Mit Spezialwerkzeugen haben die Mitglieder einer Bande Geldautomaten an Tankstellen aus der Verankerung gerissen, sie abtransportiert und anschließend geplündert. Hoher Schaden entstand an vielen Orten, darunter 13 Tatorte in Brandenburg. Nicht immer waren die Bandenmitglieder erfolgreich, doch dennoch haben sie großen Schaden angerichtet. Nun ist es der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG) und der Polizei Nordrhein-Westfalen gelungen, mehrere Mitglieder zu verhaften.

Durchsuchungen in Berlin

Mitglieder der GEG haben am 16. Februar zahlreiche Objekte in Berlin durchsucht. An insgesamt 12 Adressen konnten die Ermittler Beweismaterial sicherstellen. Im Auftrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wurden Wohn- und Geschäftsräume der Verdächtigen durchsucht. Gleichzeitig wurden vier mutmaßliche Mitglieder zwischen 26 und 37 Jahren per Haftbefehl gesucht, wovon ein Mann in Untersuchungshaft genommen wurde. Die anderen drei Männer sind derzeit zur Fahndung ausgeschrieben.
Im Rahmen der Durchsuchungen konnten Datenträger, Handys, Betäubungsmittel und Bargeld sichergestellt werden. Außerdem fanden die Beamten Täterbekleidung und bei den Taten benutzte Werkzeuge und Fahrzeuge. Hierzu zählt auch ein hochmotorisiertes Fahrzeug, welches vermutlich für Taten in drei Bundesländern genutzt wurde.

Mutmaßliche Tätergruppe aus dem Kosovo

Hintergrund der Polizeiaktionen sind die Ermittlungen gegen eine größere kosovarische Tätergruppe, die mit zahlreichen Einbrüchen in Tankstellen in Verbindung stehen soll. Ein Großteil der Verbrechen wurden demnach in Berlin und Brandenburg verübt worden sein. Zusätzlich kam es in Hessen und Nordrhein-Westfalen zu neun vergleichbaren Einbrüchen.

Vorgehen der Geldautomatenknacker

Die mutmaßlichen Täter drangen bei ihren Straftaten gewaltsam in Tankstellen ein und rissen Geldautomaten mit Spezialwerkzeugen aus deren Verankerungen. Anschließend transportieren die Mitglieder die Automaten ab, um sie zu plündern.
Bei einer weiteren Durchsuchung in Essen konnte die Polizei Tatbeute im hohen fünfstelligen Bereich sowie Tatwerkzeug sichern.

Tatorte in Brandenburg

Mit insgesamt 13 Einbrüchen, war Brandenburg besonders im Fokus der Bande. Über mehrere Monate schlugen die Mitglieder an verschiedenen Orten zu. Hier eine Übersicht über die betroffenen Städte:
28.02.2020 Erkner
13.03.2020 Fürstenwalde
18.04.2020 Schönefeld
22.05.2020 Beeskow (Versuch)
17.06.2020 Elsterwerda
21.06.2020 Angermünde
27.06.2020 Potsdam
04.09.2020 Jüterbog
05.09.2020 Rüdersdorf (Versuch)
07.09.2020 Fürstenwalde
06.11.2020 Templin (Versuch)
08.11.2020 Beeskow (Versuch)
15.11.2020 Potsdam (Versuch)