Einkaufen in Polen
: Höhere Inflation – was nun teurer ist und wo man noch sparen kann

In Polen steigen die Preise aktuell stärker als in Deutschland. Doch nicht in allen Bereichen schlagen die Teuerung deutlich zu Buche.
Von
Nancy Waldmann
Frankfurt (Oder) / Słubice
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Das Zentrum in Słubice bei Frankfurt (Oder): Händler und Passanten äußern sich zur Inflation.

Herzlich Willkommen in Polen - die andere Seite der Statdbrücke

Ortseingang im polnischen Słubice, der Nachbarstadt von Frankfurt (Oder), beliebtes Ziel für Einkaufstouristen aus Berlin-Brandenburg.

Janine Reinschmidt

In Deutschland ist die Inflation auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021 gefallen, in Polen hingegen werden viele Dinge teurer. Um 4,9 Prozent kletterten die Verbraucherpreise im Nachbarland im September im Vergleich zum Vorjahresmonat 2023 – der höchste Wert seit Dezember 2023. Das teilte das polnische Statistikamt (GUS) mit. In Deutschland stiegen die Preise laut Statistischem Bundesamt im Schnitt nur um 1,6 Prozent.

In Polen setzt sich damit der Trend des Sommers fort: im August lag die Inflationsrate bei 4,3 Prozent, im Juli bei 4,2 Prozent. In den Monaten davor waren es 2 bis 2,6 Prozent.

Energiepreise in Polen steigen – höhere Preisbremse

Teurer geworden ist in Polen insbesondere die Energie, die Preise stiegen um 11,4 Prozent im Zwölf-Monatsvergleich. Laut Analysten ist dies eine Folge der Aufhebung von Inflationsbekämpfungsmaßnahmen, zum Beispiel gelockerter Energiepreisbremsen durch die polnische Regierung seit Juli. Seither sind die Preise immer noch gedeckelt, aber auf höherem Niveau. In Deutschland wurde die Energie im September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum günstiger – um 7,6 Prozent fielen die Preise.

Mehr zahlen muss man in Polen auch für Lebensmittel und (nicht-alkoholische) Getränke. Die Preise verteuerten sich im Durchschnitt um 4,7 Prozent.

Bis Ende März galt auf Grundnahrungsmittel in Polen die 0-Prozent-Mehrwertsteuer, seitdem muss wieder der 5-Prozent-Steuersatz abgeführt werden. Viele Supermarktketten hatten die Preise für die Endverbraucher erst mit Verzögerung erhöht.

In Deutschland kosteten Nahrungsmittel zuletzt nur 1,6 Prozent mehr als im September 2023.

Benzinpreise gesunken

Leicht gefallen sind hingegen die Benzinpreise, um etwa zwei Prozent zum Vorjahresmonat und um 3,4 Prozent zum Vormonat August. Mancherorts in Polen fiel der Literpreis laut Medienberichten auf unter 6 Złoty (rund 1,40 Euro). In Grenznähe, etwa in Słubice, liegen die Spritpreise derzeit im Schnitt knapp darüber.