Brandenburgs Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Michael Ranft, rechnet damit, dass Brandenburg noch an den Feiertagen den Corona-Impfstoff erhalten wird. Wenn alles nach Plan läuft und Brandenburg die Impfdosen rechtzeitig erhält, soll am 27. Dezember mit den ersten Impfungen in stationären Pflegeheimen begonnen werden, wie Ranft im Inforadio vom RBB am Montag sagte. Gleichzeitig seien Krankenhäuser im Süden des Landes an der Reihe. Anfang Januar sollen dann die Impfzentren in Cottbus und Potsdam an den Start gehen.
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA stellt an diesem Montag ihre Beurteilung über das Präparat von Biontech und Pfizer vor. Die EU-Kommission will dann am Dienstag oder Mittwoch über die formelle Zulassung in der EU entscheiden.

5000 Corona-Impfungen möglich

Ranft rechnet damit, dass Brandenburg 10.000 Impfdosen erhalten wird. Zunächst war von 12.000 Impfdosen die Rede. Da zwei Mal geimpft werden müsse, könne man 5000 Impfungen durchführen. „Ich denke, es ist eine gute Zahl, dass wir überhaupt in das Impfen einsteigen können“, sagte er. „Wir gehen fest davon aus, dass Stück für Stück die Tranchen, die das Land Brandenburg erhält, steigen wird.“
Auftakt soll in Brandenburg in einem Pflegeheim im Kreis Oderspreewald-Lausitz sein. Von einer Impfung beim Hausarzt geht Ranft Ende des ersten, Anfang des zweiten Quartals aus.

Verbund: Ärzte sollten in Brandenburg früher gegen das Coronavirus geimpft werden

Ärzte in Brandenburg sollten aus Sicht des Hartmannbundes Brandenburg früher gegen das Coronavirus geimpft werden. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Ärztinnen und Ärzte, die Coronapatienten versorgen und damit potentiell Multispreader darstellen, nun erst mit nachgeordneter Priorität geimpft werden sollen“, so der Vorsitzende Hanjo Pohle am Montag.
In anderen Ländern sei es Praxis, dass das Behandlungspersonal mit Risikokontakten zuerst geimpft werde, meinte Pohle. „Dieses Vorgehen ist auch epidemiologisch sinnvoll. Auch in diesem Punkt erwarten wir eine klare Nachbesserung vom Gesetzgeber.“ Der Ausfall der Ärzte und des Pflegepersonals würde letztlich allen schaden, „auch der älteren Bevölkerung mit und vor allem auch ohne Coronainfektion“.
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