Kältehilfe
: Halb Mantel, halb Schlafsack - Caritas in Berlin verteilt warme Overalls an Obdachlose

Mit einem besonderen Kleidungsstück unterstützt die Caritas in Berlin Obdachlose, um ihn in der Not etwas Schutz vor der Kälte zu bieten.
Von
dpa
Berlin
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Die Caritas bietet Sheltersuits für Obdachlose in Berlin an. Zu Zeiten von Corona wird die Kritik lauter, dass Menschen auf der Straße schlafen, während Hotelbetten leer bleiben. (Symbolbild)

Daniel Bockwoldt/dpa

Mit einer Mischung aus Mantel und Schlafsack will die Caritas in Berlin Obdachlose vor der Kälte schützen. Vorerst 80 sogenannte Sheltersuits aus wind- und wasserabweisenden Stoff sollen von Montag an in Berlin an wohnungslose Menschen verteilt werden. „Die Sheltersuits sind eher eine Notfallhilfe. Das eigentliche Ziel ist es, die Menschen von der Straße zu bekommen“, sagte ein Caritas-Sprecher.

Das wärmende Kleidungsstück, das unter anderem aus alten Schlafsäcken und Zelten besteht, solle Menschen vor dem Erfrieren schützen. Dafür sollen Obdachlose berlinweit aufgesucht werden. „Unsere Mitarbeiter wissen sehr gut, wo sich Wohnungslose aufhalten und wer Hilfe benötigt“, so der Sprecher. Die Aktion finde in Zusammenarbeit mit der niederländischen Sheltersuit Foundation statt, deren Gründer Bas Timmer das Kleidungsstück entworfen hat.

Obdachlosigkeit und Corona

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation für Obdachlose in Berlin verschlechtert, weil beispielsweise Kältestuben geschlossen sind. Bei der ersten Berliner Obdachlosen-Zählung wurden im vergangenen Januar rund 2000 Menschen erfasst. Sozialverbände schätzen die Zahl aber höher ein. Insgesamt stehen ihnen im Rahmen der Kältehilfe rund 1000 Notübernachtungsplätze zur Verfügung.