Existenzgründer: Naturalia Biomarkt für Preis nominiert

Lebt für ihren Laden: Annette Springsguth betreibt ein Geschäft in der Frankfurter Innenstadt und berät die Kunden zu Nahrungsergänzungsmitteln und Allergenen.
Stefanie Ender„Ich freue mich darüber, dass ich ausgewählt wurde“, sagt Annette Springsguth, Inhaberin des Naturalia Biomarktes, den sie seit November 2015 in der Frankfurter Karl-Marx-Straße betreibt. Mit ihrem Geschäft hatte sie sich bereits 2016 um den begehrten Oderlandpreis für herausragende Start-ups beworben.
„Fast wäre alles schief gegangen“, sagt Springsguth über die Anfangszeit als selbstständige Unternehmerin. Damals war sie arbeitslos und suchte nach einer Beschäftigung. Schnell war klar, ein eigenes Geschäft wäre toll für sie. Annette Springsguth machte sich auf die Suche nach einer passenden Immobilie. „Ich wollte kein kleines Geschäft haben, sondern einen Raum, in dem sich meine Kunden frei bewegen können“, sagt die Inhaberin über ihren 150 Quadratmeter großen Laden.
Insgesamt 110 Quadratmeter der von ihr gemieteten Fläche sind reine Verkaufsfläche. Hier gibt es sogar eine Spielecke für Kinder, einen Tisch, an dem Kaffee oder Tee getrunken werden kann, und breite Gänge inklusive einer Kühlecke mit Gemüse und Obst, das sie von einem Berliner Großhandel bezieht, der regional einkaufe. Die Äpfel werden von einem Biohof in Markendorf geliefert.
Außerdem verkauft Annette Springsguth Gewürze, Säfte, Backzutaten und Porzellan aus polnischen Werkstätten. Alles privat finanziert. 30 000 Euro hat sie in den Start ihres Ladens investiert. Das habe nicht sehr lange gereicht. „Ich musste noch einmal nach Geld fragen“, sagt sie. Gelernt hat Annette Springsguth als medizinisch-technische Laborassistentin. Nach der Wende machte sie sich selbstständig und eröffnete ihr erstes Geschäft, einen Westernladen.
„Ich wusste aus dieser damaligen Erfahrung, dass vor der Öffnung meines Bioladens viel Arbeit auf mich zukommt und gerade die Anfangszeit beschwerlich ist“, sagt sie. Als nach einigen Jahren Westernzubehör nicht mehr gefragt war, schloss sie ihr Geschäft und arbeitete im Bioladen der Gronenfelder Werkstätten in Frankfurt (Oder). „In Gronenfelde habe ich begonnen, bio zu essen. Es gab ja immer Nahrungsmittel, die übrig blieben. Die habe ich gekauft“, erzählt Springsguth.
Noch heute wirft sie Gemüse nicht gern weg und nimmt Essenreste aus ihrem Bioladen mit nach Hause: „Wenn meine Kunden etwas nicht wollen, dann verbrauche ich es. Vor allem die Nahrung, die irgendwann nicht mehr schön aussieht“, sagt sie und erzählt, dass eben dieses Gemüse und Obst noch genauso gut schmecke, auch wenn es Dellen habe.
Annette Springsguth, hat vor der Eröffnung eigens ein Fernstudium als Naturkostfachberater absolviert. Aktuell sind es Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln und Allergenen, die die Kunden interessieren. „Ich sehe einen großen Beratungsbedarf. Viele Menschen, die hier her kommen sind an Themen rund um Gesundheit interessiert.“
Das Glöckchen an der Tür klingelt. Mehrere Frauen betreten den Laden. Zwei der Kundinnen wollen Pakete abholen. Denn Springsguth hat ihr Geschäft auch als Paketabholstation angemeldet. Außerdem werden die Biokisten der Solidarischen Landwirtschaft „Ackerbande“ hier her geliefert.
Für einen kurzen Plausch nimmt sich die Unternehmerin Zeit. „Ich versuche jede Frage zu beantworten. Auch wenn meine Ladenbesucher nichts kaufen. Viele kommen eben zum Schwatzen her.“ Das sei ihr Geheimrezept, um ausreichend Menschen auf ihr Geschäft aufmerksam zu machen. Auch wenn sich die Rechnungen in ihrem Büro stapeln und sie deshalb teilweise zwölf Stunden am Tag für ihr Geschäft arbeitet.
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