Mobilität: Von der U-Bahn auf das Leih-Mofas

Eine U-Bahn fährt an dem Hinweisschild des Mobilitätshub Jelbi vorbei. Eine Auswahl von verschiedenen Sharing-Fahrzeugen unterschiedlicher Anbieter, vom Auto, über Fahrräder und Roller, stehen ab dem 12.04.2019 zur Nutzung bereit.
Britta Pedersen/dpa-ZentralbildDoch auf dem Parkplatz eines 50er-Jahre-Mietshauses, nur wenige Schritte vom U-Bahnhof Prinzenstraße entfernt, stehen Leihräder, neben Miet-Mofas bereit. "Hub“ kommt aus dem Englischen und bedeutet in dem Fall Verkehrsknotenpunkt. Vor den zwei neuen Elektro-Zapfsäulen parken Autos verschiedener Carsharing-Anbieter wie Flikster von der Deutschen Bahn, E-Autos von mobileee und BMWs von Miles.
Es ist die erste „Jelbi-Station“, die die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Freitag in Anwesenheit des Verkehrsstaatssekretärs Ingmar Streese eröffnen. Mit den Umsteigepunkten will Berlin zeigen, dass man in der Stadt auch ohne eigenes Auto gut vorankommt. Direkt an U-Bahnhöfen kann man sich an der „Jelbi“-Station künftig auch das Fahrrad für die Kieztour, den Roller für den Ausflug und das Auto zum Einkaufen mieten.
Wer bereits mit einem gemieteten Fahrzeug unterwegs ist, findet am U-Bahnhof künftig bequem einen Parkplatz für sein Verkehrsmittel. Eine anbieteroffene Paketstation werde als zusätzlicher Service bald das Angebot ergänzen. Für das BVG-Sammeltaxi „Berlkönig“ könnte es Haltestellen geben, hieß es am Freitag zur Eröffnung.
Der Standort an der Gitschiner Straße 64 in Kreuzberg ist der erste, den die Gewobag auf ihren Grundstücken errichtet hat. Weitere werden im Sommer folgen, zum Beispiel an der Landsberger Allee oder am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz in der Nähe des Flughafens Tegel.
Möglich wird dieses bisher in Deutschland einmalige Konzept durch die Kooperation von BVG und städtischem Wohnungsunternehmen. "Natürlich kommt auch immer wieder die Frage auf, ob man nicht lieber Wohnungen statt Parkplätze bauen sollte“, sagt Gewobag-Vorstandsmitglied Snezana Michaelis. Aber mit fast jedem Neu-Berliner komme auch ein weiteres Auto hinzu. Ihnen eine Alternative zum eigenen Pkw anzubieten, sei ein Gewinn nicht nur für die Mieter, sondern für die gesamte Stadt.
Der besondere Clou an den Mobilitäshubs soll sein, dass alle Sharing-Angebote über die neue App „Jelbi“ gebucht werden können. Allerdings scheint die Entwicklung nicht so einfach zu sein. Startschuss ist „voraussichtlich im Sommer“, heißt es nach wie vor etwas vage. Bis dahin muss man sich bei jedem „Jelbi“-Partner gesondert registrieren lassen. Die bekannten Anbieter car2go und DriveNow sind allerdings noch nicht dabei.
