Diebstahl in Prötzel
: Einbruch bei Freiwilliger Feuerwehr – Ausrüstung geklaut

Feuerwehrkräfte retten mit ihrer Ausrüstung Menschenleben, doch auch bei Kriminellen ist die Technik begehrt. In Prötzel stahlen Unbekannte wichtige Ausrüstung aus einer Feuerwache.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Prötzel
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Einbruch in Prötzel: Kriminelle haben bei der Freiwilligen Feuerwehr wichtige Ausrüstung gestohlen. Unter anderem einen Spreizer, wie er zum Beispiel bei der Rettung aus Fahrzeugen verwendet wird. (Symbolbild)

Einbruch in Prötzel: Kriminelle haben bei der Freiwilligen Feuerwehr wichtige Ausrüstung gestohlen. Unter anderem einen Spreizer, der zum Beispiel bei der Rettung aus Fahrzeugen verwendet wird. (Symbolbild)

Dennis Lloyd Brätsch
  • Einbruch bei Freiwilliger Feuerwehr Prötzel: Unbekannte stahlen wichtige Ausrüstung wie Schere und Spreizer.
  • Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 2025; Schaden ca. 10.000 Euro.
  • Die Kriminellen drangen durch ein Fenster ein, Anwohner bemerkten nichts.
  • Ersatzgeräte wurden organisiert, Freiwillige Feuerwehren aus Strausberg und Rüdersdorf bieten Hilfe an.
  • Feuerwehrgerätehäuser sind oft Ziel von Einbrüchen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Retter der Freiwilligen Feuerwehr sind auf ihre Ausrüstung angewiesen, denn im Ernstfall zählt jede Sekunde. Doch die Spezialtechnik, mit der die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nach schweren Unfällen Verletzte aus Autos befreien, ist auch bei der organisierten Kriminalität beliebt. Jetzt hat es erneut eine Freiwillige Feuerwehr in Märkisch-Oderland getroffen. Die Kameraden sind wütend.

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Prötzel im Amt Barnim-Oderbruch wurde von Verbrechern heimgesucht. Die Kriminellen kamen nach Angaben der Polizei in der Nacht von Freitag (17. Januar) auf Samstag und stahlen wichtige Ausrüstung. In einem Facebook-Post des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Prötzel heißt es: „Mit Erschrecken haben wir heute Morgen festgestellt, dass vermutlich in der Nacht zum 18.01.2025 in unserem Gerätehaus eingebrochen wurde und gezielt Schere und Spreizer gestohlen worden sind“.

Täter drangen durch ein Fenster in die Feuerwache Prötzel ein

Das Feuerwehrgerätehaus in der Strausberger Straße im Zentrum der knapp 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde war für die Täter offenbar ein leichtes Ziel, obwohl die Wache direkt an Wohnhäuser grenzt. Die unbekannten Kriminellen hebelten ein Fenster auf und gelangten so in das Gerätehaus. Keiner der Anwohner bemerkte den Einbruch offenbar.

Die Beute der Täter: akkubetriebene Scheren und Spreizer – Geräte, mit denen sich nicht nur Autos nach Verkehrsunfällen öffnen lassen, sondern auch Geldautomaten, Tresore und sogar Metallgitter, wie beim Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden im Jahr 2019.

Mit den Spezialwerkzeugen werden unter anderem eingeklemmte Menschen nach schweren Unfällen aus ihren Autos befreit. Die Geräte werden in der organisierten Kriminalität für Einbrüche in besonders gesicherte Bereiche verwendet.

Mit den Spezialwerkzeugen werden unter anderem eingeklemmte Menschen nach schweren Unfällen aus ihren Autos befreit. Die Geräte werden in der organisierten Kriminalität für Einbrüche in besonders gesicherte Bereiche verwendet. (Symbolbild)

Dennis Lloyd Brätsch

Ermittler der Polizei sicherten am Samstag (18. Januar) Spuren am Tatort. Der Schaden wird nach Polizeiangaben auf rund 10.000 Euro geschätzt. Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Prötzel, Konstantin Behnen, zeigte sich bestürzt: „Die Kameraden sind wütend und entsetzt über die Tat“. Seinen Angaben zufolge fehle außer der Spezialtechnik samt Ersatzakku und Ladegerät nichts. Gerade diese Technik sei im Hinblick auf die Unfallschwerpunkte zwischen Prötzel und Strausberg sowie der B168 wichtig.

Die Freiwillige Feuerwehr Prötzel sei weiterhin einsatzbereit, erklärt der Ortswehrführer auf Nachfrage unserer Redaktion. Bei Verkehrsunfällen müssten nun aber andere Retter, zum Beispiel aus Strausberg, mit ausrücken. Das könne im schlimmsten Fall zu Verzögerungen führen.

Hohe Anteilnahme und Hilfsangebot aus Strausberg und Rüdersdorf

Auf Facebook wurde der Post des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Prötzel bereits über 230 Mal geteilt. Die Menschen sind wütend. So äußern sich Kommentatoren unter anderem mit „Fassungslos“ und „Unfassbar“ zum Diebstahl. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Strausberg und der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin haben inzwischen Hilfe angeboten.

„Wir sind überwältigt von Eurer Anteilnahme und Hilfsangebote, welche uns die letzten 24 Stunden erreicht haben“, teilte der Förderverein mit. Ersatzgeräte seien bereits organisiert, erklärte Ortswehrführer Behnen. Die hydraulischen Rettungsgeräte kommen nach seinen Angaben als Leihgeräte direkt vom Hersteller. Spätestens am Dienstagmorgen sollen sie auf dem Fahrzeug sein.

Feuerwachen sind beliebtes Ziel von Kriminellen

Freiwillige Feuerwehren sind immer wieder Ziel von Einbrüchen. In Hönow wurde in den vergangenen Jahren bereits Ausrüstung gestohlen, in der Gemeinde Ahrensfelde wurde in mehrere Gerätehäuser eingebrochen. Vor dem Amtsgericht Neuruppin müssen sich seit Anfang des Jahres vier Männer wegen Einbrüchen in Wandlitz, Schildow, Berlin und anderen Bundesländern verantworten. Doch nicht immer werden die Täter gefasst.

Bereits Anfang des Jahres kam es am Stadtrand von Berlin zu Einbruchsversuchen in die Feuerwachen der Freiwilligen Feuerwehren Hellersdorf und Biesdorf. Die Täter konnten keine Werkzeuge erbeuten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (19. Januar) wurde aus einer Feuerwache in Staaken, einem Ortsteil des Berliner Bezirks Spandau, Ausrüstung gestohlen.