Darum ging es am Donnerstag ausführlich auf einer Fachanhörung im Infrastrukturausschuss des Landes, die bei Redaktionsschluss noch andauerte. Der US-Autobauer wolle einen Beitrag leisten, um Energie- und Verkehrswende zu beschleunigen, sagte  Alexander Riederer von Paar als Vertreter von Tesla. Dabei solle der Personen- und Güterverkehr „so gut es geht“ auf der Schiene stattfinden. Tesla hält es für notwendig, den zwei Kilometer von der Fabrik entfernten Bahnhof Fangschleuse an das Werk heran zu verlegen. Damit würden Busverbindungen entfallen, die sonst von den Bahnhöfen Fangschleuse und Erkner zur Fabrik notwendig wären. Bereits jetzt ist Erkner mit Autoverkehr überlastet.
Tesla erwägt überdies eine zusätzliche Haltestelle im Süden des Fabrikgeländes für einen Zugshuttle von Berlin und Erkner zur Fabrik. Das Unternehmen hat dafür eine Studie bei der  Bahntochter DB Netz in Auftrag gegeben. Tesla hält diese Lösung für schneller realisierbar als eine Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse. Ob diese überhaupt sinnvoll ist, darüber waren die Experten im Ausschuss unterschiedlicher Meinung. Uwe Höft, Professor an der Technischen Hochschule Brandenburg, würde den Bahnhof Fangschleuse da lassen, wo er ist. Er regte innovative Shuttle-Lösungen zur Fabrik an, etwa über eine Seilbahn oder autonom fahrende Busse.
Aus Sicht der Deutschen Bahn ist die Frage einer Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse noch offen. Unklar ist derzeit auch, wie viel Lieferverkehr Tesla über die Schiene abwickeln will. Experten gingen von neun bis zwölf Zugpaaren am Tag für Materialanlieferungen und den Transport fertiger Autos aus. Genaue Zahlen von Tesla liegen aber nicht vor. Bei den anderen Fabriken des US-Unternehmens in Shanghai und Fremont würde der gesamte Lieferverkehr über Lkw abgewickelt, hieß es im Ausschuss.
In Grünheide bezieht Tesla derzeit einen großen Teil der Baumaterialien per Bahn über einen direkten Gleisanschluss. In der Diskussion ist, wie es mit diesem öffentlichen Gleis weitergeht, ob der Anschluss weiter ausgebaut wird oder ob Tesla ein eigenes neues Schienensystem auf seinem Gelände errichtet.

Nutzung des ÖPNV unklar

Zweifel gab es in der Debatte auch, ob die  Beschäftigten von Tesla in sehr großem Maße den ÖPNV nutzen. Angenommen wurde, dass Tesla, wie andere Autobauer auch, seinen Beschäftigten Jahreswagen anbieten wird, die als E-Autos steuerlich besonders günstig sind.
Wie die Bahnanbindungen künftig aussehen sollen,  das ist allerdings derzeit kein Bestandteil der veränderten Planungsunterlagen für die Gigafactory, die bis Anfang August öffentlich ausgelegen haben. Dort ist nur von Lkw-Transporten die Rede. Aufgrund der komplizierten Bahn-
Planungen soll dieses Thema aus dem Verfahren herausgelöst worden sein, hieß es von Brancheninsidern. Sie sollen getrennt betrachtet werden.
Tesla will zunächst möglichst rasch eine neue zeitweilige Autobahnabfahrt von der A10 im Norden seines Geländes bauen lassen. Sie soll bis spätestens Produktionsstart im Juli nächsten Jahres fertig sein, wie Riederer von Paar sagte. Außerdem will Tesla Fahrradwege ausbauen und möglichst viele Zulieferungen für die Produktion aus der Region erhalten.
Als weitere nachhaltige Verkehrsoption brachte der Autobauer auch  seinen Elektro-Lkw Semi ins Gespräch. Er soll Brancheninformationen zufolge noch 2020 in Kleinserie produziert werden.
Lesen Sie hier mehr zu den aktuellen Entwicklungen in Grünheide: Tesla rammt erste Pfähle in den Boden für die Fabrik in Grünheide bei Berlin