotels und Pensionen für Touristen tabu. Ende November werden die Kontakte wieder auf fünf Personen aus zwei Hausständen beschränkt.
14. Dezember 2020: Die Präsenzpflicht in den Schulen wird eine Woche vor den Weihnachtsferien aufgehoben. Nach den Ferien sollen alle Schulen geschlossen bleiben, mit Ausnahme der Abschlussklassen und der Förderschulen für geistige Entwicklung.

Zweiter Lockdown in Brandenburg

16. Dezember 2020: Auch Geschäfte müssen wieder schließen. Mit Ausnahmen für Weihnachten und die Silvesternacht gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr. Tagsüber darf man das Haus nur zum Arbeiten und Einkaufen oder zum Besuch von Schulen und Kitas, Ärzten und Behörden verlassen. Für die Weihnachtstage, Silvester und Neujahr werden auch die Bestimmungen etwas gelockert.
27. Dezember 2020: In einem Pflegeheim in Großräschen (Kreis Oberspreewald-Lausitz) wird die 87-jährige Ruth Heise als offiziell erste Brandenburgerin geimpft.
4. Januar 2021: Für die Vergabe von Impfterminen in zunächst zwei Impfzentren startet die Hotline 116117. Das Callcenter ist wegen des Ansturms von Anrufen überlastet. Am 5. Januar starten die ersten beiden Impfzentren in Potsdam und Cottbus. Bis Anfang Februar folgen weitere neun Zentren.
9. Januar 2021: Wegen steigender Infektionszahlen werden Kontakte auf nur eine weitere Person beschränkt. Für Bewohner von Landkreisen und kreisfreien Städten mit extrem vielen neuen Infektionen sind touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um den Landkreis oder die Stadt verboten.
21. Januar 2021: Das Kabinett beschließt die Pflicht von FFP2- oder OP-Masken. Kitas werden offengehalten, müssen aber schließen, wenn Infektionszahlen regional besonders hoch sind. Schulen bleiben weiter geschlossen bis auf Abschlussklassen und Förderschulen.
22. Februar 2021: Die Grundschulen öffnen wieder im Wechselunterricht zwischen Schule und zuhause.
1. März 2021: Friseure, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen öffnen.
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