Kita in Bernau: Kindergarten geht neue Wege – kein Spielzeug für Kinder

In der Kita „Regenbogen“ in Bernau wird aktuell ohne Spielzeuge gespielt. Dafür stehen andere Dinge zur Verfügung. Für Elli und Noah ist zum Beispiel der Karton ein Segelschiff und die Papprolle das Fernrohr. Auch Luna möchte im Schiff noch mitfahren.
Stadt Bernau/Cornelia SchachEltern, die ihre Kinder morgens in den Kindergarten bringen, erwarten, dass diese dort gut betreut und in ihrer Entwicklung gefördert werden. Natürlich gehört da auch gemeinsames Spielen dazu. In Bezug darauf geht eine Kita in Bernau derzeit neue Wege. Davon berichtete kürzlich die Stadtverwaltung.
„Nach dem Weihnachtsfest mit den vielen neuen Spielsachen waren die Kinder so übersättigt, dass wir nun eine spielzeugfreie Zeit mit den Krippen-Kindern durchführen“, berichtet Erzieherin Kerstin Stegemann aus der Kita Regenbogen. In den Gruppen mit älteren Kindern habe man schon gute Erfahrungen damit gesammelt, alle vorgefertigten Spielzeuge zu entfernen. Jetzt seien die Ein- bis Zweijährigen an der Reihe.
Erzieherinnen haben sich informiert und mit Eltern gesprochen
„Wir haben uns vorher belesen, wie solch eine spielzeugfreie Zeit auch mit den Jüngsten funktionieren kann“, berichtet Erzieherin Anne-Katrin Novais da Silva. „Außerdem haben wir unsere Idee auch mit den Eltern abgestimmt und um ihre Unterstützung gebeten.“ Sie haben dann für „Alternativen“ wie Kartons, Blasenfolie, Papierrollen, Wäscheklammern, Asia-Stäbchen und weitere Alltagsgegenstände gesorgt.
Anschließend haben die Kinder gemeinsam mit ihren Erzieherinnen die anderen Spielzeuge in Kisten verstaut und „schlafen gelegt“. „Als alles weggeräumt war, brauchten die Kinder einen Moment, um sich neu zu orientieren“, so die Erzieherinnen.

Hoch frequentiert ist in der Kita „Regenbogen“ das Spielhaus, dass die Jüngsten mit ihren farbigen Handabdrücken verziert haben.
Stadt Bernau/Cornelia SchachSie hätten den Kindern nicht vorgegeben, was sie mit den „neuen“ Gegenständen alles anfangen können und seien dann sehr überrascht gewesen, wie kreativ, tolerant und selbstverständlich die Jungen und Mädchen die neuen Gegenstände verwendet hätten. „Da wurden Papprohre als Fernrohre und Kartons als Segelschiffe benutzt.“
Kinder spielen in Kita „Regenbogen“ in Bernau mit Kartons
Viel Spaß hatten die Kinder laut Erzieherinnen auch beim Umfunktionieren eines großen Kartons in ein Haus. Jedes Kind durfte auf dem Karton seine „Handschrift“ in Form von bunten Handabdrücken hinterlassen. Mit Tüchern und Klammern wurde die Tür hergezaubert und fertig war der kleine „Palast“ zum Verstecken, Ausruhen und Kuscheln.

Auch mit Wäscheklammern kann man seinen Spaß haben.
Stadt Bernau/Cornelia Schach„Unser Experiment ist geglückt. Solange die Kinder noch Spaß daran haben, mit den Klammern, Rohren und Kartons zu agieren, ihre Umwelt kreativ und fantasievoll zu entdecken, bleiben die vorgefertigten Spielsachen im Winterschlaf“, sagt Jillian Sternekieker-Grünberg, Leiterin der Kita Regenbogen.

