Essen in Spandau: Genuss mit Ausblick – das bietet die „Kleine Badewiese“ in Gatow

In der Gaststätte im Berliner Ortsteil Gatow gibt es unter anderem vegetarischen Flammkuchen – mit Blick auf die Badewiese und die Havel. Was hat das Lokal außerdem zu bieten?
Elisabeth VoigtDie ersten Badegäste räkeln sich auf der Wiese an der Havel in Gatow, einem ländlichen Ortsteil Berlins, der zu Spandau gehört. Sie haben Bälle mitgebracht, Luftmatratzen und Sonnenliegen. Wenn mittags der Hunger kommt, gibt es am Rand der Wiese eine kleine Gaststätte, von deren Tischen aus Besucher einen schönen Blick über die Havel haben. Lohnt es sich, dort einzukehren? Wie schmeckt das Essen und was kostet es?
Kleine Badewiese: Legendäre Bratkartoffeln der Wirtin
Hausgemachter Eintopf mit grünen Bohnen, Sülze mit Bratkartoffeln, Schweizer Wurstsalat oder Kuchen vom Blech – die handgeschriebene Tafel an der rustikalen Holzhütte preist einfache Gerichte an. Wer sie bestellt, wird positiv überrascht. Nicht nur die Bratkartoffeln der Wirtin Sabine Becker, die das Restaurant „Kleine Badewiese“ seit drei Jahrzehnten betreibt, sind legendär.

Das wechselnde Angebot des kleinen Restaurants in Berlin steht auf einer Holztafel, die ein bisschen Understatement ist. Was nach der Bestellung auf die Teller kommt, kann sich sehen lassen.
Elisabeth VoigtZwei ältere Damen am Nebentisch ordern Pellkartoffeln mit Quark, die in kunstvoll gezwirbelter Alufolie gebracht und warm aus dem Ofen serviert werden. Die Biergläser dazu sind so gut gekühlt, dass sie beschlagen.
Kleine Badewiese in Berlin-Gatow bietet leckeren Flammkuchen
Die Testerin bestellt den vegetarischen Flammkuchen für 11,50 Euro, der auf dem Holzbrett kommt. Der Teig ist knusprig-dünn, wie er sein soll. Cremiger Schmand, leicht salziger Schafskäse, hauchdünn geschnittene grüne Peperoni, frisch gemahlener, würziger Pfeffer, kleine süßliche Cocktailtomaten und Feldsalat, sorgen für ein Spiel der Aromen und Konsistenzen, das man einem einfachen Flammkuchen gar nicht zugetraut hätte.

Sabine Becker betreibt das rustikale Restaurant „Kleine Badewiese“ an der Havel in Berlin-Gatow, einem Ortsteil von Spandau, in dem die Gäste beim Essen aufs Wasser schauen.
Elisabeth VoigtObwohl ein Google-Tester schreibt, dass man hier keine Sterneküche erwarten darf, findet sich an der Badewiese vielleicht sogar etwas Besseres: Eine Wirtin, die jedem Gericht ein Quäntchen Liebe zu dem, was sie offenbar gern tut, hinzufügt – ein Rezept, das so einfach wie überraschend ist, weil es selten geworden ist.
Alt-Berlinerisch essen mit Ausblick in Berlin-Gatow
Die Gaststätte ist Alt-Berlinerisch, ohne dabei verstaubt zu wirken. Hier sitzen Radfahrer, die den Weg entlang der Scharfen Lanke genommen haben, neben Senioren und Eltern mit Kleinkindern. Manche mit Spazierstock und hellem Sonnenhut, manche in Radlerhosen.

Vom Restaurant „Kleine Badewiese“ in Berlin-Gartow blicken die Gäste direkt auf die Wiese und Badestelle an der Havel.
Elisabeth VoigtEine Travestie-Show, zu der noch die Plakate aushängen, hat vor wenigen Tagen im Restaurant stattgefunden. Berlinerischer geht es nicht. „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“, hat Friedrich II. dieses tolerante Alt-Berlin beschrieben.
Wer sich die Visitenkarte der Gaststätte einsteckt und sie umdreht, findet einen gezeichneten Lageplan aus der analogen Welt. Der Testerin geht dabei als Berlinerin endgültig das Herz auf. Da gibt es nur ein Fazit: „Bis neulich – war schön gewesen!“

Den Weg zum Restaurant an der Havel in Berlin finden Gäste leicht wieder. Die gezeichnete Visitenkarte beschreibt den Stil der Gaststätte gut – hier ist alles einfach, authentisch und ein bisschen wie früher, ohne von gestern zu sein.
Elisabeth VoigtRestraurant „Kleine Badewiese“, Am Wiesenhaus 8, 14089 Berlin
