Hitzewelle in Deutschland
: Bis zu 40 Grad - Berlin und Brandenburg vor Hitzerekorden

Viel Sonnenschein, wenig Wind und tropische Nächte - was in den kommenden Tagen auf Berlin und Brandenburg zukommt und wo man sich abkühlen kann.
Von
dpa
Berlin
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Ein Mann nutzt auf dem Gendarmenmarkt einen Wasserspender, um seine Trinkflasche aufzufüllen. In den nächsten Tagen werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet.

Jens Kalaene/dpa
  • Berlin und Brandenburg stehen vor einer Hitzewelle mit bis zu 40 Grad am Wochenende.
  • Ab Mittwoch steigen die Werte stetig, der Höhepunkt wird voraussichtlich am Samstag erreicht.
  • Nächte bleiben tropisch mit Tiefstwerten um 20 bis 23 Grad – kaum Abkühlung durch Lüften.
  • UV-Index 7 bis 8: Schatten suchen, Schutzkleidung, Sonnenbrille und Sonnenschutz sind nötig.
  • Kühle Orte: Trinkbrunnen und Rückzugsorte in Berlin, teils Museen in Potsdam mit freiem Eintritt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es wird heiß: Ab Mittwoch steigen die Temperaturen in Berlin und Brandenburg. „Jetzt geht's in den nächsten Tagen immer ein Stückchen höher“, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Am Mittwoch werden dem DWD zufolge bis zu 34 Grad erwartet, am Donnerstag liegen die Höchstwerte zwischen 31 und 36 Grad, am Freitag zwischen 32 und 37 Grad. Es gebe viel Sonnenschein, wenig Wind und tropische Nächte.

Wie lange dauert die Hitzewelle? 

Den Höhepunkt erwartet der DWD am Wochenende. Voraussichtlich am Samstag kann es 37 bis 40 Grad heiß werden, sagte Meteorologe Rubach. Am Sonntag liegen die Temperaturen dem Modell zufolge dann voraussichtlich um etwa zwei Grad niedriger. Dann gebe es auch etwas mehr Wolken und es könne auch zu Schauern und Gewittern kommen. Möglich sei aber auch, dass der Hitzeschub sogar am Sonntag noch da sei, und es ähnlich heiß werde wie am Samstag.

Zu welcher Tageszeit werden die höchsten Temperaturen erwartet?

Die Tageshöchstwerte werden zu dieser Jahreszeit am späten Nachmittag oder frühen Abend zwischen 17 und 18 Uhr erwartet. Dies habe mit den langen Tagen und damit einhergehender langer Sonneneinstrahlung zu tun, erklärte Rubach. „Und dann dauert es ewig, bis es langsam runterkühlt, bis wir unter die 30 Grad kommen.“ Die Tiefstwerte würden nur kurz, etwa zum Sonnenaufgang erreicht.

Kühlt es in den Nächten ab?

Die kommenden Nächte können sogenannte tropische Nächte werden, „also alles, was nicht unter Tiefstwerte unter 20 Grad geht“, sagte Rubach. Diese Nächte würden „sehr unangenehm“. Am Wochenende bekomme man nachts kaum noch Abkühlung durchs Lüften. In der Nacht zu Sonntag werden nachts Tiefstwerte von 20 bis 23 Grad erwartet.

Sind diese Temperaturen für Juni ungewöhnlich?

Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad, teils sogar über 35 Grad, gebe es eigentlich eher im Juli oder August, sagte Rubach. „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran.“ Die lange Sonnenscheindauer mache es unangenehmer, weil sie die Abkühlung nachts mindere. „Wenn wir im August diese Hitzewellen haben, dann geht die Sonne ja schon ein bisschen früher unter, das macht sich dann abends schon um 18 Uhr so ein bisschen bemerkbar“, sagte Rubach.

Können die bisherigen Rekorde eingestellt werden?

Der bisherige Rekord für einen Junitag in der Region Berlin und Brandenburg wurde am 19. Juni 2022 in Cottbus gemessen, dort stieg die Temperatur auf 39,2 Grad. Der höchste Wert in einem Juni in Berlin liegt bei 38,6 Grad, und wurde am 30. Juni 2019 in Tegel gemessen. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Rubach mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich ihm zufolge in den letzten Jahren.

Wo wird es am heißesten? Und wo am kühlsten?

In Brandenburg werde es ein Nordost-Südwest-Gefälle geben, sagte Rubach. In der Uckermark etwa werden am Wochenende wohl „nur“ 37 Grad erwartet. In Richtung Elbe, also etwa im Landkreis Potsdam-Mittelmark oder in der Niederlausitz, gehe es schon eher Richtung 40 Grad. „Fakt ist, dass es auf jeden Fall sehr heiß und ungewöhnlich heiß wird und dass wir auf jeden Fall auch im historischen Maßstab irgendwo unterwegs sind“, sagte Rubach.

Wie hoch ist der UV-Index? 

Für die Region Berlin-Brandenburg liegt der UV-Index dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge voraussichtlich bei etwa 7 bis 8 - also hoch bis sehr hoch. Die Skala geht von 1 bis 11+. Ein sehr hoher UV-Index bedeutet, dass man tagsüber unbedingt Schatten aufsuchen soll. Schützende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel sind ein Muss. 

Für wen ist die Hitze am gefährlichsten? 

Herausfordernd sind die Temperaturen vor allem für ältere Menschen, Leute mit Kreislauferkrankungen. „Das wird dann schon sehr unangenehm, wenn man am Tage aus der Hitze kommt, und dann kriegt man es nachts eigentlich auch nicht mehr wirklich kühl“, sagte Rubach. Die Senatskanzlei Berlin rief dazu auf, auf sich und andere zu achten, also ausreichend zu trinken und nach älteren Menschen und Nachbarn zu schauen. Wer jemanden sehe, der Hilfe benötige, sollte Wasser anbieten, nachfragen, ob Unterstützung benötigt werde und im Notfall auch unter der 112 den Rettungsdienst wählen.

Wo kann man sich abkühlen? 

Die Karte kuehle-orte.berlin.de zeigt öffentliche Trinkwasserbrunnen und Rückzugsorte in der Stadt an, dazu gehören etwa Kirchen, Bibliotheken, Nachbarschaftstreffs und Rathäuser. Medizinische Betreuung gibt es dort nicht. Am Freitag laden außerdem vier Potsdamer Museen zu einem kostenfreien Besuch ein: das Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, das Filmmuseum Potsdam, das Naturkundemuseum Potsdam und das Potsdam Museum. Klimatisiert sind in der Regel auch Kinos und Einkaufszentren, erträglicher ist es außerdem im Schatten großer Bäume sowie am und im Wasser.