Das Brandenburgische Landeshauptarchiv will 42.000 Akten der nationalsozialistischen Vermögensverwertungsstelle Berlin-Brandenburg für die Forschung und die Öffentlichkeit digital zugänglich machen. Damit solle auch der Entzug und Verbleib von Kulturgut, das im Zuge der NS-Verfolgung beschlagnahmt wurde, weiter aufgeklärt werden, teilte das Landeshauptarchiv am Dienstag mit.
Die Kosten des Pilotprojekts in Höhe von 3,6 Millionen Euro werden im Wesentlichen von der Bundesregierung sowie vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste sowie vom Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur getragen.
„Auch mehr als 75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur hat für mich die Erforschung der Provenienz geraubter Kulturgüter weiterhin höchste Priorität“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Landeskulturministerin Manja Schüle sprach von einem wichtigen Beitrag zur weiteren Aufarbeitung der NS-Diktatur.
Denn nach Angaben des Landeshauptarchivs enthalten die Akten auf rund 2,4 Millionen Seiten oft auch letzte Hinweise zum Schicksal der Deportierten und Ermordeten. „Mit diesem Projekt sichern wir nicht nur einen international bedeutenden Quellenbestand des Archivs. Wir bewahren die Erinnerung an Zehntausende Menschen“, erklärte der Direktor des Landeshauptarchivs, Professor Mario Glauert.
Das Landeshauptarchiv verwahrt mehr als 50 000 laufende Meter Archivgut von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis in die jüngste Vergangenheit.