Firmenporträt: Fensterwelten GmbH sorgt für Durchblick

Maßarbeit: Dennis Niemsch, Norman Koch, Marcel Niemsch (Geschäftsführer Administration/IT), Rainer Biermann, Adam Ziolkowski (leitender Geschäftsführer), Detlef Kronitz (technischer Geschäftsführer), Yvonne Niemsch und Jakub Horbatowski (v.l.n.r.) gehören zur Firma.
Katrin BuschAuch in Sachen Material ist das Unternehmen breit aufgestellt. Es vertreibt Fenster aus Holz, Aluminium und Kunststoff. Den Löwenanteil mit 70 Prozent bilden derzeit noch die Kunststofffenster. Technischer Geschäftsführer Detlef Kronitz sieht die Herstellung dieser Produkte jedoch als rückläufig an. Schließlich müssen die Fenster irgendwann auch mal entsorgt werden“, sorgt sich der 63-Jährige. „Im Zuge von nachhaltiger Herstellung werden sich die Unternehmen über kurz oder lang von der Kunststoffschiene verabschieden müssen“, sagt der Unternehmer.
Die Fenster, die die Fensterwelten GmbH verkauft, werden in Polen hergestellt. Mehr als zwölf Stunden sind die Spediteure nach Frankfurt unterwegs. Ausgeliefert wird jedoch in ganz Deutschland, immer direkt beim Kunden. Vertrieb und Verkauf sind an der Oder zu Hause. Aufträge kommen zu 90 Prozent über das Internet rein. „Über die Homepage oder über Ebay-Kleinanzeigen generieren wir unsere Aufträge“, erklärt Kronitz. „Aber auch der Frankfurter Kunde kann einfach vorbeikommen und sich ein Bild von der Produktpalette machen“, sagt er. In einer kleinen Ausstellung werden die verschiedenen Fabrikate gezeigt. Fenster und Türen zum Anfassen.
Das war nicht immer so. Erst im vergangenen Jahr vergrößerte sich das Unternehmen und bekam im Bürogebäude in der Ziegelstraße 38 Räume dazu. Die Modernisierung der Büros, Toiletten und der Gemeinschaftsküche folgten. Die Büros wurden in den Firmenfarben hergerichtet und ein Ausstellungsraum eröffnet. Die Außenwirkung ist den Firmeninhabern wichtig.
Das Unternehmen bietet seine Produkte ohne Zwischenhändler an und arbeitet mit zertifizierten Fensterherstellern, wie Gealan, Veka, Schüco und Aluplast zusammen. „Das sind Anbieter, denen der deutsche Kunde vertraut und die allesamt DIN-Norm-zertifiziert arbeiten“, berichtet Kronitz. Die Fensterwelten GmbH setzt auf die niedrigen Preise bei polnischen Fenstern, die aufgrund der geringeren Lohn-, Miet- Material- und Energiekosten in Polen entstehen. Zum anderen erhält die Firma aufgrund der großen Bestellmengen und der jahrelangen Zusammenarbeit Rabatte bei den polnischen Herstellern.
Dass der Markt heiß umkämpft sei und man sich immer weiterbilden müsse, sei allen 17 Mitarbeitern bewusst. Schulungen in den polnischen Werken gehören dazu. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung Polens halten alle drei Geschäftsführer für vorteilhaft. Drei der 17 Mitarbeiter sprechen polnisch. Wenngleich alle drei Geschäftsführer gleichberechtigt sind, obliegen die Verhandlungen mit den sieben polnischen Herstellern Adam Ziolkowski. Der Frankfurter beobachtet den Markt und weiß, wo er für seinen Kunden noch Vorteile erwirken kann. Zu seinen Auftraggebern gehören sowohl Architekten als auch Privatkunden.
Um den Einbau der Fenster müsse sich jeder Kunde selbst kümmern, erzählt Ziolkowski. Auch das Aufmaß ist Sache des Bestellers. Dafür übernimmt das Unternehmen keine Garantie. Die Verkäufer kümmern sich dennoch fallbezogen um kleinste Details. „Wir sind erst zufrieden, wenn es auch der Kunde ist“, berichtet Adam Ziolkowski.
Vier Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete das Unternehmen 2018. Man werde weiterhin in die Mitarbeiterentwicklung investieren und Weiterbildungen und Schulungen anbieten, sagt Adam Ziolkowski. Er und seine Mitstreiter setzen auf Europa und halten die Allianz für hilfreich. Nur die Datenschutzrichtlinie und die immer weiter ausufernde Bürokratie missfalle den Vertriebsexperten. Dabei schauen die Unternehmer nicht nur ins große Europa, auch der Blick über den Tellerrand ist ihnen nahe. Die Firma fungierte als Sponsor für den SV Union Booßen, jüngst mit einem neuen Trikot-Satz für die Fußballer.
Gründung fand in einer Wohnung statt
Seit 2014 gibt es die Fensterwelten GmbH im Norden Frankfurts. Adam Ziolkowski, leitender Geschäftsführer, gründete das Unternehmen 2011 in seiner Wohnung. Der gebürtige Pole kennt das Nachbarland wie kein zweiter im Unternehmen. Der 42-Jährige hat seit 2018 die deutsche Staatsbürgerschaft. Den Einbürgerungstest bestand er mit 32 von 33 Punkten mit Bravour. Das mache ihn stolz. Die Urkunde in seinem Büro zeugt davon. Mit seinen zwei Staatsbürgerschaften fühle sich Ziolkowski durch und durch als Europäer. Die Oder sei für ihn nur Fluss, nicht Grenze. Gemeinsam mit Deltef Kronitz und Marcel Niemsch leitet er das Unternehmen mit heute 17 Mitarbeitern.⇥kbu