Diphtherie in Berlin-Spandau: Ungeimpftes Kind aus dem Havelland gestorben

Trotz Diphtherie-Impfung erkranken noch immer Menschen daran – zuletzt ein Kind in Spandau. Anfang des Jahres 2025 starb es an der Krankheit.
Julian Stratenschulte/dpa- Ein ungeimpftes Kind erkrankte in Spandau an Diphtherie und wird invasiv beatmet.
- Kontaktpersonen des Kindes werden untersucht und mit Antibiotika behandelt.
- 2024 gab es in Deutschland 37 Diphtherie-Fälle, zwei davon in Berlin.
- Die Krankheit gilt als fast ausgerottet, aber Fälle häufen sich wieder.
- Impfung wird für Kinder und alle zehn Jahre für Erwachsene empfohlen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Etwa 20 Jahre lang galt die Krankheit als fast ausgerottet, in den vergangenen Jahren trat sie dann immer wieder auf. Die gefährliche und ansteckende Infektionskrankheit Diphtherie ist in Spandau nachgewiesen worden. Das hat die Senatsverwaltung für Gesundheit unter Berufung auf das Gesundheitsamt Spandau bestätigt.
Demnach handelt es sich um einen zehn Jahre alten Schüler aus dem Landkreis Havelland, der auf eine Waldorfschule in Spandau geht. Das Kind sei zunächst wegen einer akuten Entzündung der Rachenmandeln in einem Krankenhaus in Brandenburg behandelt worden, wie der Landkreis Havelland gegenüber der Redaktion mitteilte.
Das Krankenhaus habe am 27. September 2024 „einen Verdacht auf respiratorische Diphtherie bei einem ungeimpften Kind“ gemeldet. Dieser Verdacht bestätigte sich durch Laboruntersuchungen.
Diphtherie in Spandau: Junge verstirbt im Januar 2025
Das Kind wurde in eine Berliner Klinik verlegt. Dort wird es den Angaben zufolge invasiv beatmet. Da es sich bei der Diphtherie um eine hochansteckende Krankheit handelt, wurden auch Kontaktpersonen des Kindes getestet. Dabei wurde bei einer weiteren Person „Corynebacterium diphtheriae“ nachgewiesen. Diese hatte aufgrund ihres Impfschutzes nur einen leichten Erkrankungsverlauf, erhielt eine antibiotische Behandlung und wurde zwischenzeitlich bereits wieder negativ getestet.
Am 29. Januar 2025 wurde durch einen Bericht des „Tagesspiegels“ bekannt, dass der an Diphtherie erkrankte Junge aus Brandenburg gestorben ist. Die Deutsche Presse-Agentur bestätigte dies.
2024 gab es dem Robert-Koch-Institut zufolge in Deutschland bisher 37 bestätigte Diphtherie-Fälle, zwei davon in Berlin. Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 liegen die Fallzahlen für Deutschland jährlich im ein- oder zweistelligen Bereich. Nur in den Jahren 2022 und 2023 waren mehr als 100 Fälle registriert worden.
Eine Infektion kann durch eine Impfung vermieden werden. Diese gehört zu den von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Standardimpfungen für Säuglinge und Kinder. Sie wird auch als Auffrischungsimpfung für Erwachsene alle zehn Jahre empfohlen.

