E-Sport in Berlin: Eintracht Spandau im Umbruch – HandOfBlood-Team geht neue Wege

Fans von Eintracht Spandau sind zum Teil enttäuscht über die Neuausrichtung der Mannschaft. Eine Alternative soll es aber nicht geben, sagt das Unternehmen.
Kai Wielert- Eintracht Spandau, ein League-of-Legends-Team, ändert seine Strategie und fokussiert mehr auf Unterhaltung.
- Der Verein von Influencer HandOfBlood sieht wirtschaftliche Notwendigkeit für den Wandel.
- Spieler PowerOfEvil bleibt, Neuzugang Broeki kommt, weitere Spieler werden gesucht.
- Team plant mehr digitale und deutschlandweite Events, wie die Gamescom.
- Fans sind enttäuscht, aber die Umstellung gilt als alternativlos für wirtschaftlichen Erfolg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ironische Unterhaltung gepaart mit hochklassigem E-Sport: Das ist das Erfolgsrezept von Eintracht Spandau. Das League-of-Legends-Team stammt aus der Feder des deutschlandweit bekannten Influencer HandOfBlood. Doch wirtschaftlich zahlt sich dieses System aktuell nicht aus. Das Management kündigt in einem YouTube-Video Veränderungen an.
Bisher stand der sportliche Erfolg immer an erster Stelle. Der Unterhaltungsaspekt rund um den Verein war eher eine schöne Nebensache. Anfang des Jahres 2024 schaffte die Mannschaft damit den Sieg in der deutschen sowie europäischen Meisterschaft. Doch das Konzept rentiert sich nicht. „Das aktuelle System belohnt sportlichen Erfolg einfach nicht“, erklärt Christian Baltes, Co-Geschäftsführer von Eintracht Spandau.
Eintracht Spandau 2025: Mehr Unterhaltung, weniger Sport
Die einzige Belohnung für den Sport sei mehr Reichweite, die man auch anders besser erreichen könne. Das mickrige Preisgeld von 8000 Euro für den Sieger der Prime League werde auf die fünf Spieler des Teams aufgeteilt. Die Organisation könne daran nicht mitverdienen.
Daher soll sich der Fokus ändern: „Wir werden jetzt von sportlicher Exzellenz, eher zu der unterhalterischen Exzellenz gehen“, erklärt Kevin Westphal, Leiter für den Bereich E-Sport bei Eintracht Spandau. Für Zuschauer und Fans soll sich dabei eigentlich wenig ändern, nur die Spieler-Typen werden jetzt andere sein.
„Wir werden nächstes Jahr ein Streamerteam sein“, so Westphal. Die ersten zwei Mitglieder des Kaders stehen schon fest: PowerOfEvil, bürgerlich Tristan Schrage, spielt schon seit 2023 in der Mannschaft und bleibt auch weiterhin dort. Broeki, bürgerlich Daniel Broekmann, ist der bisher einzige Neuzugang. Beide wohnen in Spandau.
Der Rest des Teams ist noch nicht bekannt. Die engere Auswahl lebe aber nicht in Spandau, berichtet Baltes. Daher soll ein großer Teil der Unterhaltung bei Eintracht Spandau auf digitaler Bühne stattfinden. Der Bezirk werde aber weiterhin eine zentrale Rolle spielen: „Wir sind natürlich weiterhin ein Spandauer Team.“

Maximilian Knabe aka HandOfBlood (links), der Gründer von Eintracht Spandau in seiner Rolle als Präsident Knabe. Daneben der neue Spieler von Eintracht Spandau, Daniel Broekmann.
Kai WielertUm darüber hinaus mehr Reichweite zu generieren, wolle man aber auch deutschlandweite Events mitnehmen, wie die jährliche Spielemesse Gamescom in Köln. Dort habe man in der Vergangenheit nicht mit den Spielern planen können, da der sportliche Erfolg im Mittelpunkt stand.
Fans der Mannschaft können den Schritt zwar verstehen, sind aber trotzdem enttäuscht über die Neuausrichtung. „Es ist leider schon ziemlich enttäuschend, dass nicht mehr der Fokus auf das Sportliche gelegt wird“, schreibt etwa ein User unter dem Ankündigungsvideo auf YouTube. „Aber wenn das monetär nicht anders möglich ist, dann muss das halt wohl so sein.“ Viele teilen dort seine Meinung.
Eintracht Spandau: Keine Alternative zur Neuausrichtung
Baltes Antwort auf die Kritik: Die Eintracht hat sich nicht freiwillig für den Wandel entschieden. Sie hätten gar keine Wahl gehabt. Die einzige Alternative wäre, das Projekt Eintracht Spandau komplett zu beenden. „Wir können nicht den Sport fokussieren und dann nicht refinanzieren, das System gibt es gerade einfach nicht her.“
Um im E-Sport voll und ganz auf sportlichen Erfolg zu setzen, müsse sich am System einiges ändern. „Was man eigentlich bräuchte, wäre ein System wie im klassischen Sport“, erklärt der Co-Geschäftsführer. Er wünsche sich eine Struktur, in der die Prämien an die Reichweite oder den Erfolg gekoppelt sind. Je mehr ein Team zum Ökosystem beisteuert, desto mehr Geld sollte es bekommen.
Eintracht Spandau E-Sport: Was wird gespielt?
Das Team von Eintracht spielt ein Videospiel mit dem Namen „League of Legends“, auch kurz „LoL“ oder „League“ genannt. In dem Spiel treten zwei Mannschaften mit je fünf Spielern gegeneinander an, um das gegnerische Hauptgebäude zu zerstören.
Die Spieler können dabei aus über 140 spielbaren Charakteren auswählen, die alle unterschiedliche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen haben. Wie das Team zusammengestellt wird, hat einen großen Einfluss auf die Siegchancen.
League of Legends wird von dem schwedischen Studio Riot Games entwickelt und ist kostenlos erhältlich. Das Unternehmen verdient Geld, in dem es unter anderem kosmetische Inhalte für die Charaktere im Spiel vertreibt. League of Legends gilt als eines der größten Spiele im E-Sport-Bereich.

