Leitungswasser in Brandenburg
: Diese Qualität hat das Trinkwasser im Land aktuell

Wie gut das Trinkwasser aktuell in Brandenburg ist und wie es geprüft wird.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Potsdam
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Tinkwasser läuft aus dem Wasserhahn in einer Küche in ein Glas mit Limettenstücken, während im Vordergrund Zitronen auf einem Küchenbrett liegen. (zu dpa: «Bürger in Passau und Umgebung müssen Leitungswasser abkochen») +++ dpa-Bildfunk +++

Leitungswasser im Land Brandenburg: So sicher und sauber ist das Trinkwasser in der Mark aktuell wirklich.

Monika Skolimowska/dpa

Das deutsche Leitungswasser gilt als sicheres Lebensmittel und wird streng überprüft. Dennoch kommt es immer wieder zu Warnungen, weil das Trinkwasser verunreinigt und gesundheitsgefährdend ist. Legionellen und Keime, PFAS, Rückstände von Medikamenten, Verschmutzung durch Fäkalien, Wasser muss abgekocht werden – jeder kennt die Horrorwarnungen und hofft, dass es nicht die eigene Stadt betrifft.

Wie die Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg ist, wie der aktuelle Bericht des Landes aussieht und wie das Leitungswasser kontrolliert wird.

Übersicht:

  • Qualität des Leitungswassers
  • Kontrolle des Trinkwassers

Aktuelle Trinkwasser-Qualität in Brandenburg

Brandenburger Haushalte verbrauchen durchschnittlich 120 Liter Trinkwasser pro Tag. Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 130 Liter. Somit verbrauchen Brandenburger etwas weniger Wasser als der Rest. Das veröffentlicht das Brandenburger Gesundheitsministerium.

Das Trinkwasser in Brandenburg besteht zu 94 Prozent aus Grund- und Quellwasser und zu sechs Prozent aus Uferfiltrat, das aus Brunnen gewonnen wird. Knapp zwei Millionen (1.950.000 Menschen von einer Gesamtbevölkerungszahl von 2.581.000) Brandenburger werden in 77 Wasserversorgungsgebieten aus zentralen Wasserversorgungsanlagen mit Trinkwasser versorgt. Die Wasserversorgungsgebiete versorgen mehr als 5000 Einwohner und liefern mehr als 1000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag.

Ein Bericht zur Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg zeigt, dass das Brandenburger Trinkwasser eine gute bis sehr gute Qualität hat. Das berichtet das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV). Das Leitungswasser in Brandenburg entspricht den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ist entsprechend der europäischen Trinkwasserrichtlinie und der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) „genusstauglich, rein, geschmacksneutral und frei von Krankheitserregern“.

Aktueller Trinkwasserbericht vom Land Brandenburg

Der aktuell veröffentlichte Trinkwasserbericht vom Land Brandenburg ist für das Jahr 2024 und wurde im August 2025 veröffentlicht. Der Bericht weist auf, wie viele Befunde es für bestimmte Stoffe im Wasser gab. Für Färbungen, coliforme Bakterien, Escherichia coli (E. coli), Koloniezahl bei 22 °C, Wasserstoffionen-Konzentration und Enterokokken wurden am häufigsten nachgewiesen. Trihalogenmethane, Tritium, Gesamtrichtdosis mSv/Jahr wurden 2024 kein einziges Mal in Brandenburg im Leitungswasser nachgewiesen.

Diese Grenzüberschreitungen gab es im Brandenburger Trinkwasser

Außerdem zeigt der aktuelle Bericht, wie oft die zugelassene Obergrenze von Stoffen im Trinkwasser überschritten wurde. Grenzwertüberschreitungen gab es bei Ammonium, Coliforme Bakterien, Eisen, Färbung, Geschmack, Koloniezahl bei 22 °C, Wasserstoffionen-Konzentration, Blei, Enterokokken, Mangan, Calcitlösekapazität und Sulfat.

Am häufigsten haben Geschmack, Calcitlösekapazität und Coliforme Bakterien den zugelassenen Grenzwert im Brandenburger Trinkwasser überschritten.

Leitungswasser in Brandenburg: So wird es kontrolliert

Das Brandenburger Leitungswasser aus Grundwasser und aus Brunnen wird aufbereitet, bevor es an die Verbraucher geht und es in den Haushalten aus dem Hahn fließt. Für die Reinheit des Trinkwassers ist der zuständige Wasserversorger verantwortlich. Das Leitungswasser wird regelmäßig vom Gesundheitsamt amtlich überprüft und vom Wasserversorger selbst kontrolliert. Diese dürfen das Wasser erst in das Wassernetz abgeben, wenn es alles Anforderungen entspricht – wenn es also nicht verschmutzt oder gesundheitsgefährdend ist und die Obergrenzen der erlaubten Stoffe einhält. Das gewonnene Rohwasser wird in Anlagen aufbereitet. Teilweise kommt dabei auch eine Desinfektion des Wassers zum Einsatz.

Was ist das?

Ammonium: Ammonium tritt in organischen Substanzen auf. Ein erhöhter Ammoniumgehalt im Grundwasser kann auf Verunreinigungen durch Abwasser und Abfälle oder übermäßigen Einsatz von Wirtschaftsdüngern hindeuten.

Clostridium perfringens (einschl. Sporen): Das ist ein Bakterium. Es ist der wichtigste Erreger des Gasbrandes und darüber hinaus ein potenzieller Auslöser von Lebensmittelvergiftungen.

Coliforme Bakterien sind Bakterien, die aus Lactose innerhalb von 48 Stunden bei 35 °C Säure und Gase produzieren.

Eisen ist ein chemisches Element und ein ferromagnetisches Metall.

Färbung und Färbung (spektr. Abs.koeff. HG 436 nm): Die Absorption von sichtbarem Licht ist ein Maß für die Färbung von Wasser und weist auf einen hohen Gehalt organischer Substanzen im Wasser hin.

Koloniezahl bei 22 °C: Eine erhöhte Koloniezahl weist auf natürlich vorkommende Keime im Wasser hin, die potenziell weniger gesundheitsgefährdend sind.

Die Wasserstoffionen-Konzentration ist der ph-Wert des Wassers, der zeigt, ob das Wasser sauer oder basisch ist.

Blei: Blei ist ein Schwermetall.

Enterokokken: Das ist Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen – beim Tier und beim Menschen sowie in fermentierten Lebensmitteln wie Käse oder Rohwürsten.

Mangan: Mangan ist ein Schwermetall.

Calcitlösekapazität: Als Calcitlösekapazität bezeichnet man die Menge an Calcit, die ein Liter Wasser aufzulösen kann. Je mehr aggressive Kohlensäure im Wasser vorhanden ist, desto höher ist die Calcitlösekapazität.

Oxidierbarkeit ist die Eigenschaft von Elementen, Ionen und chemischen Substanzen, mit Sauerstoff zu reagieren.

Sulfat: Sulfate sind natürliche Schwefelverbindungen.