Für die rund 215 000 Einzelhandelsbeschäftigten in Berlin und Brandenburg verlangt die Gewerkschaft Verdi 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Zusätzlich soll es 45 Euro pro Monat geben und das Mindestentgelt bei 12,50 Euro festgelegt werden, wie Verdi am Dienstag mitteilte. Die Gewerkschaft strebt für den neuen Tarifvertrag außerdem die relativ kurze Laufzeit von neun Monaten an, um künftig parallel mit anderen Tarifregionen verhandeln zu können.

Umsätze des Handels steigen- Löhne nicht

Verdi verwies auf gestiegene Umsätze des Handels in der Krise. Davon habe auch der stationäre Handel profitiert. „Alle haben gemeinsam den Laden am Laufen gehalten, allen gemeinsam sind diese Zahlen zu verdanken“, sagte Verhandlungsführerin Conny Weißbach.
Verdi will den künftigen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären lassen. „Tarifflucht und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Kolleg*innen sind leider nach wie vor ein großes Problem für die Beschäftigten im Einzelhandel“, sagte Weißbach. Dem wolle man einen Riegel vorschieben.
Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg konnten Lebensmittelmärkte 2020 kräftig zulegen und stellten auch neue Leute ein. Fachgeschäfte und Warenhäuser für Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf dagegen büßten im Schnitt zwei Prozent ihres Umsatzes ein. Insgesamt übertraf der Branchenumsatz den Vorjahreswert um 2,1 Prozent, bereinigt um Preissteigerungen lag das Plus noch bei 0,9 Prozent. Trotz des hohen Online-Anteils blieb das Wachstum des Hauptstadt-Einzelhandels insgesamt unter dem Bundesdurchschnitt, der ein etwas höheres Plus zeigte.
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