Hitze in der Stadt
: Wie Berlin und Brandenburg im Hitze-Ranking abschneiden

Die Deutsche Umwelthilfe hat in größeren Städten einen Hitze-Check gemacht. Wie schneiden Berlin, Cottbus, Potsdam, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) ab?
Von
Nicole Züge
Berlin
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Wetter in Berlin: ARCHIV - 20.08.2023, Berlin: Die Straße des 17. Juni spiegelt von der Hitze vor dem Brandenburger Tor . (zu dpa: «Initiative will Berlin bis 2040 hitzesicher machen») Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Straße des 17. Juni spiegelt von der Hitze vor dem Brandenburger Tor. Wie Berlin und die großen Städte in Brandenburg beim aktuellen Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe abschneiden.

Christoph Soeder/dpa

Wie gut sind die großen deutschen Städte auf den Klimawandel, insbesondere die immer längeren Hitzeperioden vorbereitet? Das wollte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wissen und hat zu diesem Zweck ein Hitzeranking erstellt. 190 deutsche Städte mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wurden analysiert.

Das Ergebnis ist erschreckend: Der Großteil der Städte in Deutschland schützt die Menschen nicht ausreichend vor den extrem hohen Temperaturen, so die DUH. Die Städte sind gleichzeitig stark versiegelt und bieten zu wenig kühlendes Grün.

Wir haben im Ranking nachgeschaut, wie es in Berlin aussieht und wie die großen Städte in Brandenburg abschneiden.

Übersicht:

  • Hitze-Check 2024: Kriterien und wie getestet wurde
  • Hitzeranking der deutschen Städte: Hier wird es im Sommer besonders heiß
  • So schneiden Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder), Brandenburg an der Havel und Potsdam ab
  • Was tun gegen zu heiße Städte? Die Forderungen der DUH an die Städteplanung

Hitze-Check 2024: Kriterien und wie getestet wurde

Die DUH hat alle deutschen Städte über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern einer Analyse unterzogen. Folgende Kriterien und Faktoren wurden angelegt:

  • Analysezeitraum: Betrachtet wurde das Jahr 2023
  • Bewertung: erfolgte über ein Ampelsystem (grün, gelb, rot)
  • Bewertungskriterien: Grünvolumen im Verhältnis zur Gesamtversiegelung der Stadt
  • Datenerhebung: Zensus 2022 (Bevölkerungsanzahl einer Stadt); die Daten zum Grünvolumen und zur Versiegelung wurden über KI-Modelle und Satellitendaten des EU-Programms zur Erdbeobachtung mit dem Namen „Copernicus" berechnet.
  • Zur Bewertung wurde der durchschnittliche Anteil der Versiegelung von Siedlungs- und Verkehrsflächen herangezogen. Dieser liegt laut Umweltbundesamt aktuell bei 45 Prozent. Daraus ergeben sich 3 Kategorien: rot = über 50% Versiegelung, gelb = 45-50 % Versiegelung und grün = unter 45 % Versiegelung
  • Für das Grünvolumen (Bäume, Hecken etc.) wurden diese Kategorien gebildet: rot = unter 2 m3 /m2, gelb = 2 bis 4 m3 /m2  und grün = über 4 m3 /m2.

Hitzeranking der deutschen Städte: Hier wird es besonders heiß

Städte in den ost- und norddeutschen Bundesländern findet man selten im Ranking der heißesten Städte, das liegt aber sicher auch daran, dass es im Osten viel weniger große Städte und grundsätzlich weniger Industrieansiedlungen gibt. Am schlechtesten schneiden Ludwigshafen am Rhein (Platz 1 im Negativranking, Versiegelungsrate von über 57 %), Heilbronn und Regensburg ab.

Erst auf Platz 33 findet man Magdeburg mit einer Versiegelungsrate von rund 48 % (gelbe Ampel) und wenig Grünvolumen (rote Ampel). Darauf folgt erstaunlicherweise die Hansestadt Stralsund mit einer Gesamtversiegelung von 46,5 % (gelbe Ampel) und ebenfalls wenig Grünvolumen pro Quadratmeter (rote Ampel).

So schneiden Berlin und die Städte in Brandenburg ab

Für die großen Städte in Brandenburg gibt es erfreuliche Nachrichten. Sie bekommen alle die grüne Ampel im Hitze-Check. Das bedeutet, hier stimmt das Verhältnis von Grünvolumen zu Versiegelungsfläche.

Die Ergebnisse für Brandenburg im Überblick:

  • Brandenburg an der Havel: Die Stadt bekommt für den Anteil der Versiegelung (41,66 %) die grüne Ampel, für das Grünvolumen die gelbe Ampel.
  • Cottbus erreicht mit rund 40 % Versiegelung und einem Anteil von rund 3,8 m³ Grün/m² Fläche ebenfalls grün auf der Ampel.
  • In Frankfurt (Oder) gibt es sogar nur 35,6 % versiegelte Flächen.
  • Potsdam erreicht zweimal grün: rund 37 % versiegelte Flächen und 4,8 m³ Grün pro Quadratmeter sind Spitze im Brandenburger Vergleich und auch bundesweit.

Auch Berlin schneidet im Hitzeranking sehr gut ab. Die Hauptstadt erreicht mit nur rund 45 % Versiegelung der Gesamtfläche und rund 4 m³ Grün auf jeden Quadratmeter Stadtfläche zweimal grün.

Was tun gegen zu heiße Städte?

Da Hitze das größte klimakrisenbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland ist, formuliert die Deutsche Umwelthilfe, klare Forderungen an die Stadtentwicklung. Ziel muss es sein, Stadtgrün, dezentrale Versickerung und Überflutungsschutz in den Quartieren sicherzustellen. Neben der stärkeren Begrünung und Verschattung muss laut DUH insbesondere der ältere Gebäudebestand klimaresilienter werden. Gebäude, die wenig Energie verbrauchen, heizen sich auch im Sommer weniger auf. Dach- und Fassadenbegrünung können Gebäude kühl halten. Öffentliche Gebäude oder auch Schulen müssen nachts gelüftet werden können.

Das gesamte Ranking ist hier als PDF verfügbar.