Eugal-Trasse: Pipeline-Bau mit Folgen
Keine eindeutige Klärung
Am Donnerstag gab es zu diesen Vorwürfen eine Krisensitzung von Landesbergamt, der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Elbe-Elster, des Landesamtes für Umwelt und Vertretern des Bauherren. Das ist die Gascade Gastransport GmbH, die die Trasse auch betreiben wird. Behörden und Bauherr seien sich einig, teilte das Umweltministerium mit, dass „die anhaltend angespannte Situation ein unverzügliches Handeln erfordert. Ab sofort wird kein gehobenes Grundwasser mit pH-Werten unter sechs direkt in Oberflächengewässer eingeleitet." Das solle nun auf abgeernteten Feldern und anderen Flächen versickern.
Nach Angaben des Ministeriums wurden durch Grundwasserabsenkungen im Bereich der Eugal-Baustellen zusätzlich drei Millionen Kubikmeter überwiegend saures Grundwasser in die Schwarze Elster eingeleitet. Welchen Anteil diese zusätzliche Wassermenge an dem Fischsterben habe, könne aber nicht eindeutig geklärt werden. Denn die Schwarze Elster ist weiteren Umweltbelastungen ausgesetzt. Durch den Kohlebergbau sind ihre Zuflüsse versauert. Hinzu kommen die hohen Wassertemperaturen der letzten Zeit und ein niedriger Wasserstand im Fluss.
Gascade reagierte auf die Vorwürfe. Das Unternehmen lasse seit dem 8. Juli das beim Bau anfallende Grundwasser fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen versickern. Es werde nur Wasser mit einem ph-Wert von mindestens 6 in Gräben eingeleitet, teilte das Unternehmen mit. Wie aus dem Umweltministerium verlautete, wolle das Unternehmen sich an Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers beteiligen.
Die Bauarbeiten an der Gaspipeline werden die Brandenburger noch über Monate begleiten. Eugal soll russisches Erdgas aus der Pipeline Nordstream 2 über 480 Kilometer von Lubmin in Vorpommern bis nach Tschechien transportieren. Dafür werden 18 Meter lange Stahlrohre mit einem Durchmesser von 1,40 Meter bis etwa drei Meter tiefen Gräben verlegt. Die Eugal-Leitung besteht aus zwei Strängen und führt auf deutschem Gebiet durch Mecklenburg-Vorpommern (102 Kilometer), Brandenburg (272 Kilometer) und Sachsen (106 Kilometer). Der erste Rohrstrang verläuft in Brandenburg bereits auf 231 Kilometern unter der Erde. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt George Wüstner, Sprecher der Gascade Gastransport GmbH. Das Unternehmen gehört dem russischen Konzern Gazprom und BASF. Durch den ersten Strang soll ab 2020 Gas strömen. Am zweiten parallelen Strang wird bereits gearbeitet. Er führt über 329 Kilometer bis Südbrandenburg und soll 2021 fertig sein.
Die Arbeiten im Brandenburgischen Teil des Einzugsgebietes der Schwarzen Elstern werden laut Umweltministerium in drei Wochen beendet sein. Der Kreis Elbe-Elster prüft jetzt, ob sich der Zustand des Flusses mit einer Neutralisationsanlage oder Kalk verbessern lässt und zu welchen Kosten. Außerdem forscht der Kreis nach: Wurden die Werte der Wasserqualität regelmäßig gemeldet und vor allem: Wer hat kontrolliert?

