Preise auf Basaren in Polen gestiegen

Besonders auf den Basaren ist das frische Obst und Gemüse nicht mehr so preiswert wie vor zwölf Monaten. Ein Kilo Erdbeeren kostet sechs Euro, die Kirschen sogar sieben. "Ich weiß, dass das fast so viel ist wie bei Euch", räumt eine Verkäuferin sogar ein, "aber wir müssen auch auf unser Geld kommen, schließlich hatten wir wegen Corona drei Monate lang gar keine Kunden."
"Gehen Sie doch in den Supermarkt, oder in die kleinen Läden in der Stadt, da ist es billiger", rät eine Słubicerin. Tatsächlich kosten die Kirschen dort nur 24 und die Erbeeren 20 Złoty. Für diejenigen, die  nach dem Tageskurs vom Montag 4,34 Złoty für einen Euro getauscht hatten, waren das 5,53 beziehungsweise 4,61 Euro. Also fast anderthalb Euro weniger als auf dem Basar.

Geheimtipp sind Händler aus Landesinneren Polens

Der Geheimtipp in Słubice sind Händler aus dem Landesinneren, die frisches Obst und Gemüse aus Kleintransportern heraus verkaufen. "Wir kommen aus der Gegend von Poznan, da sind die Preise niedriger", berichtet Damian Szurmacz, der für die Fahrt zur Grenze schon um fünf Uhr morgens aufgestanden ist.
Dass Polen in den vergangenen zwölf Monaten einen der höchsten Preisanstiege aller 27 EU-Länder zu verzeichnen hatte, geht aus den zur Jahresmitte veröffentlichten Statistiken hervor. Lebensmittel sind im Durchschnitt um 6,5 Prozent teurer geworden, freilich von einem niedrigeren Ausgangsniveau als in Deutschland. Schweine- und Räucherfleisch kosten zwischen sieben und elf Prozent mehr, Obst sogar im Schnitt 20 Prozent. Nur Geflügelfleisch und Butter gibt es aktuell preiswerter als vor einem Jahr.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und nicht allein aus der Corona-Epidemie heraus zu begründen. "Wenn die Menschen in vielen Bereichen mehr verdienen, dann steigen auch die Preise", hatte Regierungschef Mateuzs Morawiecki bereits im März erklärt. Allerdings treibt seine Regierung die Steuern auch rigoroser ein, als es die Finanzbehörden früher taten. Schließlich müssen auch die neuen Sozialleistungen wie das Kindergeld und die erhöhten Renten aus der Staatskasse finanziert werden.

Mehrwertsteuer in Polen 

Im Unterschied zu Deutschland gibt es derzeit keine Senkung der Mehrwertsteuer, obwohl diese mit 22 Prozent noch höher ist als bei uns. Weil viele Polen sich aktuell wegen der Kurzarbeit oder der Angst um ihre Jobs weniger leisten können, haben einzelne Supermärkte ihre Rabattaktionen zum Sommerschluss allerdings früher gestartet als in vergangenen Jahren.

Preise beim Tanken in Polen günstig

Das größte aktuelle Schnäppchen im Nachbarland sind freilich die Spritpreise. Ein Liter Super-Benzin kostete am Montag in Slubice 98 Cent, Diesel sogar nur 97 Cent. Zum Vergleich: Ein paar Hundert Meter weiter westlich in Frankfurt (Oder) waren 1,37 beziehungsweise 1,16 Euro zu zahlen. Diese große Preisdifferenz lässt sich aus dem Kursverlust des Złoty gegenüber dem Dollar erklären, sowie daraus, dass der Sprit in Polen nicht so stark besteuert wird wie in Deutschland.