Das ist die Fazit einer außerordentlichen Versammlung des Wasserverbandes Strausberg-Erkner WSE am Mittwochabend. Es ging um die Versorgung der geplanten Tesla-Fabrik in Grünheide. Der Verband hatte Mitte Januar in einer Presseerklärung verlautbaren lassen, dass die Versorgung der Gigafactory derzeit nicht gesichert sei, aber zu den konkreten Gründen geschwiegen. Am Mittwochabend gab es dann Aufklärung. Mit den gegenwärtig genehmigten und verfügbaren Fördermengen kann der WSE die Fabrik nicht versorgen. In den vergangenen beiden Jahren hat der WSE jeweils um die 10 Millionen Kubikmeter Wasser für 170 000 Menschen im Verbandsgebiet gefördert. Der Bedarf der Tesla-Fabrik entspricht noch einmal dem von rund 71500 Menschen oder 3,3 Millionen Kubikmeter im Jahr. Um das erfüllen zu können, müsste das Landesumweltamt als zuständige Behörde eine höhere Förderung genehmigen, machte der stellvertretende Verbandsvorsteher Gerd Windisch deutlich. Der WSE geht von einer insgesamt notwendigen Fördermenge von rund 18 Millionen Kubikmeter aus. Darin eingerechnet sind auch möglicher Zuzug und weitere Ansiedlungen in Folge der Gigafactory. Nach Darstellung des WSE verschärft der Wasserbedarf von Tesla die Probleme, die der Verband durch Zuzug, heiße Sommer und grundwassergefährdende Altlasten bereits hat. Die Probleme seien dem Landesumweltamt auch seit den ersten Gesprächen über die Tesla-Ansiedlung im September 2019 bekannt. Der Verband warte nun auf eine Genehmigung der beantragten Fördermengen. Erst dann könne über Investitionen entschieden werden. Technisch sei die Versorgung der Fabrik möglich, sagte Windisch. "Wir haben das Problem, dass sich das Land nicht bewegt." Bei der Versammlung waren etwa 40 Gäste anwesend, darunter viele Strausberger und auch Grünheider Bürger. Sie sorgen sich um die Sicherheit ihrer Trinkwasserversorgung und befürchten Auswirkungen einer höheren Grundwasserentnahme auf den Zustand der Seen.