Ermittlungen: Polizisten machen sich per Video über Betrunkenen lustig

Zwei Polizeibeamte sollen sich in Bad Belzig über einen Betrunkenen lustig gemacht, ihn bedrängt und dabei auch noch gefilmt haben. (Symbolfoto)
Christoph Soeder/dpaEiner der beiden Streifenbeamten hatte bei einem nächtlichen Polizeieinsatz in der Nacht zum Sonntag, 7. Juni 2020 einen alkoholisierten Mann zu Fuß begleitet und diesen augenscheinlich unangemessen bedrängt, heißt es in der Mitteilung. Der andere Beamte filmte offenbar aus dem mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden Funkstreifenwagen heraus mit einem Handy die Situation. Beide Beamte waren offenbar amüsiert und lachten ob der Szenerie, so die Darstellung der Polizei. Das etwa 1:30 Minuten lange Video wurde demnach anschließend in eine Whats–App–Gruppe hochgeladen.
Polizei wurde nach Flaschenwurf gerufen
Zuvor war die Streifenbesatzung in die Niemegker Straße in Bad Belzig gerufen worden. Dort soll der offenbar alkoholisierte 70–jährige Mann Passanten belästigt und eine Flasche in Richtung des Anrufers, der dann die Polizei verständigte, geworfen haben. Die Flasche verfehlte den Anrufer weit, erläuterte der Sprecher weiter.
Das Video zeigt nach dessen Angaben, wie ein Polizist der eingesetzten Streifenwagenbesatzung gegen 2 Uhr nachts den Mann begleitet. Dabei drängt er ihn auf dem Gehweg verbal und durch mehrfaches Schieben, seinen Weg zügig und ohne anzuhalten fortzusetzen.
Einmal ist laut Mitteilung erkennbar, dass der Beamte einen Tritt in Richtung Gesäß des Geschädigten andeutet oder dem Mann einen Tritt versetzt. Dies sei aufgrund der Dunkelheit und der Videoqualität nicht zweifelsfrei erkennbar.
Disziplinarverfahren gegen die Beamten
„Sofort nach Bekanntwerden des Videos am Morgen des 7. Juni erfolgte von Amts wegen die Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Beleidigung durch herabwürdigendes und ehrverletzendes Einwirken auf den Geschädigten“, erklärte Polizei–Pressesprecher Torsten Herbst in der Mitteilung. Die Ermittlungen hat das Fachkommissariat Amtsdelikte am Landeskriminalamt Brandenburg übernommen.
Zudem ist laut Herbst gegen beide Beamte ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.
„Noch am heutigen Tage wird beiden Beamten ein vorläufiges Verbot des Führens der Dienstgeschäfte bis zur hinreichenden Aufklärung des Sachverhaltes ausgesprochen“, so Herbst am Donnerstagnachmittag. Sie wurden also vom Dienst suspendiert.