Eichenprozessionsspinner in Brandenburg
: Warum die Giftraupen für den Hund so gefährlich sind

Es sind nicht nur Eichen und Menschen, die unter den Eichenprozessionsspinner-Raupen in Brandenburg leiden. Vor allem Hunde schweben in Gefahr, wenn sie in Kontakt mit dem Schädling geraten.
Von
Sabine Rakitin
Frankfurt (Oder)
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An der Leine unterwegs: In Panketal wird über die Ausweisung von Hundeauslaufflächen diskutiert. (Symbolbild)

ILLUSTRATION - Nicht von der Leine lassen: Wer mit dem Hund im Wald spazieren gehen will, sollte auf Wildschweine und Rehe Rücksicht nehmen. Foto: Christin Klose/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Nicht von der Leine lassen: Wer jetzt mit dem Hund im Wald spazieren geht, sollte vorsichtig sein, wenn es dort Eichen gibt. Gerade im Frühjahr ist der Eichenprozessionsspinner unterwegs und der ist nicht nur gefährlich für den Menschen, sondern auch für dessen besten Freund.

Christin Klose/dpa
  • Eichenprozessionsspinner-Raupen sind in Brandenburg gefährlich für Hunde.
  • Die Raupen haben giftige Brennhaare, die starke Schwellungen und Verätzungen verursachen.
  • Hunde sind besonders gefährdet beim Schnüffeln oder Kauen auf Raupen.
  • Symptome umfassen Ausschlag, Atemnot und Fieber.
  • Bei Kontakt sofort spülen und zum Tierarzt gehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Spaziergang für Mensch und Hund unter stattlichen Eichen verheißt Freude und Entspannung – kann aber auch Gefahren bergen. Vor allem jetzt, im Frühling. Daran sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners schuld.

Das größte Risiko besteht von Mai bis Juli, wenn die Tiere von den Bäumen herunterkommen und zu Nachtfaltern werden. Die Raupen leben in dichten Gruppen und bewegen sich in einer Reihe um die Bäume herum, wobei eine Raupe der anderen folgt – ähnlich wie bei einer Prozession, daher der Name des Schädlings.

Die feinen Brennhaare der Raupe sind für Mensch und Tier extrem giftig. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Kontakt abgesondert wird. Man findet die etwa zwei Zentimeter langen Eichenprozessionsspinner an den Ästen von Eichen, wo die Nester aussehen wie Zuckerwatte und die Raupen einen samtig behaarten Rücken mit roten Warzen haben. Wenn sie die Haare abwerfen, um sich zu verpuppen, bleiben sie noch immer mehrere Jahre giftig.

Eichenprozessionsspinner: Warum Hunde besonders gefährdet sind

„Hunde sind besonders gefährdet, da sie beim Schnüffeln oder Kauen auf den Raupen mit den Haaren in Kontakt kommen können“, warnt beispielsweise Martin Rütter, einer der bekanntesten Hundetrainer Deutschlands, TV-Moderator und Buchautor.

Da Hunde beim Gassigehen viel herumschnüffeln und neugierig sind, können die Raupen für die Vierbeiner zu einem Problem werden. Durch das Abschlecken des Fells, aber auch durch den direkten Kontakt mit der Nase oder der Zunge mit der Raupe kann es zu starken Schwellungen im Kopfbereich und zu schweren Verätzungen der Hundezunge kommen.

Symptome nach dem Kontakt zwischen Hund und Eichenprozessionsspinner

  • Ausschlag, meist an Nase, Schleimhäuten oder zwischen den Zehen
  • Schwellung der Schnauze, des Nasenrückens und des Augenbereichs
  • Quaddeln
  • Hautknötchen
  • Bindehautentzündung
  • Nasenschleimhautentzündung
  • Schwellung der Atemwege
  • Schluckbeschwerden
  • häufiges Niesen
  • Atemnot
  • Rötungen und Wunden im Bereich der Zunge und des Rachens
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • starkes Hecheln
  • allergischer Schock

Wer sich und seinen Hund vor diesen Gefahren schützen will, sollte grundsätzlich Gebiete, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, meiden und sich auch nicht in der Nähe von einzelnen, befallenen Bäumen aufhalten. Bei Spaziergängen im Park oder im Wald wird empfohlen, den Hund unbedingt an der kurzen Leine zu halten, und – wenn man ganz sicher gehen will – ihn einen Maulkorb tragen zu lassen.

Hund in Gefahr – bei Komplikationen unbedingt zum Tierarzt

Ist es entgegen aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einem Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen gekommen, sollte man sich sofort von der Stelle wegbewegen. Falls die Haare in die Augen oder das Maul des Tieres gelangt sind, ist es wichtig, diese so schnell wie möglich mit reichlich Wasser zu spülen, um die Haare zu entfernen. Betroffene Haut sollte mit Wasser und milder Seife vorsichtig abgewaschen werden.

Nicht zuletzt sollte der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden, um eventuell auftretende allergische Reaktionen zu mildern oder weitere Komplikationen zu verhindern.