Demo gegen rechts in Brandenburg
: Protest-Wochenende – Menschenkette in Berlin und Potsdam

UPDATE: Die Demonstrationen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Brandenburg und Berlin halten an. Sowohl in Potsdam als auch am Berliner Reichstagsgebäude wird demonstriert. Wo weitere Demos stattfinden.
Von
Sabine Rakitin
Berlin/Potsdam
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„Nie wieder ist jetzt!“: Teilnehmer der Demonstration iin Frankfurt (Oder) am 27. Januar setzen mit Plakaten und Transparenten ein Zeichen des Widerstands gegen rechtsextreme Umtriebe. Auch am 3. und 4. Februar gehen tausende Menschen in Brandenburg auf die Straße – für Demokratie und gegen rechts.

Patrick Pleul/dpa

Auch am Wochenende am 3./4. Februar gehen Tausende Menschen in Berlin und Brandenburg für Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Für die schon länger angekündigte Menschenkette um das Berliner Reichstagsgebäude am Sonnabend, 3. Februar, ab 13 Uhr, sind inzwischen 100.000 Menschen angemeldet.

Die Demonstration gegen rechts wird von der Polizei mit 700 Einsatzkräften begleitet. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass im Zuge der Veranstaltung die Zahl der angemeldeten 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, erreicht werde, sagte ein Polizeisprecher am Samstag vor deren Beginn. Falls es unter Umständen noch voller würde, sei die Polizei vorbereitet: Ausweichflächen wie etwa anliegende Straßenzüge würden vorgehalten und bei Bedarf von den Einsatzkräften freigegeben.

Menschenkette aus Demonstrierenden in Berlin geplant

„Rechnen Sie mit vollen #Öffis und Straßensperrungen“, schrieb die Polizei auf der Plattform X, vormals Twitter. Die BVG teilte mit, dass der Bahnhof Bundestag ohne Halt durchfahren werde. An der Haltestelle Brandenburger Tor sei auf polizeiliche Anordnung der Ausgang der U5 in Richtung Brandenburger Tor geschlossen worden.

Geplant ist die Menschenkette aus Demonstrierenden unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer“. Sie sei als Reaktion auf die AfD und bevorstehende Wahlen gedacht, teilte das Veranstalter-Bündnis „Hand in Hand“ mit. „Wir rufen dazu auf, der rechten Normalisierung in Deutschland und Europa nicht länger zuzuschauen.“ Die Brandmauer von demokratischen Parteien gegen rechts „bröckelt enorm“. Die Gesellschaft müsse leisten, „was politische Parteien derzeit nicht schaffen“: Demokratie und Menschenrechte verteidigen.

Unterstützer sind viele kleine Initiativen, aber auch große Organisationen

Zu den Unterstützern zählen zahlreiche kleine Initiativen, aber auch große Organisationen wie die Gewerkschaften Verdi, GEW und IG Metall, Amnesty International, Attac, BUND, Caritas, die Evangelische Kirche, Flüchtlings-Hilfsorganisationen und auch die Klimaprotestgruppen Extinction Rebellion und Letzte Generation.

Ebenfalls am 3. Februar ab 13 Uhr ruft das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ zur Bildung einer Menschenkette um den Brandenburger Landtag auf.

Auch weitere Bündnisse und Initiativen hoffen auf den Widerstand der Zivilgesellschaft gegen rechts und eine rege Teilnahme an den Protestveranstaltungen, die an diesem Wochenende geplant sind.

Barnim

Das überparteiliche Bündnis „Wandlitz zeigt Haltung“ lädt unter dem Motto „Hand in Hand für Demokratie und Menschenrechte“ am Sonntag, 4. Februar, von 15 bis 18 Uhr zu einer Menschenkette zu beiden Seiten der L100 mit Eröffnungs- und Abschlusskundgebung vor dem Rathaus Wandlitz ein. Die Demonstration wurde mit 150 Teilnehmern angemeldet.

Berlin-Spandau

Unter dem Motto: #NieWiederIstJetzt ruft der Evangelische Kirchenkreis Spandau am Sonnabend, 3. Februar, von 11 bis 12 Uhr zu einer Mahnwache „für Toleranz und friedliches Miteinander – gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“ auf. Treffpunkt ist auf dem Markplatz Spandau, Marktstraße 4A.

Havelland

Ein Zusammenschluss mehrerer Initiativen und Kirchengemeinden in Falkensee ruft zum gemeinsamen Aufbau einer Menschenkette am Samstag, 3. Februar, auf. Es soll ein starkes Zeichen für eine wehrhafte Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Populismus gesetzt werden. Unabhängig von einer Parteizugehörigkeit möchte der Zusammenschluss vereint eine Menschenkette entlang der Bahnhofsstraße bilden.

Die Aktion beginnt um 11 Uhr auf dem Platz vor der alten Stadthalle und endet um 12 Uhr mit einem Glockengeläut der umliegenden Kirchen als Zeichen des Miteinanders. Im Anschluss gibt es eine Einladung zum Gebet mit dem Titel „Gebet Frieden, Gerechtigkeit, Menschlichkeit“ in die Kirche Seegefeld.

Oberhavel

„Solidarisch statt arisch – Hand in Hand gegen rechts“ lautet das Motto einer Demo am Sonnabend, 3. Februar, in Gransee. Der Start erfolgt um 14.30 Uhr am Bahnhof, die Demonstration endet gegen 16 Uhr auf dem Kirchplatz.

Oder-Spree

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Schöneiche ruft am Samstag, 3. Februar, um 11 Uhr zur Bildung einer Menschenkette um das Rathaus in Schöneiche auf. Gemeinsam soll ein Zeichen gesetzt werden für Solidarität und Respekt, gegen Hass und Hetze. Für Frieden und Gerechtigkeit, gegen Ausbeutung, Krieg und Gewalt. Für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt. Für Menschlichkeit und Freiheit, gegen Ausgrenzung und Unterdrückung. Im Anschluss an diese Veranstaltung besteht die Möglichkeit, gemeinsam zur Großdemo in Berlin zu fahren.

Ostprignitz-Ruppin

Zu einer weiteren Demonstration ruft das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ für Sonntag, 4. Februar, auf. „Nie wieder heißt nie wieder!“ lautet das Motto in Anspielung auf das vielfach zitierte „Nie wieder ist jetzt“. Ab 15 Uhr soll sich der Demonstrationszug vom Fontane-Denkmal zur Klosterkirche bewegen.

Spree-Neiße

Auch in der Kreisstadt Forst wollen Menschen gegen Rechtsextremismus und für ein solidarisches Miteinander auf die Straße gehen. Für Sonntag, 4. Februar, um 14 Uhr hat das Bündnis „Unteilbar Forst“ die Einwohner der Rosenstadt und der umliegenden Gemeinden zu einer Kundgebung auf dem Max-Seydewitz-Platz aufgerufen. Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ wollen die Forster zeigen, dass sie für Demokratie, Menschlichkeit und Weltoffenheit stehen.

Teltow-Fläming

Das Bündnis „Aufstehen Luckenwalde!“ macht auch an diesem Wochenende weiter – dieses Mal als Demonstrationszug. „Lasst uns gemeinsam durch die Straßen ziehen und laut sein – für eine freie, offene und vor allem vielfältige Gesellschaft. Wir rufen daher erneut dazu auf, klare Kante gegen Rechtsradikalismus sowie faschistoide Remigrationsfantasien zu zeigen. Denn die Geschichte mahnt uns, die Gegenwart fordert uns! Wir sind und bleiben die Brandmauer – mehr denn je“, heißt es in dem Aufruf. Start der Demonstration am 4. Februar ist um 14.30 Uhr auf dem Marktplatz in Luckenwalde.

Uckermark

„Prenzlau bewegt sich – Gemeinsam gegen Faschismus“ ist das Motto einer Mahnwache am Sonntag, 4. Februar, in Prenzlau. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Rathausvorplatz.

Ebenfalls für Sonntag ist eine Demo in Schwedt angemeldet – ab 16 Uhr in der Vierradener Straße auf dem Kirchplatz vor der Evangelischen Kirche.