Geschäftsführer Axel Heyse ist leidenschaftlicher Panzerfahrer und weiß, was Neulingen erwartet. "Ein Panzer fährt sich wie ein Schiff: Mit seinen Ketten kann er selbst über große Unebenheiten gleiten als wären es Wellen", erklärt er.  Ob das stimmt, können die Besucher gleich selbst herausfinden.

Blaue Flecke vorprogrammiert

Mitarbeiter Uwe Wernsdorf steht mit einem sowjetischen Schützenpanzer BMP schon auf Startposition. Er wird die Gäste gleich gute 30 Minuten lang mit dröhnendem Motor und dick-waberndem Dieselgeruch durch den Staub fahren  – und dabei keine einzige Vertiefung auslassen. Und tatsächlich hat der Panzer keinerlei Schwierigkeiten, über das Gelände hinwegzugleiten. Wer aber nach Axel Heyses Worten geglaubt hat, dass das 13 Tonnen schwere Ungestüm so geschmeidig fährt wie ein Luxusschiff auf hoher See, hat sich gewaltig geirrt: Bei jeder Beschleunigung und an jeder Kurve ist der Schub des 300 PS-starken Motors so groß, dass die Mitfahrer zwangsläufig nach vorn und nach hinten, nach links und nach rechts gegen die Wände des Stahlkäfigs gepresst werden. Blaue Flecke sind  also vorprogrammiert. Wahren Panzerenthusiasten schreckt das aber keineswegs ab: "Ein Panzer ist schließlich ein Panzer und kein Fahrzeug aus Schaumgummi", scherzt Axel Heyse.
So ist es vor allem die brachiale Erscheinung der Panzer, die Schaulustige immer wieder nach Steinhöfel lockt. Doch anders als erwartet, sind es nicht nur Männer mit militärischem Interesse, die bei Axel Heyse nach dem Kick suchen. "Gute 40 Prozent unserer Gäste sind Frauen. Auch Familien mit Kindern kommen hierher", sagt der Geschäftsführer. "Manche Leute erklären sogar vorher, dass sie Pazifisten sind. Wenn sie aber gefahren sind und aussteigen sind sie total begeistert."
Axel Heyse hat seine persönliche Leidenschaft für die Kampffahrzeuge bereits in jungen Jahren in der Armee entdeckt. Als gebürtiger Hallenser war er zehn Jahre lang in der Panzertruppe des DDR-Regimes tätig. Dann zog er für die Liebe nach Steinhöfel, wo er zunächst für die Kriminalpolizei Fürstenwalde-Erkner arbeitete. Die Panzeraffinität habe ihn aber nie verlassen. "Das ist wie ein Virus, das lässt einen nicht mehr los, wenn man es einmal gemacht hat."
Anfang der 2000-er Jahre habe er dann bei einem Urlaubstrip in Tschechin zufällig einen alten russischen T55 auf den Schrottplatz entdeckt. Zwei Jahre lang machten er und sein Bruder den Panzer wieder flott. In der Gemeinde sorgte das für große Neugierde, woauf Axel Heyse bald Wochenend-Rundfahrten für jedermann anbot. 2004 machte er sich schließlich selbstständig.

Gäste aus aller Welt

Mittlerweile kommen Urlauber aus der ganzen Welt zu Axel Heyse, um einmal Panzer zu fahren. Neben den klassischen Rundfahrten, bei denen auch Autowracks überrollt werden können, bietet die Panzer-Fun-Fahrschule Speedfahrten mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern an. In der dazugehörigen Werkstatt setzen die Mitarbeiter die Panzer wieder instand – bei Anfragen auch die von privaten Käufern.
Damit der Betrieb reibungslos läuft, arbeitet die Fahrschule mit 56 Unternehmen und Eventfirmen zusammen, alle aus der Region. "Wenn man hier schon arbeitet, soll man auch was für den Ort tun", ist Axel Heyse überzeugt. Mittlerweile könne er sich keinen besseren Job vorstellen. Nicht einmal habe er bisher bereut, seinen Beamtenjob für die Panzerfahrschule aufgegeben zu haben: "Im Gegenteil: Ich hätte die Entscheidung schon viel früher treffen sollen."
Panzer-Fun-Fahrschule Heyse: Montag, Freitag und Sonnabend geöffnet, Ausbau Schönfelder Weg in 15518 Beerfelde, Kosten: Mitfahren 25 Euro, Selbstfahren 160 Euro, Speedfahrt 60 Euro, mehr zum Angebot unter www.panzerkutscher.de