Eine defekte S-Bahn hat am Montag im Zentrum Berlins einen größeren Einsatz von Polizei, Feuerwehr und anderen Helfern ausgelöst. Nach Angaben der Bundespolizei mussten nahe dem Bahnhof Friedrichstraße 350 Fahrgäste aus drei S-Bahn-Zügen evakuiert werden. Einer der Züge war laut einer Bahnsprecherin wegen einer technischen Störung vom Hauptbahnhof kommend kurz vor dem Bahnhof liegen geblieben. Die anderen beiden mussten daraufhin auch halten.
Wegen des Problems wurde der Zugverkehr auf der Strecke im Berliner Zentrum zunächst für mehr als eine Stunde komplett gestoppt, aus Sicherheitsgründen wurde der Strom abgeschaltet. Betroffen waren S-Bahn, Regionalzüge und der Fernverkehr.

Ein Gleis noch blockiert

Nach Abschluss der Evakuierung, an der unter anderem 50 Feuerwehrleute und etwa 20 Bundespolizisten beteiligt waren, rollten die Züge laut Deutscher Bahn auf der mehrgleisigen Strecke wieder langsam an. Der defekte S-Bahn-Zug blockierte am frühen Abend aber noch ein Gleis, so die Bundespolizei.
Die Feuerwehr hatte zu Beginn des Einsatzes zunächst von einem „Massenanfall von Verletzten“ gesprochen - angesichts sommerlicher Hitze in den Zügen und im Freien waren bei Fahrgästen vor allem Kreislaufprobleme befürchtet worden. Am Ende bilanzierten die Einsatzkräfte zwei Personen, die in einem Rettungswagen vor Ort behandelt wurden, dann aber ihren Weg fortsetzen konnten.
Nach Angaben von Bahn und Bundespolizei gelang es einigen Fahrgästen noch vor der Evakuierungsaktion, aus der defekten S-Bahn auf freier Strecke selbstständig auszusteigen und auf den Gleisen Richtung Bahnhof zu laufen. Das sei nicht erlaubt und gefährlich.

RE1 bei Erkner betroffen

Wie unser Blaulichtreporter berichtet, wirkt sich der Einsatz auch auf die Züge des RE1 aus. Auf dem Bahnhof in Erkner wartet eine Menschenmasse. Der Zug nach Frankfurt (Oder) verspätet sich.
Eine Masse an Menschen wartet in Erkner auf den nächsten Zug des RE1.
Eine Masse an Menschen wartet in Erkner auf den nächsten Zug des RE1.
© Foto: Sven Schuster