Hitze in Brandenburg: Sonne schmilzt Straßen, was Auto-Fahrer wissen sollten

Sogenanntes Hitzeflimmern ist auf einer befahrenen Straße zu sehen. Die Sonne kann den Asphalt auf bis zu 60 Grad Celsius erhitzen und weich werden lassen. Das ist in mehrfacher Hinsicht gefährlich.
Robert Michael/dpa- Brandenburger Straßen drohen bei über 35 Grad zu erweichen – Asphalt kann bis 60 Grad heiß werden.
- Der Landesbetrieb verstärkt Kontrollen, erhöht Rufbereitschaft und passt Abläufe an.
- In Extremfällen sind Sperrungen oder Tempolimits möglich, bisher war das nicht nötig.
- Bitumen tritt bei Hitze an die Oberfläche: Verdrückungen, Spurrinnen und lose Asphaltstücke drohen.
- ADAC warnt vor weichen Reifen und zu niedrigem Druck; auf Beton drohen Blow-ups ab etwa 30 Grad.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für das Wochenende werden in Brandenburg Temperaturen von deutlich über 35 Grad Celsius erwartet. Das lässt nicht nur Menschen und Tiere schwitzen, sondern auch Straßen. Insbesondere Asphaltstraßen können heiß und weich werden.
Der Landesbetrieb Straßenwesen bereitet sich deshalb auf mögliche hitzebedingte Schäden an einzelnen Bundes- und Landesstraßen vor, kündigt der Landesbetrieb am Donnerstag (25.6.) in einer Mitteilung an. Die Straßenmeistereien würden ihre Streckenkontrollen verstärken, die Rufbereitschaft erhöhen und Arbeitsabläufe anpassen. So könnten Schäden früh erkannt und Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit eingeleitet werden.
In Extremfällen könnten Straßen gesperrt oder Schilder zur Geschwindigkeitsreduzierung aufgestellt werden, sagt Dorothée Lorenz, die Sprecherin des Landesbetriebs. Bis Donnerstagnachmittag sei dies aber noch nicht nötig gewesen. „Es werden auch nicht so viele Straßen sein, weil sich die meisten Schäden beseitigen lassen“, ergänzt sie.
Die Kontrolleure der 33 Straßenmeistereien des Landes fahren die Strecken ab und geben ihren Kollegen Hinweise, wenn Reparaturen nötig sind. „Man kratzt das, was locker ist, raus, füllt Split auf und walzt ihn fest“, erklärt Dorothée Lorenz. Das passiere auch am Wochenende. Vornehmlich würden diese Probleme an vorgeschädigten Decken, Übergängen und Nähten auftreten.
Straßen erreichen Temperaturen von 60 Grad Celsius
„Durch intensive Sonneneinstrahlung können sich Fahrbahnen auf deutlich mehr als 60 Grad Celsius aufheizen“, ist der Mitteilung des Landesbetriebs zu entnehmen. Kühlen sie in den Nächten nicht ausreichend ab, werde das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und könne an die Oberfläche treten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten „schwitzenden Decke“. Unter der Belastung des Verkehrs können sich anschließend Verdrückungen, Spurrinnen, Aufwölbungen oder sich lösende Asphaltstücke bilden.
Autofahrer werden gebeten, auf kurzfristig eingerichtete Geschwindigkeitsbegrenzungen und Absicherungen zu achten. „Wer ungewöhnliche Fahrbahnunebenheiten oder Verformungen feststellt, sollte seine Geschwindigkeit anpassen und besonders aufmerksam fahren.“
Der heiße Asphalt kann auch den Reifen gefährlich werden. „Sie werden weicher und verschleißen schneller“, warnt der ADAC. Ein zu niedriger Reifenfülldruck sei bei den extremen Temperaturen auf jeden Fall zu vermeiden. „Der zu gering befüllte Reifen verformt sich sonst während der Fahrt übermäßig, und dabei entsteht Hitze, die in Kombination mit den hohen Asphalttemperaturen zu einem Reifenplatzer führen kann“, erklärt der Automobilclub.
Der ADAC-Trucker-Service warnt davor, dass überhitzte Pneus platzen und sogar Feuer fangen können. „Ein Reifenplatzer ist selbst für routinierte Lenker ein Schreckmoment. Er verursacht einen lauten, fast explosionsartigen Knall, peitschenartig herumschleudernde Teile und reichlich Rauchentwicklung.“ Werde der Brand früh genug entdeckt, könne er meist mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle gebracht werden.
Autobahn aus Beton: Hitze sprengt alte Fahrbahnen
Auch Betonstraßen haben bei Hitze ihre Tücken. „Beton dehnt sich bei Wärme aus, ist jedoch weniger verformbar als Asphalt. Deshalb kann es vor allem bei älteren Fahrbahnen zu Aufwölbungen – den sogenannten Blow-ups – kommen“, warnt die Autobahn GmbH des Bundes. Ab etwa 30 Grad Celsius steige die Wahrscheinlichkeit solcher Schäden. Wenn sich der Beton nicht mehr in Längsrichtung ausdehnen könne, entlade sich die Spannung nach oben. „Die Hauptursachen für solche Schäden sind eine für heutige Verkehrs- und Klimabelastungen nicht ausreichende Betondicke sowie fehlerhafte Fugen“, heißt es in der Mitteilung. Auch in Brandenburg gibt es gefährdete Strecken – 2025 war beispielsweise am häufigsten die A15 betroffen.

