Das Bundesverkehrsministerium will dem Ärger über Fluglärm am neuen Hauptstadtflughafen BER auf den Grund gehen. Für Anwohner einiger Gemeinden gibt es seit Wochen zusätzliche Überflüge. Hauptgrund ist, dass die Fluggesellschaft Easyjet aus technischen Gründen eine andere Flugroute wählt. „Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur klärt hierzu den Sachverhalt“, teilte Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) der Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner (Grüne) mit. Er erinnerte daran, dass die Alternativroute aus Lärmschutzgründen möglichst vermieden werden solle.
Wagner kritisierte, es gehe drunter und drüber. „Unter dem unnötigen Lärm leiden viele tausend Menschen. Es ist dringend notwendig, sofort für mehr Disziplin zu sorgen.“
Bei Starts Richtung Osten sollen Piloten eigentlich gleich nach dem Abheben von der Südbahn des Willy-Brandt-Flughafens im Steigflug eine Rechtskurve fliegen. Damit wird dicht besiedeltes Gebiet gemieden. Easyjet nutzt aber seit diesem Monat eine Alternative über Zeuthen, Schulzendorf und Eichwalde. Die Airline argumentiert, dass die scharfe Kurve wegen der hohen Beladung ihrer Maschinen nicht zu schaffen sei.
In den betroffenen Gemeinden wird immer mehr Kritik laut. Es ist der erste größere Konflikt um die Flugrouten seit der Eröffnung des Flughafens im Herbst 2020. Die Festlegung der Flugrouten 2012 hatte zu anhaltenden Protesten geführt.

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