Lebensmittel retten
: Mit diesen Tipps und Apps sparen Sie sofort bares Geld

Lebensmittel retten in Berlin und Brandenburg. Welche Möglichkeiten es gibt und wie man damit sofort bares Geld spart. Lösungen und App-Tipps für zu Hause.
Von
Doreen Matschuk
Berlin/Frankfurt (Oder)
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Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten immer teurer geworden. Trotzdem werden sie noch vielfach weggeschmissen. In Weißwasser hat sich nun eine Initiative gegründet, die das ändern will.

18.02.2022, Brandenburg, Potsdam: Klimaaktivisten von der Initiative "Aufstand der letzten Generation" verteilen an Passanten weggeworfene Lebensmittel, welche sie aus Containern gerettet haben. Die Lebensmittel werden im Rahmen der Aktion für ein ·Essen-Retten-Gesetz· und Agrarwende verschenkt. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Lebensmittel retten in Berlin und Brandenburg – Welche Möglichkeiten gibt es? So tun Sie Gutes und sparen sofort bares Geld. Wir haben eine Übersicht und App-Tipps gegen Lebensmittelverschwendung. (Symbolbild)

Monika Skolimowska / dpa

Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem, das jährlich Millionen Tonnen an essbaren Nahrungsmitteln in den Müll wandern lässt. In Deutschland allein wurden nach Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 2021 knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Diese alarmierende Verschwendung hat nicht nur ökologische Auswirkungen, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen. Wir zeigen, wie Sie Lebensmittel retten können und dabei bares Geld sparen:

  • Lebensmittelverschwendung: Das ist der aktuelle Stand
  • 5 Tipps, wie Sie Lebensmittel retten
  • So sparen Sie bares Geld und retten gleichzeitig Lebensmittel

Ein Drittel der produzierten Lebensmittel landet im Müll

Schätzungen zufolge werden etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet, was einerseits auf Überproduktion, aber auch auf ineffiziente Logistik, mangelnde Lagerungsmöglichkeiten und hohe Qualitätsstandards zurückzuführen ist.

Ein weiterer Grund liegt in dem Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Sobald das MHD bald erreicht wird, gilt die Ware nicht mehr als verkäuflich. Und viele Menschen denken noch immer, dass man die Lebensmittel mit abgelaufenem MHD nicht mehr konsumieren kann.

Berliner Senat tagt gegen Lebensmittelverschwendung

Gestern, am 07. Oktober, trafen sich Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Initiativen, die in diesem Bereich bereits aktiv sind und berieten sich an einem Runden Tisch mit dem Berliner Senat zu Maßnahmen, wie die Verschwendung von Lebensmitteln weiter eindämmbar ist.

Die Ergebnisse dazu sollen im Rahmen der Grünen Woche 2025 vorgestellt werden. Das Kernziel des Runden Tisches sei es, sogenanntes Containern präventiv zu vermeiden und die Lebensmittelverschwendung signifikant zu reduzieren, erklärte eine Sprecherin. Handel und Organisatoren sollen dafür zusammengebracht werden und Maßnahmen entwickeln, die kurzfristig anwendbar seien.

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Es gibt bereits verschiedene Initiativen und Lösungsansätze in Berlin und Brandenburg, die dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Viele lokale Initiativen haben sich gegründet – ein Beispiel ist der Verein „foodsharing e.V.“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, überschüssige Lebensmittel zu retten und sie kostenlos weiterzuverteilen. Seit über 12 Jahren ist dieser Verein aktiv – mittlerweile sogar deutschlandweit, in Österreich sowie in der Schweiz vertreten – und konnte bereits viele Tonnen an Lebensmitteln vor der Mülltonne retten.

So können Sie Zuhause Lebensmittel retten und viel Geld sparen

Aber jeder einzelne von uns kann sehr viel tun, um Lebensmittel mehr zu schätzen und sie zu retten, anstatt zu verschwenden. Wir zeigen ein paar Lösungen, wie das ganz einfach im Alltag möglich ist:

Einkauf gut planen

Planen Sie Ihren Einkauf sorgfältig, indem Sie eine Liste erstellen und vorher in Kühlschrank und Vorratsschrank schauen. Vermeiden Sie hungrige Einkäufe und kaufen Sie nur Mengen, die sie innerhalb weniger Tage verbrauchen. Halten Sie sich streng an Ihre Liste, um Impulskäufe zu vermeiden.

Zu viel Essen im Restaurant oder auf Partys

Die Portion im Restaurant war wieder zu viel? Nehmen Sie die Reste mit oder nutzen Sie mitgebrachte Behälter, um zusätzlich Verpackung zu sparen. Köche freuen sich, wenn nichts verschwendet wird.

Selbiges gilt für Partys und Veranstaltungen. Auch da wird oft zu viel Essen angeboten, aus Sorge, dass die Gäste nicht satt werden. Fordern Sie Ihre Gäste vorab auf, Behälter für Reste mitzubringen oder planen Sie am nächsten Morgen ein gemeinsames Frühstück.

Das MHD ist kein Wegwerfdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Wegwerfdatum für Lebensmittel. Viele Produkte sind auch nach Ablauf des MHDs noch Tage oder Wochen lang genießbar, besonders trockene Produkte wie Reis, Nudeln, Linsen und Bohnen. Im Zweifel verlassen Sie sich auf Ihre Sinne: Schauen Sie sich das Produkt genau, riechen Sie daran oder probieren Sie es. Ihr Geschmackssinn wird Ihnen schnell sagen, ob das Produkt noch gut ist oder nicht. Bei leicht verderblichen Produkten, wie Fisch, Fleisch, Frisch- und Weichkäse, sollte man vorsichtiger sein und das MHD beachten.

Die richtige Lagerung von Lebensmitteln

Wie man Lebensmittel am besten lagert, dass sie längst möglich halten, ist beinahe eine Wissenschaft für sich, aber dennoch wichtig, damit Lebensmittel nicht frühzeitig verderben. Es herrschen viele Irrtümer über Lagerung von Brot, Gemüse und Obst.

Tipps zur Lagerung und Haltbarmachung einzelner Lebensmittel finden Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale oder dem Bundeszentrum für Ernährung.

Ungenutzte Lebensmittel verschenken

Verschenken Sie ungenutzte Lebensmittel an Nachbarn, Freunde oder über foodsharing.de, Facebook-Gruppen oder Nachbar-Apps, wie nebenan.de. Diese Plattformen ermöglichen es, Lebensmittel mit anderen in Ihrer Umgebung zu teilen.

So sparen Sie bares Geld beim Lebensmittel retten und Einkauf

Reduzierte Preise in Supermärkten

In vielen Supermärkten in Berlin und Brandenburg werden mittlerweile Produkte mit abgelaufenem MHD zu einem reduzierten Preis verkauft. Das ist eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen und Lebensmittel zu retten. Auch Bäcker haben oft reduzierte Waren vom Vortag in der Auslage. Hier lohnt es sich zuzugreifen, denn das Brot von gestern ist immer noch gut und lecker.

Die App „Too Good Too Go“

Die App „Too Good To Go“ bietet die Möglichkeit, überschüssige Lebensmittel von Restaurants, Bäckereien und Supermärkten zu vergünstigten Preisen zu erwerben, anstatt sie wegzuwerfen. Nutzer können die verfügbaren Angebote in ihrer Nähe einsehen, bestellen und die Lebensmittel vor Ladenschluss abholen. Es gibt weltweit Partnerläden – auch in Berlin und Brandenburg.

Die App „Zu gut für die Tonne“

„Zu gut für die Tonne“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland (BMEL), die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. Diese App bietet u. a. Rezepte zur Resteverwertung von Lebensmitteln. Man gibt ein, welche Lebensmittel man noch übrig hat und die App findet ein passendes Rezept.

Lebensmittel teilen mit foodsharing.de

Sowohl auf der Webseite, als auch in der App von foodsharing.de gibt es die Möglichkeit, Lebensmittel weiterzugeben oder selbst welche zu bekommen. Das Konzept dahinter ist vielfältig aufgestellt und jeder kann mitmachen. Einmal kann man sich selbst als Foodsaver engagieren und von Supermärkten, Bäckereien oder Einrichtungen Essen abholen. Dafür bedarf es einen Wissenstest und Probeabholungen mit bereits zertifizierten Essensrettern. Man kann aber auch ohne Abholungen auf einer Karte sehen, wo jemand Lebensmittel abzugeben hat oder wo es sogenannte „Fairteiler“ gibt, die aus Kühlschränken bestehen, wo jede Person anonym Lebensmittel hinbringen und abholen kann. Ebenfalls werden mehrfach wöchentlich öffentliche „Fairteilungen“ angeboten, wo jeder hingehen und sich Lebensmittel mitnehmen kann. Alles kostenlos versteht sich.

Lebensmittel retten kann so einfach sein. Und wenn jeder einen kleinen Beitrag dazu leistet, werden Ressourcen geschont und der eigene Geldbeutel ebenfalls.

Guten Appetit, Brandenburg!
Jeden zweiten Donnerstag um 16.00 Uhr
Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.