Städte, Gemeinden und Landkreise sind in Brandenburg weniger verschuldet als in anderen Bundesländern. Je Einwohner standen sie 2020 mit 613 Euro in der Kreide, wie die KfW-Bank ermittelte. Das waren rund elf Prozent weniger als im Jahr zuvor und deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt. Dieser lag bei 1722 Euro je Einwohner. Im Vergleich der Flächenländer stehen nur Sachsens Kreise, Städte und Gemeinden mit 574 Euro Schulden pro Kopf besser da als Brandenburg.

Gut durch die Corona-Krise gekommen

Nach der Studie der staatlichen Förderbank sind die Kommunen bislang unerwartet glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Die Sorge vor den langfristigen Folgen ist allerdings groß, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Kommunalpanel der KfW hervorgeht.
Demnach erwarten bundesweit 85 Prozent der befragten Kommunen für 2021 und darüber hinaus krisenbedingt geringere Einnahmen, 52 Prozent rechnen zudem mit höheren Ausgaben. „Den Kommunalfinanzen droht Long-Covid“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Die Ökonomin befürchtet, dass Kommunen deswegen ihre Investitionen in Schulen, Straßen, Klimaschutz oder Digitalisierung herunterfahren müssen.
Im Krisen-Jahr 2020 verhinderte die Unterstützung von Bund und Ländern - insbesondere die Erstattung der Gewerbesteuerausfälle - den Angaben zufolge ein massives Haushaltsdefizit der Kommunen. Städte, Gemeinden und Kreise konnten das Jahr in der Summe mit einem kleinen Überschuss abschließen. Da einige Krisenfolgen jedoch erst mit Verzögerung zum Tragen kommen, besteht der Studie zufolge das Risiko steigender Haushaltsdefizite und wachsender Schulden der Kommunen.
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