In Deutschland treten ab dem 3. Juli zwei neue Gesetze in Kraft, die das Nutzen von Einweg-Plastik einschränken soll. Insbesondere geht es hier um Einwegprodukte aus Plastik, für die es nachhaltigere Alternativen gibt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg informiert darüber, welche Alternativen denkbar sind und was genau verboten wird.

Auch Einwegboxen verboten

Folgende Produkte dürfen aus Plastik nicht mehr hergestellt werden:
● Besteck, Teller, Schalen
● Einwegboxen und Becher aus Styropor
● kosmetische Wattestäbchen
● Rührstäbchen und Trinkhalme
● Luftballonstäbe
„Händler (bzw. Geschäfte) und Gastronomiebetriebe dürfen ihre Restbestände aber für eine noch nicht festgelegte Übergangszeit vorerst weiter ausgeben“, so die Verbraucherzentrale weiter. Es ist also möglich, dass diese Produkte für absehbare Zeit noch ausgegeben werden.
Generell unterliegen Einwegprodukte ab jetzt einer Kennzeichnungspflicht. Auf der Verpackung muss darauf hingewiesen werden, dass die Produkte Kunststoffe enthalten. Kennzeichnungspflichtig sind:
● Einwegbecher aus Papier mit Kunststoffbeschichtung
● Hygieneartikel wie Binden, Slipeinlagen, Tampons und Feuchttücher
● Zigaretten und Tabakprodukte mit Filtern

Welche Alternativen können Verbraucher nutzen?

Die Verbraucherzentrale betont, dass es nicht für alle Produkte eine ökologische Alternative gibt. Zudem warnt sie davor, Plastikprodukte einfach mit Papier zu ersetzen: „Plastik einfach durch Papier zu ersetzen, erhöht wiederum den Druck auf unsere Wälder, sofern nicht Recyclingmaterial verwendet wird. Und wie eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands ergeben hat, enthält auch plastikfreies Einweggeschirr aus Pappe, Palmenblättern oder Zuckerrohr häufig gesundheitsgefährdende Stoffe.“
Dennoch gibt es auch ökologische Möglichkeiten für Verbraucher:
● Wattestäbchen: Waschlappen oder Handtücher verwenden. Außerdem gibt es Mehrweg-Silikonstäbchen, die Verbraucher nutzen können oder auch Stäbchen aus Papier und Bambus.
● Trinkhalme: Mehrweg-Halme aus Metall, Glas oder Silikon. Diese gibt es mittlerweile in den meisten Supermärkten zu kaufen.
● Tampons, Binden, Einlagen: Auch hier gibt es mehrere Mehrweg-Alternativen, wie die Menstruationstasse, waschbare Stoffbinden und Periodenunterwäsche. Zudem gibt es auch Bio-Tampons, die kompostierbar sind.

Kommen noch mehr Verbote?

Ja: Ab 2022 dürfen Händler keine „leichten Kunststofftragetaschen“ mehr ausgeben, so die Bundesregierung. Das betrifft jedoch nicht solche Täschchen für Obst und Gemüse – sie sollen vom Verbot ausgeklammert werden.
Ebenfalls ab 2022 soll es eine Pfandpflicht für alle Plastikflaschen bis zu drei Litern geben. Dies soll ab 2024 auch für Plastikflaschen mit Milchgetränken gelten. Generell müssen ab 2022 Einweg- und Mehrwegflaschen besser gekennzeichnet werden. Ab 2025 müssen Einwegflaschen dann mindestens 25 Prozent recyceltes Plastik enthalten.
Ab 2023 werden Gastronomen (Caterer, Lieferdienste und Restaurants) in die Pflicht genommen: Spätestens dann müssen sie ihrer Kundschaft eine Mehrwegalternative für das Mitnehmen von Speisen und Getränken anbieten. Kleinere Betriebe soll es erlaubt sein, Essen und Trinken in mitgebrachte Behälter zu füllen.