Ein Weihnachtsbrief aus dem polnischen Grenzort Słubice, der erst am 2. Januar die Nachbarstadt Frankfurt (Oder) erreichte, obwohl er schon am 18. Dezember abgestempelt war, und ein Geschenkpaket von den Färöer-Inseln, das sogar schon am 11. Dezember aufgegeben war, aber selbst zu Neujahr nicht ankam. Das waren die Anlässe für einen Aufruf an unsere Leserinnen und Leser, auch ihre ihre Erfahrungen mit der Weihnachtspost zu berichten.
Tatsächlich erreichten uns bis zum Montag mehr Briefe als erwartet. "Ich habe in letzter Zeit sehr wenige Briefe geschrieben, da 2019 und 2018 mehrfach Post nicht angekommen ist", berichtet Renate Hoffmann aus Fürstenwalde. So sei eine im thüringischen Weimar abgesendete Glückwünschkarte zu ihrem Geburstag nie an der Spree angekommen. "Auch meine Glückwünsche zum Einzug in die neue Wohnung in Weimar kamen nicht an."
"Als wir im Sommer unsere Freundin in Ungarn besuchten, mussten wir auch erfahren, dass unsere Briefe aus zwei Jahren nicht angekommen sind", fährt Frau Hoffmann fort. Deshalb habe sie 14 Tage vor Weihnachten gleich drei Briefe nach Ungarn abgesendet – nach dem Motto: "Einer wird ja durchkommen". Doch bis zum 8. Januar, an dem uns Frau Hoffmann schrieb, gab es keine Rückmeldung.
Nicht besser erging es Ruth Engert aus Eberswalde. Nachdem schon 2017 und 2018 insgesamt acht Briefe nie bei den Empfängern in Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie im Oderbruch ankamen und trotz Reklamationen bei der Post auch nicht aufgefunden werden konnten, verschickte sie ihre Weihnachtskarten 2019 am 17. Dezember über die City-Post. Das Ergebnis: Von vier Karten kam die erste nach drei Tagen in Thüringen an, die zweite am 31. Dezember und die dritte am 2. Januar jeweils in Sachsen-Anhalt. "Letztere trug den Vermerk: Wir eilen für Ihre Zeilen", schreibt Frau Engert. Die vierte Karte an ein Altenheim in Altenburg (Thüringen ) war auch am 8. Januar noch nicht da. "Nun hoffe ich wenigstens, dass dieser Brief an Ihre Zeitung sein Ziel erreicht", schrieb die Absenderin ironisch.
Auf Irrfahrt oder super schnell
Aus Platzgründen kann nicht aus allen Zuschriften zitiert werden. Herr oder Frau M. Seifert aus Eisenhüttenstadt berichtet jedoch über die Irrfahrt eines Weihnachtspakets, das am 23. Dezember aus Leipzig zunächst nach Frankfurt/Main und von dort am 30. Dezember wieder zurück nach Leipzig unterwegs war, bevor es schließlich am 6. Januar in Eisenhüttenstadt zugestellt wurde. "Leider war der Empfänger nur bis zum 3. Januar bei uns zu Besuch, so dass ich ihm das Paket nun für 7,49 Euro hinterher schicken musste. Verständlicherweise nicht mit DHl", so unser Leser.
Immerhin unterscheidet sich dieses Paket von dem bereits anfangs erwähnten von den Färöer-Inseln, das auch bis gestern noch nicht seinen Empfänger erreicht hatte. Ein Sprecher des Post-Tochterunternehmens DHL konnte nur den Rat geben, "einen Nachforschungsantrag dazu zu stellen.
Andererseits gibt es auch gute Erfahrungen. So berichtet Renate Schröder aus Frankfurt (Oder) dass sie ein Wurstpaket aus Thüringen, das ihre Bekannte am Nachmittag des 16. Dezember aufgegeben hatte, schon am  17. Dezember gegen Mittag erhielt. "Als ich bei der Absenderin anrief, um mich zu bedanken, haben wir beide über dieses Tempo gestaunt", berichtet sie.

Um den Jahreswechsel besonders viel zu tun


Die Zahlder in Deutschland versandten Briefe ist aufgrund der elektronischen Möglichkeiten im letzten Jahrzehnt deutlich gesunken – von 21,8 Milliarden im Jahr 2008 auf 17,8 Milliarden zehn jahre später. Die Bilanz für 2019 liegt noch nicht vor. Freilich werden in der Weihnachtszeit täglich 65 Millionen Briefe verschickt, während es im Rest des Jahres nur 57 Millionen sind.Die Menge der beförderten Pakete steigt im Gegensatz zu den Briefen dagegen rasant. Im Jahr 2018 waren es fast 1,5 Milliarden, zehn Jahre zuvor nicht mal eine Milliarde. Kurz vor Weihnachten wurden täglich bis zu elf Millionen ausgeliefert, "normal" ist die Hälfte Zudem gibt es viele Rücksendungen. ds