Gartenbau: Grüne wollen mehr Personal für Münchebergs Obststation fordern

Erklärungen: Hilmar Schwärzel beim Rundgang mit den Gästen Isabell Hiekel (r.) und Sahra Damus (l.)
Thomas BergerNeben Hilmar Schwärzel, als Leiter vor Ort Herz und Seele des Ganzen, waren deshalb auch Vertreter der Bürgerinitiative sowie Holger Schulz bei dem Rundgang zwischen Kirschen, Aprikosen und im Apfel–Landessortengarten dabei. Schulz ist geschäftsführender Leiter der Lehr– und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik (LVGA) mit Hauptsitz in Großbeeren.
Seit zehneinhalb Monaten gehört die Obstbauversuchsstation als zweiter Standort zur LVGA, was der zuvor temporär direkt beim Ministerium angedockten Müncheberger Einrichtung nach längerer Zitterpartie wieder eine Perspektive für die Zukunft sichert. Es gebe reichlich Potenzial, betonte Schulz, „und wir haben genügend Ehrgeiz, um hier noch einiges zu entwickeln“. Klar ist aber auch, dass es sowohl für eine reine Sicherung des Vorhandenen genauso wie für zusätzliche innovative Ansätze ausreichend Personal braucht. Das ist der Dreh– und Angelpunkt bei den Bedarfen, die das Duo Hiekel/Damus von der Visite auch als klaren Auftrag an die Landespolitik in die Ausschussarbeit und den Landtag mitnahm, um auf die Lenkung von Haushaltsmitteln Einfluss zu nehmen.
Mit formal drei Stellen, im Moment sechs Beschäftigten (darunter bis Monatsende ein noch von der Forst „ausgeliehener“ Kollege), fährt Müncheberg personell am untersten Limit, machte Schwärzel deutlich. Und versäumte es bei der Führung durchs Gelände nicht, den regelrechten Kahlschlag zu verdeutlichen, der im vergangenen Jahrzehnt in diesem Sektor betrieben wurde. „2013 wurden im Gartenbau 23 Personalstellen in der angewandten Forschung gestrichen“, die renommierte Obstbauversuchsstation war ganz besonders von den Kürzungen um 1,5 Millionen Euro betroffen, in den Folgejahren am Rande des Überlebens. Früher gab es neben dem Chef drei Arbeitsgruppen Steinobst, Kernobst und Beeren mit jeweils drei Mitgliedern, erinnerte er.
Schwärzel, das merkten auch die beiden Grünen–Vertreterinnen schnell, ist ein wandelndes Lexikon und exzellenter Erklärer mit 40 Jahren Erfahrung. Das Zeitfenster für den notwendigen Wissenstransfer an einen geeigneten Nachfolger sei nicht mehr groß, mahnte auch Tilo Schmidt von der Bürgerinitiative an.