Nach einer Augendruckmessung mit sehr erhöhten Werten wurde bei mir ein Glaukom festgestellt. Ein entsprechender Scan des Auges zeigte dann auch, dass der Sehnerv schon geschädigt sein soll. Mit einem Medikament wurde der Druck wieder besser eingestellt. Was ist aber mit dem geschädigten Nerv? Kann man da etwas tun, um Besserung zu erreichen?
Bei Ihnen wurde durch die Druckmessung der Grüne Star festgestellt, der Schäden in den Nervenfasern verursacht. Der Grüne Star hat viele Erkrankungsfaktoren, aber nur auf den Druck kann man durch entsprechende Medikamente, in Ihrem Fall Augentropfen, Einfluss nehmen. Die Tropfen enthalten auch Heilstoffe. Allerdings kann man geschädigte Nerven nicht wieder regenerieren, nur den Prozess aufhalten. Deshalb rate ich Ihnen, dass Sie nach zehn bis zwölf Wochen wieder Augendruck und Sehnerv wieder beim Arzt kontrollieren lasse. Ratsam ist auch eine Gesichtsfeldmessung, um die Funktionsfähigkeit des Sehnervs zu erkennen. Dabei wird – vereinfacht gesagt – geprüft, wie der Sehnerv das aufgenommene Bild in welchem Umfang weiterleitet. Die Therapien kann man im Falle einer Verschlechterung noch erweitern, falls die Druckabsenkung nicht ausreichte.
Bereits 2010 habe ich im linken Auge wegen des Grauen Stars eine neue Linse bekommen. Dann tauchte vor einem Jahr ein Schleier auf in diesem Auge, verschlechterte das Sehen. Eine Laserbehandlung brachte keine Besserung. Könnte ich nochmals eine neue Linse erhalten?
Theoretisch ja, aber dazu muss man erst eine genaue Diagnose veranlassen, ob dies die Ursache für das schlechtere Sehen ist. Im Auge sorgen ja mehrere Schichten für das klare Sehen, beispielsweise die Netzhaut oder der Sehnerv. Da müsste man untersuchen, ob in diesen Bereichen die Ursachen für die auftretenden Probleme liegen – vielleicht durch Altersveränderungen. Eine genaue augenärztliche Untersuchung und Ursachenerforschung müssten eingeleitet werden, um das Sehen wieder verbessern zu können bzw. Schädigungen zu stoppen.
Ich habe immer mehr einen Schleier beim Sehen und das stört. Ehe ich Monate auf einen Termin beim Augenarzt warte, kann ich gleich ins örtliche Krankenhaus gehen zur Behandlung?
Ihre Schilderung klingt nach Grauem Star, aber es bedarf einer genauen Diagnose vom Augenarzt. Er muss die Ursache für die Sehstörung finden. Jede Augenarztpraxis bietet eine offene Sprechstunde an, wo man sich ohne Termin vorstellen kann.
Bei mir wurde eine epiretinale Gliose festgestellt und der Augenarzt riet zur Operation, also zum Entfernen der gebildeten Membran. Sollte ich dies wirklich gleich tun oder kann ich noch abwarten? Eine Operation gerade am Auge verunsichert mich sehr.
Solche Bedenken sind doch nur natürlich. Aber ich rate meinen Patienten auch selten zu oder ab in diesen Fällen, denn solch eine Operation ist individuell abhängig von der noch vorhandenen Sehschärfe, der Netzhautdicke und dem jeweiligen Leidensdruck des Patienten. Bei der epiretinalen Gliose handelt es sich ja um Veränderungen des hinteren Glaskörpers. Dort kommt es zur Bildung eines zusätzlichen Häutchens oder auch einer Membran. Diese ist an der Netzhaut (Makula) angeklebt und zieht diese dann förmlich in Falten. Damit sieht man verschwommener, undeutlicher oder eben verzogen. Das wird mit dem Blick auf ein Karopapier festgestellt, wenn der Patient dann keine geraden Linien mehr erkennt. Diese Membran kann mit einer Operation entfernt werden. Die Erfolgsquote dabei ist recht hoch, zumal noch während der Operation eine Kontrolle in den meisten Fällen erfolgen kann, ob wirklich das gesamte Häutchen entfernt werden konnte. Das ist manchmal im Falle von diabetischen Ursachen der Gliose schwieriger.

Prozentuales Sehvermögen ist entscheidend

Beruhigend kann ich Ihnen versichern, dass erfahrenen Operateure jeden Schritt genau kennen und es kein experimentelles Verfahren ist. Ihre Entscheidung, ob Sie die Operation noch verschieben können, machen Sie am besten auch vom noch vorhandenen prozentualen Sehvermögen abhängig. Nehmen Sie den aktuell gemessenen Wert und lassen die Sehschärfe dann zum Vergleich noch einmal in einem oder zwei Monaten bestimmen, dies sicher auch mit dem OCT-Verfahren, das eine genaue Netzhautuntersuchung ermöglicht. Achten Sie genau auf die dann feststellbare Verschlechterung und beobachten Sie dies selbst, indem Sie einmal wöchentlich, nicht häufiger, den Karotest machen. Ziel einer Operation ist auch nicht erstrangig eine Verbesserung, sondern das Stoppen der Schäden. Die Netzhaut ist ein Nervengewebe und Schäden sind oftmals irreparabel, nur aufhaltbar. Um Ihre Frage aber auch umfassend zu beantworten, kann ich auch aus meiner Praxis durchaus Beispiels anführen, wo der Zustand der Patienten sich nicht verschlechtert hat, sondern ohne Operation stabil geblieben ist. Das gibt es und lässt sich durch die geschilderten Kontrollen genau beurteilen.
Nach einer Augendruckmessung mit sehr erhöhten Werten wurde bei mir ein Glaukom festgestellt. Ein entsprechender Scan des Auges zeigte dann auch, dass der Sehnerv schon geschädigt sein soll. Mit einem Medikament wurde der Druck wieder besser eingestellt. Was ist aber mit dem geschädigten Nerv? Kann man da etwas tun, um Besserung zu erreichen?
Bei Ihnen wurde durch die Druckmessung der Grüne Star festgestellt, der Schäden in den Nervenfasern verursacht. Der Grüne Star hat viele Erkrankungsfaktoren, aber nur auf den Druck kann man durch entsprechende Medikamente, in Ihrem Fall mit Augentropfen, Einfluss nehmen. Die Tropfen enthalten auch Heilstoffe. Allerdings kann man geschädigte Nerven nicht wieder regenerieren, nur den Prozess aufhalten.

Gesíchtsfeldmessung ist ratsam

Deshalb rate ich Ihnen, dass Sie nach zehn bis zwölf Wochen wieder Augendruck und Sehnerv wieder beim Arzt kontrollieren lasse.Ratsam ist auch eine Gesichtsfeldmessung, um die Funktionsfähigkeit des Sehnervs zu erkennen. Dabei wird – vereinfacht gesagt – geprüft, wie der Sehnerv das aufgenommene Bild in welchem Umfang weiterleitet. Die Therapien kann man im Falle einer Verschlechterung noch erweitern, falls die Druckabsenkung nicht ausreichte.
Bereits 2010 habe ich im linken Auge eine neue Linse bekommen wegen des Grauen Stars. Dann tauchte vor einem Jahr ein Schleier auf in diesem Auge, verschlechterte das Sehen. Eine Laserbehandlung brachte keine Besserung. Könnte ich nochmals eine neue Linse erhalten?
Theoretisch ja, aber dazu muss man erst eine genaue Diagnose veranlassen, ob dies die Ursache für das schlechtere Sehen ist. Im Auge sorgen ja mehrere Schichten für das klare Sehen, beispielsweise die Netzhaut oder der Sehnerv. Da müsste man untersuchen, ob in diesen Bereichen die Ursachen für die auftretenden Probleme liegen - vielleicht durch Altersveränderungen. Eine genaue augenärztliche Untersuchung und Ursachenerforschung müssten eingeleitet werden, um das Sehen wieder verbessern zu können bzw. Schädigungen zu stoppen.
Ich leide unter Altersbedingter Makuladegeneration (AMD), an einem Auge ist es die trockene, am anderen die feuchte Variante. Operiert wurde ich bereits. Jetzt taucht an dem Auge mit der feuchten Form noch ein grauer Schleier auf, für den mein Augenarzt keine Erklärung oder Verbesserung findet. Es schränkt aber das Sehen weiter ein. Was könnte ich noch tun?
Die AMD gefährdet gerade in der feuchten Form das Sehen, lässt sich aber wirksamer behandeln als die trockene AMD. Ich vermute mal, dass durch die Erkrankung bei Ihnen Narben entstanden sind, die die aktuellen Probleme fördern. Wenn Ihr Augenarzt nach genauen Untersuchungen nichts gefunden hat und Sie regelmäßig Spritzen zur Behandlung der feuchten AMD erhalten, dann muss man auch deutlich sagen, dass es für zerstörtes Nervengewebe keine Verbesserungen gibt, man derartige Prozesse mit medizinischer Behandlung nur verzögern kann.

Hilfsmittel verbessern das Sehvermögen

Allerdings sollten Sie sich beispielsweise bei einem Optiker informieren, welche zusätzlichen Hilfsmittel es gibt, um mit dem noch vorhandenen Sehvermögen plus Hilfen besser klar zu kommen. Von speziellen Lupen über individuell einstellbare TV-Brillen oder Brillen mit Vorlesefunktion ist viel möglich.
Ich habe eine Glaskörpertrübung, und die kleinen sichtbaren Fädchen stören schon, gerade bei hellem Licht oder Hintergründen. Ich habe mich informiert, was man dagegen tun könnte. Mich interessiert, was Sie von einer Laserbehandlung halten?
Kurz könnte ich antworten: Nicht viel. Aber das möchte ich Ihnen auch erklären. Wenn Sie nach Behandlungsmöglichkeiten suchen, werden Sie drei Optionen finden. Erstens kann man mit Augentropfen behandeln, aber der Effekt ist nach meiner Erfahrung nicht so gut. Zweitens findet man Empfehlungen zur Laserbehandlung. Das kann die Trübung verkleinern, aber sie verschwindet nicht.

Laser schiebt das Problem vom Sehzentrum weg

Mit der Energie des Lasers wird sozusagen das Problem zur Seite des Auges geschoben. Damit stört es nicht mehr im zentralen Sehzentrum, ist aber nicht weg. Außerdem sollte man wissen, dass man ja mit dem Laser Energie in den Glaskörper schießt und dies birgt Risiken, von denen ich meinen Patienten ohne großen Leidensdruck oder starke Sehschärfeneinschränkung abraten würde. Als dritte Behandlungsmöglichkeit wird oft die Glaskörperentfernung genannt. Manche Operateure lehnen dies aber generell ab, da es sich bei der Trübung um einen normalen Alterungsprozess handelt. Krankenkassen bezahlen die Leistung auch nicht immer. Sie können sich aber bei einem Netzhautchirurgen vorstellen, sich über die Risiken aufklären lassen und danach Ihre Entscheidung treffen.
Julita Adamiak-Kalinowska, Kommissarische Chefärztin 
Augenklinik Klinikum Frankfurt Oder
Julita Adamiak-Kalinowska, Kommissarische Chefärztin Augenklinik Klinikum Frankfurt Oder
© Foto: Klinikum Frankfurt (Oder)
Ich war zur jährlichen Augenvorsorgeuntersuchung. Es wurde nichts festgestellt, aber da es in meiner Familie mehrmals altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gibt, riet mir der Augenarzt, vorsorglich Vitamine einzunehmen. Schützt mich das wirksam vor AMD?
Richtig ist, dass es bei AMD Nachweise für eine genetische Belastung gibt. Allerdings kann man dies auch nicht automatisch eins zu eins übertragen unter dem Motto, wenn es die Eltern hatten, dann haben es auch die Kinder. Richtig ist auch, dass Vitaminpräparate und Mineralien wie Zink und Kupfer bei AMD helfen. Das wurde in einer umfassenden medizinischen Studie mit zahlreichen Probanden belegt.

Vitamine helfen nicht als Vorbeugung gegen AMD

Allerdings helfen Vitamine erst in einem ganz bestimmten Stadium von AMD, nicht als Vorbeugung, auch dies wurde klinisch eindeutig nachgewiesen. Wenn Sie vorbeugend etwas tun wollen, dann leben Sie gesund, rauchen nicht, essen viel grünes Gemüse und fetten Fisch und meiden blaues Licht und das direkte Schauen in helles Sonnenlicht.
Mit meinen über 80 Jahren hat mir jetzt der Augenarzt vorgeschlagen, meinen Grauen Star zu operieren. Meine Sehschärfe liegt bei 60 Prozent, mit Brille bei 80 Prozent. Macht eine Operation also Sinn in meinem Alter?
Kurz gesagt: Ja. Alter ist doch kein Ausschlusskriterium, falls nicht andere ernste Erkrankungen vorliegen. Fast alle unsere Patienten, die wir am Grauen Star operieren, sind 80 plus. Grauer Star ist keine Erkrankung Jugendlicher, sondern eine Altersveränderung. Ein geübter Operateur sorgt für besseres Sehen und bringt Ihnen damit Lebensqualität zurück, die das Fortschreiten der Krankheit Ihnen nehmen würde. Und das merkt man bei diesem schleichend fortschreitenden Prozess oft erst zu spät. Und vielleicht überzeugt Sie das Argument, dass man zum Autofahren noch über 80 Prozent Sehstärke verfügen muss. Und die Mobilität wollen Sie sich doch sicherlich erhalten möglichst lange.
Ich wurde im März wegen des Grauen Stars operiert. Die Sehstärke liegt aber auch jetzt nicht wieder bei 100 Prozent, sondern nur bei 80, vorher waren es 40 Prozent. Dafür habe ich Probleme mit sehr häufig tränenden Augen. Das macht mich sehr unzufrieden.
Dafür gibt es aus meiner Sicht zahlreiche Erklärungen, wenn ich auch zu Geduld raten würde und den positiven Effekt der Sehstärkenverbesserung an erster Stelle sehen würde. Die nicht weiter angestiegene Sehstärke kann mit Altersveränderungen der Netzhaut ebenso zusammenhängen wie mit Problemen an der Hornhaut oder am Sehnerv.

Nach der Operation braucht man Geduld

Das müsste man genauer untersuchen, würde aber dadurch auch keine weiteren Veränderungen herbeiführen. Was die tränenden Augen betrifft, so würde ich vermuten, dass der Tränenfilm noch nicht wieder die optimale Qualität hat. Das braucht wirklich nach meiner Erfahrung Geduld – Wochen bis Monate und Tränenersatzmittel.
Ich bin Brillenträger und meine Augen tränen seit einigen Wochen stark, was auch einen Schleier beim Sehen verursacht. Augentropfen brachten keinen Erfolg. Was kann ich noch tun, denn einen Augenarzttermin habe ich erst in eine paar Wochen?
Lassen Sie sich in der Apotheke Tränenersatzmittel empfehlen und dies, ganz wichtig, ohne Konservierungsstoffe. Dieses Tränenersatzmittel träufeln Sie dann regelmäßig in die Augen. Außerdem besorgen Sie sich in der Apotheke ein Präparat für die Lidrandhygiene. Das sind Tücher, die Verunreinigungen an den Lidrändern und den dort befindlichen Drüsen beseitigen, die Augenoberfläche beruhigen und damit bilden sich meist Entzündungen zurück. Sollte dies alles keine Linderung bringen, sollten Sie es mit Ihrem Augenarzt bei der Kontrolle besprechen.
Grüner und Grauer Star konnten mich bisher nicht einschränken, oder es halfen Operationen. Jetzt aber sehe ich immer mehr verschwommen, kämpfe mit starkem Tränenfluss, was natürlich beim Sport und Autofahren stört. Eine Ursache konnte der Augenarzt nicht finden. Ich nehme nach Herzproblemen Betablocker. Jetzt habe ich auf dem Beipackzettel gelesen, dass diese das Sehen negativ beeinflussen können. Stimmt das?
Ja, sowohl Betablocker haben Einfluss auf das Sehen und die Tränenproduktion und auch durch den Grünen Stars kann es sein, dass die Nervenfasern geschädigt sind. Außerdem es gibt auch andere Ursachen, die zum Tränenfluss führen.

Vitamin-A-Augensalbe kann helfen

Besorgen Sie sich zur Linderung Tränenersatz ohne Konservierungsstoffe. Das beruhigt in der Regel die Oberfläche des Auges etwas. Hilfreich kann auch Vitamin-A-Augensalbe sein. Diese nimmt man wegen der Seheinschränkungen unmittelbar vor dem Schlafengehen, ehe man also die Augen schließt.
Seit 30 Jahren nehme ich Augentropfen wegen meines Glaukoms. In den letzten zwei Jahren habe ich aber immer wieder Probleme mit Entzündungen. Bisher habe ich die Tropfen stets gut vertragen.
Solche Reaktionen sind nicht ungewöhnlich. In einem ersten Schritt lassen Sie sich Tropfen ohne Konservierungsstoffe verordnen, aus der Pipette. Wenn dies nicht zur Besserung führt, dann könnte Ihr Augenarzt auch den Wirkstoff umstellen.
Seit acht Jahren bekomme ich Spritzen wegen feuchter AMD an beiden Augen und bin inzwischen trotzdem stark sehbehindert. Ich wurde auch an der Netzhaut operiert. Ich habe deshalb jetzt Pflegegrad zwei. Die regelmäßigen Fahrten in die Stadt zum Spritzen, zu den Kontrollen oder ins Krankenhaus werden für mich immer mehr zum Problem, da ich nicht selbst fahren kann, Hilfe benötige. Gibt es da Unterstützung?
Sprechen Sie ganz dringend mit Ihrer Krankenkasse wegen der Beantragung von Fahrten zu den ärztlichen Behandlungen und lassen sich von Ihrem behandelnden Augenarzt bestätigen, dass Sie chronisch krank sind und die regelmäßige Behandlung bzw. Kontrollen dringend benötigen. Sie können sich auch an den Verein Pro retina wenden. Dort gibt man Betroffenen immer viele Ratschläge, was Hilfsmöglichkeiten in materieller oder anderer Form bzw. auch Hilfsmittel betrifft. Ein Ansprechpartner für Sie könnte auch der Blinden- und Sehschwachenverband sein, der in Bezirksgruppen in den einzelnen Regionen zu finden ist.
Fragen und Antworten entstammen einem Telefonforum mit Julita Adamiak-Kalinowska, kommissarische Chefärztin der Augenklinik am Klinikum Frankfurt (Oder).