Kokain in Brandenburg
: Drogen-Razzia in Deutschland – Durchsuchung in Märkisch-Oderland

Der Polizei ist ein großer Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Mehrere Dutzend Tonnen Kokain wurde sichergestellt. Ein Milliarden-Deal. Einer der Tatorte liegt in Märkisch-Oderland.
Von
Bodo Baumert
Düsseldorf/Strausberg
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Kokain

Kokain im Wert von mehreren Milliarden Euro haben Polizei und Zoll bei einer Razzia in Deutschland sichergestellt. Einer der Tatorte liegt in Brandenburg. (Symbolbild)

Marcus Brandt/dpa

Es soll der größte Fund an Kokain sein, den Polizei und Zoll jemals in Deutschland gemacht haben. „Dutzende Tonnen Kokain im Wert von mehreren Milliarden Euro“ sollen aus dem Verkehr gezogen worden sein, wie das Zollfahndungsamt Stuttgart am 14. Juni berichtet. Und nicht nur das, auch die Täter scheint man diesmal erwischt zu haben.

Nach Angaben der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft in Düsseldorf sind deutschlandweit sieben Haftbefehle vollstreckt worden. Es seien „Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahmen“ in Nordrhein-Westfalen, (Bonn, Köln, Leverkusen, Rhein-Sieg-Kreis und Wachtberg), Bayern (München), Berlin, Brandenburg (Landkreis Märkisch-Oderland), Hamburg, Hessen (Frankfurt am Main) sowie Niedersachsen (Landkreis Heidekreis) durchgeführt worden.

Razzia nach Drogen-Fund – Details folgen am 17. Juni

Weitere Details will die Staatsanwaltschaft noch nicht verraten. Erst am Montag, 17. Juni, sollen bei einer Pressekonferenz Details zu dem Ermittlungsverfahren mit dem Namen „OP Plexus“ bekannt gegeben werden. Dann sollen auch erste Informationen zu den Durchsuchungsergebnissen vorliegen.

Nach Informationen der Bild-Zeitung soll das Kokain in Obstcontainern im Hamburger Hafen gefunden worden sein. Es wäre nicht der erste Fund dieser Art. Erst am 12. Juni ist in Brandenburg ein solcher Container aufgetaucht. Das Kokain war in Bananenkisten versteckt und wurde beim Ausladen in einem Fruchthof in Groß Kreutz entdeckt. Einige Wochen zuvor war eine Kokain-Lieferung aus Südamerika sogar erst beim Auspacken der Bananenkisten in Brandenburger Supermärkten entdeckt worden.

Drogenkartelle überschwemmen Europa mit Kokain

Die Schwemme von billigem Kokain aus Südamerika nach Europa hält seit Jahren an. In den großen Umschlaghäfen Rotterdam, Antwerpen und Hamburg haben die Behörden inzwischen reagiert, machen mit verbesserter Technik Jagd nach dem Kokain. Rekordfund folgt auf Rekordfund. Erst Ende Mai waren etwa 40 Kilogramm Kokain, versteckt hinter den Wartungsklappen eines Kühlcontainers, durch den Zoll am Hamburger Hafen entdeckt worden.

Dennoch kommt noch immer genug der gefährlichen Droge durch. Zumindest lässt sich das an den Schwarzmarktpreisen in Europa ablesen, die trotz immer neuer Rekordfunde konstant bleiben.

Um an das Kokain in den Bananen-Containern zu kommen, gehen die europäischen Drogenbanden immer professioneller, aber auch immer rücksichtsloser vor.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte im Mai zu einer europäischen Sicherheitskonferenz geladen, um ein gemeinsames Vorgehen gegen den Kokainhandel zu erreichen. „Ein Land alleine kann das nicht gut. Wir müssen versuchen, die Gewaltspirale, die mit den Drogen aus Südamerika bei uns ankommt, zu durchbrechen“, so Faeser. „Wenn wir nichts tun, nehmen wir hin, dass gefährdete Teile unserer Städte von der organisierten Kriminalität vereinnahmt werden“, sagte Rotterdams Bürgermeister, Ahmed Aboutaleb.