Misshandlung in Berlin
: Maden in den Wunden – Ehepaar nach Tod der Mutter angeklagt

Stimmen die Vorwürfe in Berlin, hat die pflegebedürftige Frau ein Martyrium vor ihrem Tod erlitten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie von ihren Angehörigen völlig vernachlässigt wurde.
Von
dpa
Berlin
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Pflege

Die Tochter und deren Mann sollen die pflegebedürftige Mutter dermaßen vernachlässigt haben, dass sie an den Folgen starb. Das Ehepaar soll nun in Berlin vor Gericht kommen. (Symbolbild)

Sina Schuldt/dpa

Sie sollen die pflegebedürftige und bettlägerige Mutter derart vernachlässigt haben, dass die Frau starb. Nun sollen die Tochter und deren Mann in Berlin vor Gericht kommen. Die Staatsanwaltschaft hat das Paar wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen mit Todesfolge angeklagt, wie ein Behördensprecher am Mittwoch mitteilte. Die Eheleute wurden demnach bereits im Januar verhaftet. Der 42-Jährige befindet sich laut Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft, die 37 Jahre alte Frau kam wieder auf freien Fuß.

Nach den Ermittlungen muss die pflegebedürftige 62-Jährige vor ihrem Tod ein Martyrium erlebt haben. Spätestens ab November 2023 soll das Paar die an Multipler Sklerose erkrankte Frau vollkommen vernachlässigt haben.

So soll sie nur noch mit Wasser aus einem Kanister versorgt und in einem verdreckten, mit Insekten befallenen Zimmer gelegen haben. Die Frau habe sich dadurch wundgelegen, so die Anklage. Einige der Wunden sollen demnach bereits mit Maden befallen gewesen sein. Letztlich soll die Frau unter anderem eine Blutvergiftung, ein akutes Nierenversagen und multiple Thrombosen erlitten haben.

Am 16. Dezember 2023 soll das Ehepaar dann einen Rettungswagen verständigt haben. Laut Anklage starb die Frau aber zehn Tage später. Laut Staatsanwaltschaft bestreiten die Beschuldigten die Vorwürfe.