Klimakleber in Berlin: Blockaden von Klimademonstranten – Autofahrer sprüht Reizgas

Ein Demonstrant hält ein Banner „Letzte Generation vor dem Kipppunkten“ hoch. Klima-Aktivisten der Letzten Generation haben am Montag mit Protestaktionen den Verkehr in Berlin blockiert.
Hannes P. Albert/dpaZahlreiche Sitzblockaden der Klimaschutzgruppe Letzte Generation in Berlin sind von der Polizei am Montagvormittag (18. September) nach mehreren Stunden aufgelöst worden. Das teilte die Polizei auf der Plattform X, vormals Twitter, mit.
An sieben Kreuzungen sei die Polizei schneller gewesen und habe das Festkleben von Demonstranten verhindert. „An einigen Stellen ist die Straße beschädigt und muss noch repariert werden.“ Ein Polizist sei leicht an einer Hand verletzt worden.
Die Polizei sprach am Morgen von mehr als 20 Blockaden. Bis zu 500 Polizisten seien im Einsatz. Die Letzte Generation teilte mit, es gebe an mindestens 30 Orten Sitzblockaden. Es kam zu langen Staus und Wartezeiten. Autofahrer protestierten laut, weil sie zur Arbeit mussten. Zu beobachten war aber auch, dass einzelne Fußgänger und Radfahrer die Blockaden lobten. Die Letzte Generation bedankte sich für Blumen, die Blockierer erhalten hätten.
Aggressiver Autofahrer in Berlin mit Reizgas
In mehreren Fällen versuchten wütende Autofahrer, auf eigene Faust die Straßen freizuräumen. Nach Angaben der Polizei besprühte bei einer Blockade in Prenzlauer Berg ein Autofahrer Blockierer mit Reizgas und versuchte, sie „mit Tritten von der Fahrbahn zu entfernen.“ Die Polizei wertet dazu ein Video aus und ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. In Spandau stoppte die Polizei einen Autofahrer, der selbst einen Klimademonstranten von der Straße lösen wollte. Sie appellierte: „Wir haben Verständnis, wenn Sie von den Protesten genervt sind, aber bitte greifen Sie nicht ein oder wenden gar Gewalt an.“
Hartnäckiger Kleber in Berlin
Gegen 7.30 Uhr hatten die Blockaden an zahlreichen Kreuzungen begonnen. An vielen Stellen dauerte das Ablösen von angeklebten Händen ein bis zwei Stunden. Die Polizei schrieb aber auch von einigen „besonders hartnäckigen Klebstoff-Gemischen“, die an einigen Kreuzungen zu sehr langen Einsätzen führten.
Zu den vom Protest betroffenen Stellen gehörten nach ersten Angaben etwa der Große Stern und der Ernst-Reuter-Platz, das Hallesche Ufer, der Bereich S-Bahnhof Tempelhof sowie die Prenzlauer Allee und die Kastanienallee.
Die Letzte Generation teilte mit, es gebe an mindestens 23 Orten Sitzblockaden. Betroffen seien unter anderem Abfahrten der A100, A103, A114 sowie verschiedene Bundesstraßen stadteinwärts.
