Die einzige ihrer Art in den neuen Bundesländern: Kindernachsorgeklinik stellt den Betrieb ein

Eigentlich sollte die Klinik in einem Neubauprojekt der Peter- und Ingeborg-Fritz-Stiftung Strausberg kommen. Doch hierfür fehlt bisher der Zuschlag.
Gerd Markert/MOZDen Tränen nah erklärte sie, Hintergrund sei, dass die Klinik ihren aktuellen Sitz in den Gebäuden der Michelskliniken auf dem Gelände des ehemaligen SED–Politbüros in Wandlitz aufgeben muss. Der Besitzer hatte gekündigt, weil es mit der Mieterin unterschiedliche Auffassungen über eine angemessene Miethöhe gab.
Zukunft sollte die Klinik in einem Neubauprojekt der Peter– und Ingeborg–Fritz–Stiftung in Strausberg bekommen. Doch hierfür fehlt bis dato der Zuschlag. Weil ohne die Stiftung die finanziellen Verpflichtungen von mittlerweile zehn Millionen Euro nicht zu stemmen seien, entschlossen sich die Gesellschafter nun zur Einstellung des Betriebs.
Die zehn Millionen ergeben sich aus den Kosten für die Innenausstattung, die die Klinik selbst stemmen muss. Und sie seien, laut Klinik, der Tatsache geschuldet, dass die Stiftung zu Beginn des Vorhabens zwar erklärt habe, die Finanzierung des Neubaus zu 100 Prozent zu übernehmen, später aber forderte, fünf weitere Millionen als "verlorenen Baukostenzuschuss“ beizusteuern.
Stifter Peter Fritz erklärte dazu gegenüber unserer Redaktion, er habe schon seit Längerem gewusst, dass die Gesellschafter der Kindernachsorgeklinik unfähig seien, das Projekt finanziell zu stemmen. „Wir wollten einen schriftlichen Nachweis haben, dass die Kindernachsorgeklinik den Umzug nach Strausberg bewältigen und den Betrieb sicherstellen kann. Aber wir haben bis heute keine konkrete Zusage für eine finanzielle Unterstützung, die über die von uns zur Verfügung gestellten 20 Millionen Euro hinausgeht.“
Aus diesem Grund suchte Fritz Ersatz. Er habe „zwei namhafte Interessenten, die sofort einspringen würden“, erklärte er. Beide kämen aus dem sozialen Bereich und hätten mehr als 20.000 Mitarbeiter. Namen wollte Fritz mit Verweis auf ausstehende Gespräche nicht nennen. Beide Interessenten würden die familienorientierte Rehabilitation fortführen. „Das Konzept soll unbedingt erhalten bleiben, dazu bin ich nicht nur durch meine Stiftung verpflichtet, das ist meiner Frau und mir auch ein Herzensanliegen“, sagte Fritz. Er könne sich sogar vorstellen, dass zunächst am alten Klinikstandort in Wandlitz der Betrieb aufrechterhalten werden könne, bevor Ende 2020, Anfang 2021 der Umzug nach Strausberg erfolge. So, wie es ursprünglich auch mit der Kindernachsorgeklinik geplant war. Der Bau am Straussee liege voll im Plan.
Die Kindernachsorgeklinik ist eine seit 2009 anerkannte Rehabilitationseinrichtung, die in erster Linie herzkranke und krebskranke Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Familien im Anschluss an Akutbehandlungen aufnimmt und behandelt. Sie ist eine von fünf derartigen Kliniken bundesweit und die einzige in den neuen Bundesländern. Seit Inbetriebnahme wurden 2.500 Familien behandelt.
