Kultberg in Altdöbern: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Brand gegen zwei Jugendliche

Der Kultberg in Altdöbern, früher bekannt als Schützenhaus, ist durch das Feuer Ende Oktober 2024 völlig zerstört worden.
Jan Augustin- Feuer im Kultberg in Altdöbern: Polizei ermittelt gegen zwei Jugendliche wegen schwerer Brandstiftung.
- Gerüchte über Neonazi-Verbindungen: Betroffene sollen zur Gruppe "Letzte Verteidigungswelle" gehören.
- Staatsanwältin Nilab Hewadmal bestätigt Ermittlungen, Entscheidung in zwei Monaten.
- Angriffe von Rechtsextremen: Jugendclub in Senftenberg und geplante Bombenanschläge.
- Mögliche Verbindungen zwischen Taten: Struktur der rechtsextremen Szene untersucht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Gerücht geisterte von Anfang an durch Altdöbern: Brandstifter sollen für das zerstörende Feuer im Kultberg Ende Oktober 2024 verantwortlich gewesen sein. Jetzt erhärtet sich dieser Verdacht. Wie die Staatsanwaltschaft Cottbus auf Nachfrage mitteilt, wird gegen zwei Jugendliche wegen des Anfangsverdachts der schweren Brandstiftung ermittelt.
Staatsanwältin Nilab Hewadmal bestätigt die Ermittlungen, die seit Ende Januar laufen sollen. Ob es zu einer Anklage gegen die beiden Jugendlichen kommt, würden die weiteren Ermittlungen ergeben. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft rechnet mit einer Entscheidung in etwa zwei Monaten.
Was sie jedoch nicht bestätigen könne, sind Angaben aus einem Onlineartikel der Welt. Das Magazin hat an diesem Freitag (28. März) darüber berichtet, dass der Kultberg vermutlich von zwei jugendlichen Neonazis angezündet worden war. „Ich kann die Angaben nicht bestätigen“, sagt Staatsanwältin Nilab Hewadmal. Allerdings dementiert sie die dort veröffentlichten Informationen auch nicht.
Kultberg abgebrannt – Tatverdächtige stammen aus Altdöbern
Auch diesem Nachrichtenportal liegen Informationen vor, die in diese Richtung gehen. Die beiden 15-jährigen Jugendlichen sollen aus dem Ort stammen und einer neonazistischen Splittergruppe mit dem Namen „Letzte Verteidigungswelle“ angehören. Laut den Welt-Journalisten, die sich auf Sicherheitsbehörden berufen, seien beide vorläufig festgenommen worden. Einer der beiden sei noch in Untersuchungs-Haft.
Laut Welt-Artikel gilt die „Letzte Verteidigungswelle“ als eine von mehreren Gruppen, die seit etwa Mitte vergangenen Jahres vor allem in den sozialen Medien aktiv seien, aber auch mit diversen rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten aufgefallen sein sollen. Als weitere Zusammenschlüsse gelte sowohl die Gruppe „Deutsche Jugend voran“ als auch der Zusammenschluss „Jung und Stark“.
Stehen Taten in Senftenberg und Altdöbern im Zusammenhang?
Brandenburgs Polizeivizepräsident Jan Müller hatte die Verbindung in die rechte Szene zuletzt beim Innenausschuss angedeutet, war aber nicht näher darauf eingegangen. In dem Gremium hatte er von den aktuellen Ermittlungen in Senftenberg berichtet. Anfang März sollen dort zwischen 30 und 40 vermummte Personen aus dem rechten Umfeld den alternativen Jugendclub „Jamm“ angegriffen und mit Steinen beworfen haben. Verletzt wurde niemand. Die minderjährigen Gäste des Jugendclubs hatten sich in dem Gebäude in der Güterbahnhofstraße eingeschlossen. Kurze Zeit später kam die Polizei mit einem Großaufgebot, konnte aber keine Verdächtigen mehr feststellen.
Ein paar Tage später die nächste Schreckensnachricht aus Senftenberg: Ermittler aus Sachsen sollen einen Bombenanschlag auf die Asylbewerberunterkunft im Ortsteil Sedlitz vereitelt haben. Ein 21-jähriger Mann aus Meißen wurde vorläufig festgenommen. Er steht in Verdacht, ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben. Nach jetzigem Stand geht die Polizei von einem Einzeltäter aus.
Ob die Taten in Senftenberg und Altdöbern in einem direkten Zusammenhang stehen, ist unklar. Laut Polizeivizepräsident Jan Müller gebe es aber „selbstverständlich“ strukturelle und länderübergreifende Verbindungen innerhalb der rechtsextremen Szene.


