Die Eisenbahnbrücke im niederschlesischen Pilchowice wird seit 2016 nicht mehr befahren. Zuvor hat sie zwei Weltkriegen getrotzt, wurde von Kaiser Wilhelm II persönlich eingeweiht und war bereits Schauplatz für mehrere Filmdrehs. Für eine möglichst realistische Action-Szene im siebten Teil der "Mission Impossible"-Reihe um den Protagonisten Ethan Hawk (Tom Cruise) soll sie nun real gesprengt werden.

Brücke bei Pilchowice in schlechtem Zustand

Laut eines Berichtes der polinschen Zeitung Gazeta Wyborcza sei die Brücke in einem schlechten Zustand und könne nur schwer renoviert werden. Das Produktionsstudio Paramount Pictures bestätigte nun, dass die Brücke tatsächlich im April 2021 teilweise gesprengt werden soll. Die Filmemacher aus Amerika würden sogar den Neubau einer neuen Brücke an gleicher Stelle finanzieren und sprechen weiterhin von einer "Wohltat für die gesamte Region". Tom Cruise spielt im neuen Teil der Serie von "Mission Impossible" nicht nur die Hauptfigur, sondern fungiert ebenfalls als Produzent.

Widerstand in der Bevölkerung

Viele Anwohner in Pilchowice sind von den Plänen der Filmemacher nicht begeistert. Es formierte sich Widerstand in der Region und die Denkmalschutzbehörde wurde kontaktiert, damit die Brücke unter Denkmalschutz gestellt werde. Laut der obersten Denkmalschützerin Polens, Magdalena Gawin, darf die Brücke nicht gesprengt werden, bis nicht über den Antrag entschieden wurde. Dies teilte sie per Twitter mit. Die Gegner der Sprengung haben nun Zeit, 13.000 Stimmen in einer Online-Petition zu sammeln.
Eine andere Aussage stammt vom Direktor der Denkmalstiftung Maciej Madry, welcher mitteilte, dass er bereits eine Bestätigung zur Aufnahme der Brücke (seitens der staatlichen Denkmalschutzbehörden) auf die Liste der Denkmäler bekommen habe. Somit wäre die Sprengung bei Pilchowice illegal und die Filmcrew um Tom Cruise müsste sich doch mehr auf Spezialeffekte, als auf eine reale Explosion, konzentrieren.