Kriminalität
: Fast täglich ein Haftantrag

Seit 25 Jahren ist die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) gegen Verbrecher und grenzüberschreitende Diebe im Einsatz.
Von
Dietrich Schröder
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

"Rund 50 Verfahren je Ermittler pro Jahr": Helmut Lange leitet die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), die in Brandenburg für den Kampf gegen organisierte Kriminalität zuständig ist.

Patrick Pleul/dpa

Der Oberstaatsanwalt leitet die Abteilung zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder), bei der sämtliche Fälle dieses Bereiches aus ganz Brandenburg landen. Häufig hätten arabische und tschetschenische Täter ihre Finger im Spiel und die Berliner Großstadtkriminalität schwappe auch auf den Speckgürtel über. Täter mit libanesischer Herkunft seien etwa kürzlich beim Drogendealen in Fürstenwalde aufgeflogen.

„Jeder unserer drei Abteilungsleiter und zwölf Dezernenten hat es mit etwa 50 Verfahren pro Jahr zu tun“, erläuterte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Lange auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Im Durchschnitt stellen wir fast täglich einen Haftantrag, damit ausländische Tatverdächtige nicht die Flucht ergreifen können. Und in über 90 Prozent dieser Fälle kommt es letztlich auch zu Verurteilungen.“

Oftmals stoßen die Ermittler aber auch an ihre Grenze, „etwa wenn Einreisende aus afrikanischen Staaten am Flughafen Schönefeld 100 000 Euro, Dollars oder noch mehr Geld in ihren Taschen haben und wir nicht überprüfen können, woher dieses Geld stammt“, erläuterte Christian Schärf, dessen Spezialgebiet die Geldwäsche ist. Denn weil es mit vielen Staaten kein Rechtshilfeabkommen gibt, sind den Ermittlern die Hände gebunden. Das gilt oft auch bei  Fällen von Betrug oder Geldwäsche, die über das Internet abgewickelt werden.

In Kürze werde aber wohl ein Fall zur Anklage kommen, bei dem es um sechs Millionen Dollars geht, kündigte Schärf an, „der bisher größte in unserer Geschichte“. Die Staatsanwälte klagten auch darüber, dass sie häufig lange warten müssten,  bis die Gerichte die Verfahren eröffnen.

Am Frankfurter Landgericht etwa warte aktuell ein Verfahren zu über 100 Autodiebstählen, die polnische Tatverdächtige zwischen 2014 und 2016 verübt hatten. Von den ursprünglich 23 Verdächtigen seien nur noch acht in Untersuchungshaft und der Hauptbelastungszeuge sei inzwischen verstorben. Am Landgericht Cottbus warte ein anderer Fall schon seit zwei Jahren.