Im November hat sich die Teuerung zwar etwas abgeschwächt, verharrt aber weiterhin auf hohem Niveau. Gegenüber Oktober 2022 gingen die Verbraucherpreise leicht zurück; in Berlin um 0,9 Prozent und in Brandenburg um 0,5 Prozent.
Im Vergleich zum November 2021 stiegen sie jedoch – in Berlin um 9,1 Prozent und in Brandenburg um 10,5 Prozent.

Lebensmittelpreise steigen und steigen

Wie das Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg einschätzt, sind die Energie- und Nahrungsmittelpreise weiterhin die Preistreiber – obwohl es bei den Energiepreisen (an den Tankstellen) eine leichte Entspannung gegeben hat. So sind die Nahrungsmittelpreise seit Jahresbeginn kontinuierlich angestiegen. Im Vergleich zum Oktober betrug die Teuerungsrate im November 22,2 Prozent in Brandenburg und 21,3 Prozent in Berlin.
Preissteigerungen waren in allen Lebensmittelgruppen zu verzeichnen. Überdurchschnittlich hoch fielen sie erneut bei Mehl und anderen Getreideerzeugnissen aus (in Berlin +52,8 Prozent, in Brandenburg +50,7 Prozent). Weizenmehl war besonders teuer. In Berlin stieg dessen Preis um 75,6 Prozent, in Brandenburg um 71,1 Prozent.

Was besonders teuer geworden ist

● Butter (in Berlin +41,2 Prozent, in Brandenburg +40,2 Prozent)
● Margarine oder Pflanzenfett (in Berlin +35,0 Prozent, in Brandenburg +43,1 Prozent)
● Rind- und Kalbfleisch sowie Geflügelfleisch (in Berlin +20,4 Prozent bzw. +26,3 Prozent, in Brandenburg +31,1 Prozent bzw. 33,1 Prozent)
● Sonnenblumen-, Rapsöl oder Ähnliches (in Berlin +81,9 Prozent, in Brandenburg +78,0 Prozent)
● Gemüse (in Berlin +18,0 Prozent, in Brandenburg +22,3 Prozent)
Vor allem einheimisches Gemüse wie Zwiebeln, Weißkohl, Lauch oder Sellerie, Möhren, Kartoffeln verteuerte sich in Berlin und Brandenburg weit über dem Durchschnitt der Nahrungsmittelpreise. Preiswerter als ein Jahr zuvor waren lediglich Tomaten in Berlin und Brandenburg sowie Blumenkohl in Brandenburg.
Für den laufenden Dezember können sich die Verbraucher auf weitere Preissteigerungen einstellen. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft wollen einer Umfrage zufolge viele Firmen ihre Preise erhöhen. Besonders häufig würden Spielwaren- und Schreibwarenhändler, Bekleidungshersteller, Lebensmitteleinzelhändler und Drogerien Preisanhebungen planen, teilte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag (29.11.) mit.
Das Ifo ermittelt monatlich die Preiserwartungen der Unternehmen, das Ergebnis wird in Punkten angegeben. Sie zeigen, wie viel Prozent der Unternehmen per Saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, der prozentuale Anteil derer abgezogen wird, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten.

Die Preiserwartungen der Hersteller sind hoch

Die Preiserwartungen im Spielwarenhandel stiegen im November auf 94,4 Punkte, im Lebensmitteleinzelhandel auf 95,1 Punkte und bei Herstellern von Bekleidung auf 91,9 Punkte.
Shoppen gehen in der Innenstadt: Der Einzelhandel hofft auf ein stabiles Geschäft zu Weihnachten.
Shoppen gehen in der Innenstadt: Der Einzelhandel hofft auf ein stabiles Geschäft zu Weihnachten.
© Foto: Markus Scholz/dpa
Der Handel wiederum erwartet trotz der Preiserhöhungen ein stabiles Weihnachtsgeschäft. Befragungen würden zeigen, dass sich die Menschen auch in der Region trotz der hohen Inflationsrate Weihnachten nicht ganz verderben lassen wollten, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB), in einem Interview mit dem rbb. Nach den Corona-Beschränkungen der vergangenen Jahre gebe es vielleicht auch ein bisschen Nachholbedarf, hofft er. Und obwohl das Konsumklima durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dem damit verbundenen Anstieg der Verbraucherpreise stark gelitten habe, spielten für viele Menschen Weihnachtsgeschenke dennoch eine wichtige Rolle, so Nils Busch-Petersen.

Hoffnung durch zwei verkaufsoffene Sonntage

Nicht zuletzt sei die Festsetzung der verkaufsoffenen Sonntage an zwei Adventssonntagen in Berlin ein wichtiges Signal an den Einzelhandel gewesen, betonte der Hauptgeschäftsführer des HBB. In den letzten Jahren hätten sich diese Sonntage zu den stärksten Tagen des Jahres entwickelt, sodass es eine enorm wichtige Möglichkeit für den stationären Handel sei, die derzeit extrem angespannte Lage zu stabilisieren.
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