Wie geht es Familien in Brandenburg? Wie familienfreundlich sind die Städte und Gemeinden im Land? Brandenburgs drei große Tageszeitungen – Märkische Oderzeitung, Lausitzer Rundschau und Märkische Allgemeine – eine große Online-Umfrage zum „Familienkompass“ ins Leben gerufen. Die Resonanz war überwältigend. Genau 9.534 von Brandenburgerinnen und Brandenburgern vollständig ausgefüllte Fragebögen gingen zur Auswertung ein. Die Analyse dieser Datenmenge war eine spannende Aufgabe für die beteiligten Wissenschaftler und Datenanalysten.

Zu welchen Themen konnten sich die Brandenburger im Familienkompass äußern?

Um zu wissen, wie es den Familien in Brandenburg geht, wurde ein umfangreicher Online-Fragebogen entwickelt, der acht familienrelevante Themenfelder betrachtet. Es gab einen allgemeinen Teil mit Fragen zum kommunalen Engagement für Familien, zu Wohnen und Wohnumfeld, Arbeit, Sicherheit und medizinischer Versorgung. Diese Themen konnte jeder für sich und seinen Wohnort einschätzen. Familien mit minderjährigen Kindern konnten darüber hinaus Fragen zur Kita-, Schul- und Betreuungssituation beantworten.

Wer hat die Fragen ausgewählt und nach welchen Kriterien?

Der Fragebogen lehnt sich in weiten Teilen an großen Studien zum Wohlbefinden von Familien und Kindern an, wie sie z.B. von Unicef verwendet werden. Mitentwickelt und geprüft haben ihn Sozialwissenschaftler der Evangelischen Hochschule Dresden, die sich in ihrer Forschung speziell dem Thema Familie widmen und vergleichbare Studien unter anderem schon in Sachsen durchgeführt haben.
Um einen Einblick auch in Phänomene zu erhalten, die Brandenburger Familien besonders betreffen, zum Beispiel das Pendeln über weite Strecken zur Arbeit, wurde die Befragung entsprechend ergänzt.

Wer konnte sich an der Umfrage beteiligen und wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?

Grundsätzlich konnte sich jeder an der anonymen Online-Befragung beteiligen. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse aussagekräftig und belastbar sind, wurden die Daten im Nachhinein umfassend wissenschaftlich geprüft. So wurden Rückmeldungen mit großen Lücken in den Antworten, von Personen, die nicht in Brandenburg wohnen, mit extremen Antwortmustern oder inkonsistenten Angaben von der Auswertung ausgeschlossen. Dank statistischer Prüfverfahren kann die Redaktion für ihre Berichterstattung auf widerspruchsfreie Daten zurückgreifen.
Die Prüfverfahren haben auch gezeigt, dass aufgrund des gewählten Themas unter den Umfrage-Teilnehmern anteilig mehr Familien mit Kindern und mehr Personen mit höherem Bildungsabschluss vertreten sind als in der Gesamtbevölkerung. Das wird entsprechend bei der Auswertung berücksichtigt.

Kann für jeden Ort in Brandenburg eine Aussage zur Familienfreundlichkeit getroffen werden?

Für belastbare Ergebnisse müssen genügend ausgefüllte Fragebögen vorliegen. In den größeren Städten haben sich sehr viele Menschen an der Umfrage beteiligt, sodass teils sogar die Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen ausgewertet werden können. In sehr kleinen Kommunen war der Rücklauf hingegen nicht immer ausreichend, um statistisch belastbare Ergebnisse zu erhalten. Daher hat das Datenteam kleine Gemeinden, wo möglich und notwendig, zu sinnvollen größeren Ortseinheiten zusammengefasst – zum Beispiel, weil sie gemeinsam ein Amt bilden.
Hier einen guten Weg zu finden, war eine Herausforderungen in der Datenanalyse. Bei der Interpretation der Daten ist deshalb auch das Fingerspitzengefühl und die Ortskenntnis der Reporter in den Regionen gefragt. Sie werden mit den Menschen vor Ort über die Ergebnisse ins Gespräch kommen. Denn die Brandenburger Familien haben mit dem Familienkompass der Lokalpolitik ein aussagekräftiges und differenziertes Zeugnis ausgestellt.
Ab heute gehen wir ins Detail. Und so viel sei schonmal verraten: Grundsätzlich fühlen sich die Familien in Brandenburg wohl. Das zeigt sich in der statistischen Auswertung daran, dass der Gesamtwert für alle Fragen bei 2,93 – also zwischen gut und befriedigend – bewertet wird. Dabei werden die Arbeitssituation und das persönliche Wohlbefinden/Wohnumfeld am besten eingeschätzt, Schlusslicht bildet das Thema „Medizinische Versorgung“.