Gerichtsreportage: Prozessbeginn im Fall des getöteten Berliner Geschäftsmanns

Die beiden Angeklagten Igors S. und Davit T. bedecken zum Prozessbeginn im Landgericht Berlin ihre Gesichter.
Michael Heider/MOZDen beiden Angeklagten Igor S. und Davit T. wird vorgeworfen, das Opfer aus Habgier getötet zu haben. Laut Anklageschrift haben sie sich in den frühen Morgenstunden des 12. Januar 2018 des Bauunternehmers in oder nahe dessen Wohnung bemächtigt und ihn durch Gewalteinwirkung gegen den Hals und breitflächiges Würgen getötet.
Beide bestreiten die Tat
Nachdem sie die Leiche über mehrere Stunden im Auto von Igor S. versteckt hielten, habe zumindest einer der beiden Angeklagten sie im Pkw von Davit T. zur Berliner Stadtgrenze gebracht und dort abgelegt. Entweder vor, während oder nach der Tötung sollen sie in der Marzahner Wohnung des Opfers verstecktes Bargeld in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro an sich genommen haben, um dieses für sich zu behalten.
Am Rande der Verhandlung hieß es, die beiden seien zunächst als Zeugen zu dem Fall vernommen worden. Erst als sie sich in Widersprüche verwickelten, seien sie in den Fokus der Ermittler gerückt. Vor den Festnahmen im Juni vergangenen Jahres sei zudem noch eine Handyauswertung durchgeführt worden, sagte ein Staatsanwalt. Seither befinden sich der 38–jährige Lette und der 40–jährige Georgier in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Moabit.
Dem ersten Verhandlungstag im Saal 504 des Berliner Landgerichts wohnen sie ruhig bei. Igors S. im blauen Sakko, Davit T. mit gefütterter Jacke über dem Hemd. Vor ihnen die vier Verteidiger. Ihr Blick richtet sich immer wieder auf den Dolmetscher, der gegenüber der Anklagebank sitzt und während der gesamten Verhandlung simultan übersetzt.
Nach dem Verlesen der Anklageschrift durch den Staatsanwalt geben die Verteidiger jeweils kurze Erklärungen im Namen ihrer Mandanten ab. Beide weisen die gegen sie gerichteten Vorwürfe zurück, heißt es darin. Ein Missverständnis bezüglich der Übersetzung veranlasst den aus Georgien stammenden Davit T. dazu, doch selbst zu sprechen. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Matthias Schertz, ob die Erklärung so zutreffe, betont er: „Ich habe nichts getan.“
Für den ersten Prozesstag bleibt es bei der Abgabe der Erklärungen durch die Verteidigung. Nach nicht einmal 15 Minuten unterbricht Richter Schertz die Hauptverhandlung. Fortgesetzt wird sie am 13. Februar. Angesetzt sind Termine bis in den April.
