Als einziges Bundesland hat Berlin den Internationalen Frauentag vor drei Jahren zum gesetzlichen Feiertag erklärt. 2021 jährt sich der Frauentag zum 110. Mal.
Der Internationale Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern sowie den USA organisiert.
Seit 1921 wird er jährlich am 8. März begangen. Die Vereinten Nationen riefen den Tag 1977 zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Der Weltfrauentag ist in mehr als zwei Dutzend Ländern ein gesetzlicher Feiertag, etwa in Angola, Georgien, Russland und Vietnam. In Deutschland ist der Frauentag nur im Land Berlin ein gesetzlicher Feiertag.

Fakten rundum den Frauentag

In der Hauptstadtregion gibt es weiter deutliche Unterschiede: So ist rund jede dritte Führungskraft in Berlin und Brandenburg eine Frau, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Mit einer Quote von 34,6 Prozent in Berlin und 36,5 Prozent übertrifft die Region zwar deutlich den Bundesdurchschnitt von 27,3 Prozent. Allerdings sind die Werte im vergangenen Jahr nicht gestiegen, in Brandenburg sank die Quote sogar leicht.
Mehrheitlich weibliche Vorgesetzte gibt es in Erziehung und Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, in Brandenburg außerdem in der öffentlichen Verwaltung. Auf dem Bau ist dagegen nur rund jede zehnte Leitungsfunktion mit einer Frau besetzt.
Auch die Gehälter unterscheiden sich: Berliner Frauen in Führungspositionen verdienen monatlich im Mittel 4630 Euro brutto, die männlichen Kollegen 5512 Euro. In Brandenburg ist der Unterschied geringer: Weibliche Führungskräfte kommen auf 4262 Euro, männliche auf 4861 Euro.

Frauentag 2021 in Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat den Frauen für ihre Leistungen in der Corona-Pandemie anlässlich des Frauentages gedankt. Sie tragen die Hauptlast in der Krise und haben in den vergangenen Monaten Großartiges geleistet, wie er am Sonntag in einer Mitteilung betonte.
Wir haben unseren Lesern die besten Artikel zum Thema Frauentag in Berlin und Brandenburg hier zusammenfasst:

Direktorin Hannah Lotte Lund vom Kleist Forum Frankfurt (Oder) über den Frauentag

Zum 110. Jubiläum des Frauentages reflektiert unsere Autorin die Geschichte seiner Entstehung – und wirft einen kritischen Blick auf die Gegenwart. Sie freut sich schon auf den Tag, wenn Menschen in Deutschland nicht mehr in Geschlechter eingeteilt werden:

Die Corona-Krise bringt Frauen in Schwedt ans Limit

Durch die Pandemie ist die Last der Pflichten, die Frauen tragen, noch schwerer geworden. Dieser Meinung ist Sabrina Schäfer, Gleichstellungsbeauftragte in Schwedt. "Wir haben immer noch strukturelle Benachteiligungen von Frauen. Die gilt es zu beseitigen", sagt sie im moz.de-Interview:

Sollte der Frauentag auch in Brandenburg ein Feiertag sein?

In Berlin ist der 8. März ein Feiertag. Politikerinnen der Landtagsfraktionen erklären, ob das auch für Brandenburg gelten sollte. Und wie steht es um die Gleichberechtigung der Frauen im Land?

Frauentag in Berlin ein Feiertag – was gilt für Pendler aus Brandenburg im Homeoffice?

Am 8. März haben die Berliner frei. Seit 2019 ist der Frauentag ein Feiertag. Doch was gilt für Arbeitnehmer, die in Berlin arbeiten, aber in Brandenburg wohnen und die zu Hause arbeiten?

Im Namen des Feminismus klebt Ira Helten Sticker in Frankfurt (Oder)

Studium, zwei Nebenjobs und ein neu gegründetes Unternehmen: Die Viadrina-Studentin Ira Helten weiß genau, was sie mit den bunten und provokativen Klebebildern von „Ira klebt“ erreichen möchte. Sie ist mit ihrem feministischen Sticker-Aktivismus in Frankfurt (Oder) bekannt geworden: „Ich spreche aktiv Probleme an. Und zwar in Form von Aufklebern, die Statements mit meinen Forderungen beinhalten“, erklärt die 20-Jährige:

Frankfurt (Oder)


Frauen im Oderland rotieren wie im Hamsterrad

Trotz der im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung erleben Frauen gerade während der Corona-Pandemie die Doppelbelastung von Beruf und Familie. Wie kann die Politik helfen? Politikerinnen aus Seelow geben Antworten:

Als Feuerwehr-Frau aus Strausberg in einer Männerdomäne

Annette Petzold gehört zu den sechs Frauen, die für die Freiwillige Feuerwehr Strausberg ehrenamtlich im Einsatz sind. Anlässlich des Frauentags erzählt sie, wie es ist, in einer überwiegend männlichen Truppe tätig zu sein, und von ihrem eindrücklichsten Einsatz – dem Brand im großen Einkaufszentrum:

Zehn Karten und ein großer Freesienstrauß

André Parade aus Trebatsch schreibt in jedem Jahr zehn persönliche Grußkarten zum Frauentag. Der ist für ihn wichtiger als viele andere Welt- und Gedenktage:

Rosen, Schokolade und ermutigende Worte für Eberswaldes Frauen

Gleich drei Institutionen haben am 8. März in der Barnimer Kreisstadt Eberswalde das weibliche Geschlecht geehrt. Mancher Glückwunsch war eher eine Kampfansage.

Was sich Frauen in Fürstenwalde wünschen

Die Caritas in Fürstenwalde hat anlässlich des Frauentags die Wünsche der Frauen in der Stadt gesammelt. Mehr Respekt und Wertschätzung im Umgang miteinander stehen auf der Liste ganz oben:

20 Frauen aus Oberhavel über den Kampf um Gleichberechtigung

Trotz einiger Fortschritte – der Weg zur kompletten Gleichberechtigung von Frau und Mann ist noch weit. Wir haben 20 Frauen aus Oberhavel gefragt, wie sie den Frauentag empfinden und warum er wichtig ist.20 Frauen aus Oberhavel berichten – Der Kampf um Gleichberechtigung geht weiter:

Ausstellung in Strausberg erinnert an bekannte Frauen

Weil in diesem Jahr keine Veranstaltungen zum 8. März möglich sind, macht die Linke in Strausberg auf andere Art auf Frauentag und Frauenwoche aufmerksam. Mit einer Ausstellung. Zweimal acht Frauen wurden zunächst ausgewählt – Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen:

Student*innen, StudentInnen oder Studentinnen – wie schreibt man, ohne zu diskriminieren?

Gendern – oder nicht: Über den Sinn von „geschlechtergerechter Sprache“ wird heftig gestritten. Die Linguistin Britta Schneider von der Viadrina in Frankfurt (Oder) erklärt, welche Formen es gibt, um sich richtig auszudrücken.

Neuruppiner MHB-Prodekanin Stefanie Oess hat mit Familie Karriere gemacht

Stefanie Oess ist Prodekanin der Medizinischen Hochschule Neuruppin und Professorin der Biochemie. Diesen Weg auch mit Familie gehen zu können, war nicht immer einfach. Aber sie hatte Hilfe. Die ganze Geschichte:

So ist es als einzige Frau in der Stadt-Versammlung in Angermünde

Eine weibliche Abgeordnete unter 20 Männern: Die Stadtverordnetenversammlung in Angermünde erscheint als Männerclub. Fühlt sich die einzige Frau benachteiligt?

Angermünde

Superheldinnen am Limit - Veranstaltungen zur Frauenwoche in Potsdam-Mittelmark

Das Motto 2021 „Superheldinnen am Limit“ macht auf den tatsächlichen Spagat von Frauen aufmerksam. Durch die Corona-Pandemie haben sich Probleme sehr schnell gezeigt oder gar noch verschärft. Die diesjährigen Veranstaltungen zur Fauenwoche in Potsdam-Mittelmark werden bis zum 25. November organisiert:

Frauenbrigade vom Bauhof Eberswalde hält die Grünanlagen frisch

Ihr Part sind die Parks der Barnimer Kreisstadt. Ihr Arbeitgeber ist die Stadt Eberswalde. In ihrer Schicht gibt es kein anderes Team, das ausschließlich aus Frauen besteht:

Münchebergerinnen zeigen Schau zu Frauenarbeit und Frauenrechten

Frauen vom Bündnis Müncheberg ist bunt haben am Wochenende eine Ausstellung vom Deutschen Gewerkschaftsbund aufgebaut – in mehreren Schaufenstern im Zentrum.

Frauen spazieren gegen die Corona-Einsamkeit durch Fürstenwalde

Zum internationalen Frauentag gab es auf dem Markt von Fürstenwalde Rosen, Ideen, Geld, Überraschungen und Forderungen.

Müncheberger Bündnis lädt zum Frauenmärz

Müncheberger unterschiedlicher politischer, konfessioneller und kultureller Herkunft bereiten gemeinsam Aktionen zum Frauentag und danach vor.

Frauentag 2021 in Berlin

Jedes Jahr kämpfen in Berlin zahlreiche Aktivistinnen für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Eine von ihnen ist Astrid Landero. Ihr wird in diesem Jahr der mit 5000 Euro dotierte Berliner Frauenpreis verliehen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mitteilte. Landero war demnach bis 2020 Projektleiterin des Frauenzentrums Paula Panke, ist Mitglied im Arbeitskreis Pankower Frauenprojekte, gehört zu den Initiatorinnen des Bündnisses Pankower Frauen gegen Rechts und war Sprecherin des Berliner Frauennetzwerks.
Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales erinnerte zum Frauentag an geflüchtete Frauen in Berlin. In der Öffentlichkeit würden sie oft als passive Begleiterinnen männlicher Migranten wahrgenommen. Das verdecke, dass sich viele geflüchtete Frauen aktiv in die Gestaltung von Politik und Gesellschaft einbringen wollten. „Ich sehe die Kraft und die Fähigkeit der geflüchteten Frauen, ihren und den Alltag ihrer Familien neu zu organisieren“, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). „Frauen mit Flucht- und Gewalterfahrung brauchen die solidarische Unterstützung unserer Gesellschaft, um ihre familiäre und berufliche Situation zu stärken.“