Kriminalität im Grenzraum
: Deutsch-polnische Polizei-Projekte - Gemeinsam gegen die Müll-Mafia

Seit Langem versuchen die deutsche und polnische Polizei die Kriminalität im Grenzraum zu bekämpfen.
Von
Dietrich Schröder
Kostrzyn
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Andrzej Lapinski (l-r), Kommandant polnische Polizei Woiwodschaft Lodzi, Hans-Jürgen Mörke, Brandenburger Polizeipräsident und Jerzy Glabowski, Stellvertreter der Woiwodschaftskommandantin der Polizei in Gorzow

Patrick Pleul/dpa/ZB

„Nachdem 2005 die Verordnungen zur stofflichen Verwertung von Abfallstoffen in Kraft traten, sind wir in Brandenburg selbst häufig zum Opfer der Müll-Mafia geworden“, bestätigt auch Jäkels Abteilungsleiter Mathias Lux-Hain. 58 Deponien, auf denen Abfälle mit Hilfe gefälschter Papiere scheinbar fachgerecht, in Wirklichkeit aber illegal gelagert wurden, sind hierzulande aufgedeckt worden: In ehemaligen Tagebauen und Sandgruben, oder auch auf ganz legalen Deponien. „Deren umweltgerechte Sanierung würde eine halbe Milliarde Euro kosten“, weiß Lux-Hain zu berichten.

Doch längst handelt die Müll-Mafia auch grenzüberschreitend. Nicht nur unsortierter und zum Teil hochgiftiger Industriemüll landet in osteuropäischer Ländern, sondern auch Hausmüll, den Deutsche gutgläubig in die gelbe und andere Tonnen getrennt haben. Deshalb stand das Thema „Illegale Abfallentsorgung“ am Dienstag auch auf der Tagesordnung der 9. Grenztagung, die das Brandenburger Polizeipräsidium gemeinsam mit Kollegen aus Polen aber auch anderen Bundesländern in Kostrzyn (Küstrin) durchführte. „Durch unsere gute gemeinsame Ermittlungsarbeit haben wir in den vergangenen Jahren den Verfolgungsdruck auf Autodiebe und Einbrecher enorm erhöht“, lobt der Brandenburger Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. So würden inzwischen deutlich weniger Autodiebstähle verübt, als in der Zeit, als es noch Grenzkontrollen an Oder und Neiße gab.

Doch dafür rücken andere Kriminalitätsfelder in den Fokus, neben dem illegale Müllhandel etwa auch die Internet-Kriminalität mit Kryptowährungen oder Kinderpornografie. „Im vergangenen Jahr gab es in Polen 180 Brände auf Deponien, die oft genug gelegt wurden, um Spuren illegalen Mülls zu beseitigen“, bestätigt der Vize-Polizeipräsident der Wojewodschaft Lebuser Land, Jerzy Głabowski. Deshalb sind nun gemeinsame Ermittlungen gegen die Müll-Mafia im Gespräch, so wie sie es gegen Autodiebe seit Jahren gibt. Auch mehr gemeinsame Lkw-Kontrollen wurden vereinbart, weil Fahrzeuge aus Osteuropa oft nicht den technischen Vorschriften entsprechen und eine Gefahr darstellen.