Kriminalität in Berlin-Spandau
: Einbruch-Zahl gestiegen – wo Einbrecher häufig zuschlagen

Die Zahl der Einbruch-Kriminalität in Berlin-Spandau ist gestiegen. In welchen Bezirksregionen schlugen die Einbrecher besonders häufig zu und welche Sicherheits-Beratung gibt es?
Von
Johannes Leichsenring
Spandau
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Kriminalität in Berlin-Spandau: Einbruchs-Zahlen leicht gestiegen. Polizei meldet besonders viele Einstiege in Keller. Was Einbrecher in den Verschlägen suchen und welche Beratungsangebote es gibt. (Symbolbild)

Nicolas Armer/ dpa

2023 verzeichnete die Berliner Polizei insgesamt 1537 Einbrüche in Spandau. Das sind 50 Fälle mehr als im Vorjahr. Auffallend an der statistischen Aufschlüsselung ist ein signifikanter Anstieg von Einbrüchen in Keller- und Bodenräume. Wo schlugen die Einbrecher besonders häufig zu und wie schützen sich Mieter und Eigentümer gegen die Diebe?

Im Vergleich zur Gesamtanzahl von insgesamt 43.684 Straftaten nimmt die Einbruchskriminalität in Spandau nur einen verhältnismäßig kleinen Posten ein. Mieter und Hauseigentümer, die in ihrem Keller oder auf ihrem Boden Wertgegenstände eingelagert haben, sollten dennoch prüfen, ob sie die Räume hinreichend gesichert haben. In den meisten Bezirksregionen ist die Anzahl von Kellereinbrüchen konstant hoch geblieben oder signifikant gestiegen.

Berlin-Spandau: Warum Einbrecher in Keller einsteigen

So hat sich die Anzahl von Keller- und Bodeneinbrüchen im Falkenhagener Feld nahezu verdoppelt. Zählte die Polizei 2022 lediglich 58 Einbrüche, so registrierten die Beamten 2023 bereits 107. Auch in Wilhelmstadt ist die Zahl nach oben geschnellt. Von 67 Fällen im Jahr 2022 stieg die Zahl auf nahezu das Doppelte (120 Fälle). In den Bezirksregionen Hakenfeld und Spandau blieben die Zahlen konstant hoch. So verzeichnete Hakenfelde vergangenes Jahr 175 Fälle und Spandau 217. Lediglich in Staaken sank die Zahl von 69 auf 44 Fälle, in Gatow verzeichnete die Polizei keine Fälle.

Nach Angaben der Polizei handele es sich bei dem Anstieg von Keller- und Bodeneinbrüchen um einen stadtweiten Trend. Neben Wertgegenständen benennt die Polizei konkret Fahrräder als Grund für Einbrecher, sich in Kellerverschläge zu begeben. Gerade durch die elektronischen Antriebe bei E-Bikes ist der Wert einzelner Fahrräder in den letzten Jahren massiv gestiegen.

Starker Anstieg von Hauseinbrüchen in Berlin-Spandau

Unterschiede gibt es in den Bezirksregionen hinsichtlich der Entwicklung von Einbrüchen in Häuser und Wohnungen. In Wilhelmstadt verzeichnete die Polizei einen signifikanten Anstieg. So stieg die Zahl der Häusereinbrüche von 22 auf 32. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg von 59 auf 86 Fälle. Folgende Statistik zeigt, wo wie viele Einbrüche zu verzeichnen waren:

Doch wie sieht in Spandau das Täter-Profil aus? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat ermittelt, dass der durchschnittliche Einbrecher 27,5 Jahre alt sei, zu 60 Prozent deutscher Herkunft ist und zu 40 Prozent in einem persönlichen Verhältnis mit dem oder der Betroffenen steht.

In Berlin-Spandau stellt die Polizei jedoch fest, dass es sich beim Täterklientel mehrheitlich „um hochprofessionell agierende, reisende Täter“ handeln würde. „Diese Tätergruppierungen sind regional übergreifend tätig“, teilt die Polizei mit. In Einzelfällen handel es sich bei den Tätern um Beschaffungskriminelle, die im Kiez agieren und insbesondere in Keller- und Bodenräume einsteigen.

Um gegen den Einbruchdiebstahl vorzugehen, verfolge die Berliner Polizei mehrere Ansätze. Neben verdeckten Maßnahmen bei der Strafverfolgung und Präsenz setzt die Behörde auf unabhängige Aufklärung zum Einbruchschutz beispielsweise durch Sicherheitstechnik.

Die Polizei hat eine eigens eingerichtete Beratungsstelle, die zu Themen wie beispielsweise einbruchhemmende Fensterbeschläge, abschließbare Fenstergriffen, aufsetzbare Sicherungstechnik, Tür-Querriegel und Einbruchmeldeanlagen kostenfrei und neutral berät.

Prävention und Hilfe für Opfer von Einbrüchen in Spandau

Über das Beratungstelefon unter 04664 979999 ließen sich auch Vor-Ort-Termine für Häuser, Wohnungen im Erdgeschoss oder für Gewerbe vereinbaren. Die Beratungsstelle Einbruchschutz ist an vier Tagen der Woche geöffnet. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Polizei Berlin.

Personen, bei denen eingebrochen wurde, könne finden zudem Unterstützung und Hilfe beim Weißen Ring. Neben psychotraumatologischer Erstberatung können sich Opfer von Einbrüchen auch juristische Erstberatung holen. In bestimmten Fällen ist finanzielle Hilfe möglich. Der Weiße Ring unterhält als gemeinnütziger Verein in Berlin-Spandau eine Filiale.